Umweltstation Legau
07.08.2019 Sehen & Hören

"Wundaplunda": Hier findet am Wochenende das erste nachhaltige Familienfestival im Allgäu statt

Woran denkst Du beim Begriff "Festival": laute Musik, Bands, DJs, feiernde Jugendliche und viiiel Bier? Und dann, wenn alles vorbei ist: jede Menge Müll und Unrat auf dem Campingplatz? Dass "Festival" auch anders geht, wollen am Wochenende die Macher von "Wundaplunda" zeigen. Beim ersten nachhaltigen Familienfestival im Allgäu an der Umweltstation Legau dreht sich von Freitag bis Sonntag alles Umwelt, Naturschutz und besseres Leben. Für Erwachsene und Kinder gibt es ein unterhaltsames und informatives Programm mit Workshops, Live-Musik, Markt , Kunst und kulinarischen Highlights (natürlich veggie). Wir haben uns mit Macher Daniel Fischer aus Kaufbeuren unterhalten, was hinter der ungewöhnlichen Idee steckt.

Frage: Wir kennen Rock-Festivals und Elektro-Festivals im Allgäu, aber ein nachhaltiges Familienfestival ist neu. Erklären Sie doch mal, was hinter "Wundaplunda" steckt?

Daniel Fischer: Die Idee haben zwei gute Freunde von uns, Carmen und Moritz, von ihren Reisen aus Neuseeland mitgebracht. Wir waren früher als wir jünger waren auf einigen Musikfestivals. Jetzt, als Familie mit Kindern, ist sowas natürlich zwangsläufig schwieriger. Der erste Gedanke war also, etwas für Familien in unserer Region umzusetzen. Einfach ein Wochenende, wo sie zusammen sinnvoll eine gute Zeit verbringen können. Als Eltern wollen wir unsere Kinder in einer nachhaltigen Gesellschaft aufwachsen sehen. Deshalb war das Thema schnell gefunden und mit der Umweltstation Unterallgäu in Legau haben wir einen idealen Partner ausfindig gemacht.

Was wird den Familien alles geboten?

Fischer: Wir wollten eine Brücke bauen, auf der alle auf ihre Kosten kommen, Eltern wie Kinder. Es wird Live-Musik für Erwachsene geben, wir haben spezielle Ecken, wo die Kinder betreut werden, wir haben Workshops für die ganze Familie. Es wird einen Markt mit regionalen Ausstellern und Künstler geben, wir haben eine Food-Meile mit vegetarischen und veganen Gerichten und ein breitgefächertes Unterhaltungsprogramm mit Magie und Akrobatik.

Über allem steht das Motto Nachhaltigkeit. Auf Ihrer Homepage fordern Sie Ihre Besucher auf, so wenig Müll wie möglich zu produzieren und beim Duschen ökologisch abbaubare Seife zu benutzen. Und in den Workshops geht es beispielsweise darum, wie man Bienenwachstücher als natürliches Verpackungsmaterial herstellt...

Fischer: Ja, das ist uns ein persönliches Anliegen. Wir haben hier im Allgäu die wunderbarste Natur direkt vor unserer Haustüre. Es ist alles da, was wir brauchen, und dennoch verwenden wir immer noch Sachen beispielsweise aus China. Die Naturbeschaffenheit wird deshalb Thema in den allermeisten Workshops sein: Upcycling, plastikfreier Haushalt oder wie man beispielsweise ganz ohne Chemie sein eigenes Spülmittel zuhause herstellen kann.

Damit surfen Sie natürlich voll auf dem Trend. Mit welcher Resonanz rechnen Sie?

Fischer: Die Veranstaltung wird schon größer, als wir sie ursprünglich angedacht hatten. Wir wollten ursprünglich einen kleineren Rahmen mit 200 bis 300 Leuten haben. Unsere Wochenendtickets sind jetzt schon restlos vergriffen, mehr als 450 Übernachtungen gibt der Campingplatz neben dem Gelände leider nicht her. Für Samstag und Sonntag gibt es aber noch ein paar Tagestickets. Es werden also wohl so 700 bis 800 Besucher werden, damit sind wir total happy.

Bevor es am Freitag losgeht: Wie ist der letzte Stand der Vorbereitungen?

Fischer: Wir waren im Februar zum ersten Mal an der Umweltstation, seit Ende März laufen die konkreten Planungen. Wir bauen alles selber und haben den Großteil in unserem Kernteam mit vier Personen erledigt. Da hilft es natürlich, dass ich eine Veranstaltungsagentur im Ostallgäu betreibe und schon Erfahrungen mitbringe. Am Wochenende selbst werden 50 bis 60 Helfer vor Ort sein, also unser Küchenteam, die Leute an der Kasse und so weiter. Wobei ich sagen muss, dass die Resonanz auch hier überwältigend ist: Alle, die irgendwie am Festival beteiligt sind, sei es als Künstler oder Aussteller, oder auch unsere Freunde haben ihre Hilfe angeboten. Man merkt auch hier, dass "Wundaplunda" eine sehr familiäre Sache werden wird.

Tickets und Öffnungszeiten:
Die Wochenendtickets sind ausverkauft, Tagestickets sind für 20 Euro vor Ort an der Kasse erhältlich.

Freitags ist der Zugang zum Gelände nur mit Wochenendticket möglich.
Öffnungszeiten für Tagesgäste: Samstag von 10 bis 23 Uhr, Sonntag von 10 bis 15 Uhr.
Infos im Internet unter www.wundaplunda.de
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