Auszeichnung
08.10.2019 Wissen & Quizzen

Wildpoldsried ist jetzt "Heimatdorf!" Was die Gemeinde so lebenswert macht

Wildpoldsried Heimat
Jubel in Wildpoldsried! Die Oberallgäuer Gemeinde hat vom bayerischen Heimatministerium das mit 50.000 Euro dotierte „Gütesiegel Heimatdorf 2019“ erhalten. Was macht Wildpoldsried so besonders? Wir haben nachgefragt:

Die Gemeinde Wildpoldsried hat vom bayerischen Heimatministerium das „Gütesiegel Heimatdorf 2019“ erhalten. Zu den Kriterien zählten unter anderem Infrastruktur, Vereinsleben, Lebensqualität und Heimatverbundenheit der Dorfbewohner.

Die mit 50.000 Euro dotierte Auszeichnung nahm Bürgermeister Arno Zengerle kürzlich entgegen.

Die Gemeinde will das Geld für den Innenausbau des Dorfgemeinschaftshauses einsetzen. 

Lilo Homeier (76)

lebt seit 1977 in Wildpoldsried und fühlt sich längst als „eine von hier“. Die Auszeichnung sei auf jeden Fall gerechtfertigt, sagt sie. Für Homeier sei Heimat dort, wo sie geduzt werde. Und Wildpoldsried sei ohnehin nicht wie jedes Dorf.

Hier helfe jeder jedem. Das beste Beispiel seien die 14 Eritreer, die von Wildpoldsrieder Bürgern ehrenamtlich betreut und in das Dorfleben integriert wurden.

Alle hätten Arbeit, würden am Dorfleben teilnehmen und Wildpoldsried als neue Heimat empfinden.

Bianca Grillinger (42)

kommt ursprünglich aus Missen und Burgberg. 2007 zog sie der Liebe wegen zunächst in den Außenbereich von Wildpoldsried, da ihr Mann Markus mit seinem Heimatdorf stark verwurzelt war. Seit drei Jahren wohnt die kleine Familie nun mit Sohn Pius im Ortskern.

Nach anfänglichem Heimweh nach den Bergen sei Bianca Grillinger inzwischen von Wildpoldsried so begeistert, dass sie sich sogar schon beim Bürgermeister bedankt habe.

Dafür, dass das Dorf mit grüner Energie und Windkraft intensiv für Nachhaltigkeit sorge. Die Kindereinrichtungen wie Krippe, Kindergarten und Schule im Ort überzeugen sie ebenso wie die Vereinsarbeit – und überhaupt die soziale Infrastruktur.

Man habe alles, was man braucht vor Ort. Außerdem: „Die Berge sind ja mit dem Auto schnell erreicht.“ Dass die Prämie für die Auszeichnung wieder für die Dorfgemeinschaft eingesetzt wird, finde sie prima.

Marcel Götz (40)

verschlug es durch die Familie 2009 von Thüringen nach Wildpoldsried. Er habe die Gemeinde als kleinen Ort kennengelernt und empfinde das Dorf mittlerweile aufgrund seiner Infrastruktur als „große Stadt auf kleinem Raum“.

Er habe hier alle Möglichkeiten und das Miteinander und die Rücksichtnahme der Bewohner untereinander beeindrucke ihn sehr – man sei einfach nicht anonym.

Das Vereinsleben im Dorf finde er super, insofern sei das Preisgeld für das Vereineheim gut angelegt.

Alois Zengerle (79)

fühlt sich in seinem Heimatdorf Wildpoldsried „pudelwohl“, sagt er. Er sei von klein auf im Ort – also ein echtes Wildpoldsrieder Urgestein. Vieles habe sich verändert, aber man sei immer mit der Zeit mitgegangen. Alles was er brauche, sei vorhanden: „Kirche, Sportplatz, Einkaufsmöglichkeit, Arzt, Friseur – alles ist in der Nähe.

Was will man mehr?“ Natürlich sei nicht alles 100-prozentig, aber wo manch andere Gemeinde noch in den „Anfangsschuhen“ stecke, habe in Wildpoldsried die Gemeinde in vielen Bereichen gut vorgeschafft.

Da das Vereinsleben in Wildpoldsried nur gelobt werden könne, sei der geplante Einsatz des Preisgeldes für das Vereineheim durchaus gerechtfertigt.


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