Aber keine Annäherung
05.11.2019 Hier & Heute

Zoff um den Grünten: Gegner und Investoren zum ersten Mal an einem Tisch

"Erlebnisberg" Grünten
Vertreter der Initiative „Rettet den Grünten“ und die Investorenfamilie Hagenauer haben sich zusammen mit Biologen und dem Bund Naturschutz erstmals zu einem Gespräch am Runden Tisch getroffen. In einer gemeinsamen Erklärung sprechen sie von einer respektvollen Atmosphäre. Inhaltlich habe es aber keine Annäherung gegeben. Während die Gegner des Bergbahnprojekts nun politisch Druck aufbauen, bereiten die Investoren den Skibetrieb vor.

Wie Bürgerinitiativen-Sprecher Max Stark berichtet, war die Gesprächsrunde darauf ausgerichtet, im Raum stehende Unwahrheiten auszuräumen. Man habe eine gemeinsame Gesprächskultur gefunden und sich sachlich ausgetauscht, heißt es seitens des Bund Naturschutzes. Sie hätten sich die Sorgen und Ängste der Gegner angehört und nach einem gemeinsamen Nenner gesucht, sagt auch Investorin Sabine Hagenauer. Beide Seiten sprechen aber nach wie vor von sehr konträren Ansichten. Details der Gespräche möchten sie nicht veröffentlichen.

Wie mehrfach berichtet, will die Familie Hagenauer die Grüntenlifte ausbauen. Strittige Kernpunkte ihres Konzepts sind für die Gegner die geplante Zehner-Gondelbahn sowie der Sommerbetrieb mit einer Walderlebnisbahn am Berg. Weitere Gespräche seien angedacht. Termine dafür gebe es aber noch nicht, teilen beide Seiten mit. Ein Gespräch haben die Projektgegner laut Stark außerdem mit Landrat Anton Klotz geführt. Die Initiative habe ihm ihre Argumente gegen das Projekt dargelegt.

Weitere Proteste und Demos geplant

Die Initiative „Rettet den Grünten“ versucht nun, den politischen Druck in München mit einer Postenkartenaktion zu erhöhen. Sie habe 5.000 Karten in Umlauf gebracht, die Projektgegner an Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder schicken sollen. „Die Idee ist, dass wir über das Allgäu hinaus Aufmerksamkeit bekommen“, sagt Stark. 5.000 weitere Postkarten würden zurzeit nachgedruckt.

Außerdem plane die Naturschutzorganisation „Mountain Wilderness“ am 30. November auf dem Gipfel des Grüntens eine Demonstration.

Derweil wird am Berg alles auf den nahenden Skibetrieb mit den bestehenden Anlagen ausgerichtet. „Seit vergangener Woche haben wir wieder TÜV“, schildert Hagenauer.

Sofern der Schnee es zulässt, werde man am Grünten am 21. Dezember in den Winterbetrieb starten.

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