Große Mini-Serie RCCO
19.11.2019 Sport & Action

Wie geil ist das denn?! ABT Sportsline fährt Rennen auf Carrerabahn

Le Mans, Nürburgring, Daytona: 24-Stunden-Rennen sind das ganz besondere Salz in der Motorsportsuppe. ABT Sportsline hat am Wochenende in der Wolfsburger AutoStadt ein ganz besonderes bestritten: mit einem Elektrorennwagen im Maßstab 1:24.

 Wer das Wort Carrerabahn hört, denkt schnell an seine Kindertage zurück. Dass das Fahren mit den kleinen Elektrorennautos aber auch ernsthafter Motorsport für Erwachsene sein kann, dass erlebten die Besucher der AutoStadt in Wolfsburg am Wochenende. Dort bestritt die „große kleine Rennserie“ RCCO ihren Saisonhöhepunkt: ein Rennen rund um die Uhr auf einer 60 Meter langen Holzrennbahn, dreispurig mit digital gesteuerten Weichen zum Überholen!

Hier siehst Du den RCCO-Trailer: 

Sechs Teams mit insgesamt 28 Fahrern traten gegeneinander an. Darunter echte Motorsport-Prominenz wie Frank Biela, DTM-Champion und fünfmaliger Sieger der echten 24 Stunden von Le Mans, Ralf Jüttner, der als Rennleiter von Joest Racing auch an der Le-Mans-Geschichte mitgeschrieben hat, sowie Dirk Geiger, Motorrad-Rennprofi in der Moto3-Klasse.

Und noch ein Name, der im internationalen Motorsport Gewicht hat, stand in der Nennliste: ABT Sportsline. Die Kemptener engagieren sich schon lange in der Rennserie, seit zwei Jahren sind sie mit dem eigens für die RCCO entwickelten Sportwagen „ABT Vision RCCO“ am Start, der passenderweise in den Farben der Elektrosparte ABT E-Line lackiert ist. Auch die anderen Teams wissen namhafte Partner hinter sich: Audi, Volkswagen, KTM, Lamborghini und der Zulieferer Schaeffler engagieren sich offiziell in der seit 1991 ausgetragenen RCCO.

Als Vorjahressieger gehörte die fünfköpfige Allgäuer ABT-Mannschaft um den Motorsportmoderator und Rallycross-Experten Martin Kummerow zu den Favoriten. Im Qualifying untermauerte das Fahrerquintett seine Ambitionen: Mit 13,745 Sekunden markierte Julius Kragl am Drücker des ABT-Miniboliden die mit Abstand schnellste Runde auf dem 60 Meter langen Kurvengeschlängel. Auch im Rennen war der fast 800 Euro teure E-Flitzer extrem schnell unterwegs. „Doch Unfälle und ein paar technische Wehwehchen haben uns leider mehrfach zurückgeworfen“, berichtete Kummerow. Immer wieder kämpften sich die „Äbte“ nach vorn.

In der Nacht brannte Polesetter Kragl ein Feuerwerk an schnellen Runden ab – und das drei Stunden am Stück. Normalerweise wechseln sich die Piloten nach einer Stunde ab. „Dann lässt die Konzentration merklich nach und es schleichen sich leicht Fehler ein“, erklärt Le-Mans-Legende Biela. Nicht so bei Kragl. Und so fehlten ABT nach 21 Stunden nur noch vier Runden zum zweiten Platz – doch dann kam es ganz dick. Ausgerechnet ABT-Speerspitze Kragl richtete am Fahrerstand die Stromabnehmer des Autos. „Ich dachte, das wäre erlaubt, war es aber scheinbar nicht“, ärgerte er sich über das folgenschwere Missverständnis, das mit vier Strafminuten belegt wurde. Da das Verfolgerfeld extremdicht beieinander lag, fiel ABT auf den fünften und damit vorletzten Platz zurück.

So wurde das Quintett auch abgewinkt. „Klar ist man enttäuscht, wenn man als Vorjahressieger nur Vorletzter wird. Aber diesmal fehlte uns einfach das nötige Rennglück. Und das braucht man einfach – im kleinen Motorsport genauso wie im großen“, bilanziert Rallycross-Experte Kummerow. „Aber wir haben mit der Pole-Position und auch mit unserem Rennspeed aufgezeigt, was unter besseren Vorzeichen möglich gewesen wäre.“ Der Sieg ging an die KTM-X-Bow-Mannschaft mit Motorrad-Profi Dirk Geiger. 4.670 Runden hatte das Team in 24 Stunden absolviert – das entspricht 280 Kilometer. Mehr als die Strecke von Kempten nach München und zurück. Und das mit einem Auto, das kaum größer als eine Handfläche ist.

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