Partner unterstützen Pläne
21.10.2019 Hier & Heute

Viel Zustimmung: Feneberg-Sanierung auf den Weg gebracht

Alle wichtigen Partner haben zugestimmt, nun kann die Supermarktkette Feneberg ihr Sanierungskonzept umsetzen. Auch die Banken und der Pensionssicherungsverein unterstützen die Restrukturierungspläne. 97 Prozent der Mitarbeiter haben einen Gehaltsverzicht unterschrieben – Geschäftsführer Hannes Feneberg atmet auf. Alles dazu hier.

Auch der Pensionssicherungsverein hat Ende vergangener Woche grünes Licht zu den Plänen gegeben und wird für vier Jahre die Betriebsrenten ehemaliger Feneberg-Mitarbeiter zahlen. Neben hohen Investitionen in die Filialen und die Metzgerei waren es vor allem die Betriebsrenten gewesen, die Feneberg finanziell unter Druck gebracht hatten. Die Rückstellungen dafür belasten die Bilanz mit etwa 70 Millionen Euro.

Eine wichtige Säule im Sanierungskonzept sind die gut 3.000 Mitarbeiter. Je nach Verdienst müssen sie auf Beträge zwischen 3,2 und 4,3 Prozent ihres Bruttogehalts verzichten (die unterste Einkommensstufe und Auszubildende ausgenommen). „97 Prozent unserer Mitarbeiter haben die Vereinbarung zugestimmt“, sagt Geschäftsführer Hannes Feneberg, „dafür bin ich sehr dankbar. Es hat mich zutiefst beeindruckt, wie die Mitarbeiter zum Unternehmen stehen.“ Auf der Führungsebene habe es keine Abwanderung gegeben.

Die Familie Feneberg beteiligt sich mit einem zweistelligen Millionenbetrag an der Restrukturierung, auch die Sparkasse Allgäu als Hausbank hat neue Kredite bewilligt. Das Unternehmen braucht Geld für „moderates Wachstum“: 15 neue Märkte sind in Planung, fünf davon werden von bestehenden Standorten verlagert. Andere bestehende Filialen sollen modernisiert werden. Das Sortiment aller Filialen soll im Bereich der Discounterpreise ausgeweitet werden. Insgesamt rechnet der Geschäftsführer mit Kosten von 70 bis 80 Millionen Euro in den kommenden vier Jahren.

Feneberg hat einige Aufgaben an Edeka ausgelagert, beispielsweise bei der Logistik: Die regionalen Sortimente werden weiter von den Feneberg-Lastwagen bewegt, ein großer Teil des Standardsortiments kommt von Edeka und dafür nun auch deren Logistik. Die IT wurde ebenfalls zum Teil auf Edeka umgestellt, zum Beispiel das Warenwirtschaftssystem. Hannes Feneberg sagt aber: „Wir führen seit Jahren Edeka-Produkte, sind aber eigenständig und wollen das auch bleiben. Die Kooperation ermöglicht es uns, selbstständig zu bleiben.“

Auch das „Von hier“-Programm mit regional erzeugten Produkten laufe „selbstverständlich“ weiter: „Das ist unsere Lebensversicherung, damit heben wir uns vom Wettbewerb ab“, sagt Feneberg. Er sei dankbar, dass die 600 Lieferanten besonnen regiert hätten und die zuverlässige Partnerschaft fortbestehe.

Neu in der Geschäftsführung der Supermarktkette ist neben Hannes und Christof Feneberg nun der Unternehmer und Berater Oliver Oechsle aus Düsseldorf. Er kommt nicht aus der Lebensmittelbranche, ist aber von Seiten der Kreditgeber als „Neutraler Dritter“ eingesetzt worden und übernimmt unter anderem die Kommunikation mit den Banken.


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