Vorfreude in KF, MM & LI
22.03.2018 Sport & Action

Traumfinale, Derby, Matchball: Allgäuer Eishockeyfans fiebern aufs Wochenende hin

Frühlingsgefühle? Die verspüren im Allgäu derzeit nur die Eishockeyfans. Denn was unsere Clubs ESV Kaufbeuren, ECDC Memmingen und EV Lindau in der alles entscheidenden Play-off-Zeit veranstalten, ist aller Ehren wert! An diesem Wochenende kommt es jetzt zum Showdown. Während der ESVK zum zweiten Mal in Folge ins DEL2-Halbfinale einziehen kann, machen Memmingen und Lindau die bayerische Play-off-Meisterschaft unter sich aus. Eine Vorschau mit viel Vorfreude:

Hashtag Traumfinale. In den sozialen Medien sind sich die alten Derbyrivalen ECDC Memmingen und EV Lindau ausnahmsweise mal einig. Besser hätte es für sie nicht laufen können. Ganz am Ende einer kräftezehrenden Oberliga-Saison steht nun das Allgäu-Bodensee-Finale an. Ein echtes Highlight, das die Fans von Mindelheim bis Bregenz, von Biberach bis Bad Grönenbach elektrisiert.

In einer Best-of-3-Serie wird ab Freitagabend (20 Uhr, Eissporthalle Memmingen) der Bayerische Meister gesucht. Vermeintlich ein Titel ohne großen Wert - beide Clubs haben ihr Saisonziel mit dem Gewinnen des Viertelfinals und dem damit verbundenen Klassenerhalt in der Oberliga längst erreicht. Doch auch wenn mancher Fan von der "Goldenen Ananas" unkte: Sowohl die Indians, als auch die Islanders hingen sich auch in der Folge noch richtig rein und werden jetzt belohnt: Ein Derbyfinale vor vielen Fans, mit vollen Hallen und toller Stimmung steht bevor.

Wichtig für Fans und die Vereinskasse

Finale Oberliga/Bayernliga-Verzahnung:
Fr., 23. März: ECDC Memmingen - EV Lindau 20 Uhr
So., 25. März: EV Lindau - ECDC Memmingen
Di., 27. März: ECDC Memmingen - EV Lindau (falls nötig)

"Für uns und unsere Fans ist das ganz wichtig", sagt Memmingens Sportchef Sven Müller. Er hofft auf knapp 2.500 Zuschauer am Freitag am Hühnerberg. "Dadurch, dass wir unserem Viertelfinalgegner Geretsried so haushoch überlegen waren, fehlte schon ein bisschen das Play-off-Feeling." Das kam spätestens mit dem entscheidenden Heimsieg gegen Waldkraiburg in der packenden Halbfinal-Serie: Die Indians zogen ganz am Ende ihrer ersten Oberliga-Saison ins Finale ein, die Fans tobten.

"Jetzt wollen wir uns den Pokal holen", sagt Trainer Waldemar Dietrich und baut auf seine erfahrenen Führungsspieler Daniel Huhn, Joey Vollmer oder Patrick Beck, die wissen, wie man Meisterschaften und Titel gewinnt. Aber auch die Islanders vom Bodensee wähnen eine ganze Region hinter sich und schicken forsche Töne entlang der A 96 in Richtung Memmingen. "Man hat nicht so viele Chancen im Leben, eine Meisterschaft zu gewinnen. Und wir wollen definitiv diesen Pokal gewinnen“, sagt Trainer Mike Muller.

Horrorszenario knapp vermieden

Er hat der Mannschaft nach einem großen Tief Anfang des Jahres wieder Leben eingehaucht. Trotzdem hätte nicht viel gefehlt, und es wäre nach verkorkster EVL-Zwischenrunde schon im Viertelfinale zum Kampf zwischen Indianern und Insulanern gekommen. Was bedeutet hätte, dass einer der Derbyrivalen den bitteren Gang in die Bayernliga hätte antreten müssen. Ein Horrorszenario für die Fans, die nun zwar entspannter, aber genauso entschlossen ins Finale gehen. Denn eines ist klar: Den Pott wollen die Eishockey-Fans in der Allgäu-Bodensee-Region dann schon gerne für ihre Farben beanspruchen. 

Joker gegen verzweifelte Rote Teufel 

Zwar noch nicht um den Pokal, aber immerhin bereits um den Einzug ins DEL2-Halbfinale geht es für den ESV Kaufbeuren an diesem Wochenende. Es wäre das zweite Mal in Folge, dass es die jahrelang von Abstiegssorgen geplagten Ostallgäuer unter die Top-4 der zweiten Liga schaffen würden. Mit einem 3:2-Auswärtssieg in Bad Nauheim brachten sich die Joker in die perfekte Ausgangslage und führen in der Best-of-7-Serie mit 3:1.

Jetzt ist nur noch ein Sieg nötig, maximal drei Gelegenheiten gibt es für die ESVK-Cracks dazu. Von einem "Matchball" will Coach Andreas Brockmann vor dem bereits ausverkauften Heimspiel am Freitagabend (19.30 Uhr) dennoch nichts wissen: "Es ist ein Spiel wie jedes andere auch. In den Play-offs schauen wir nur von Partie zu Partie und konzentrieren uns auf den Moment."

Das wird auch nötig sein, denn der Gegner aus Hessen steht mit dem Rücken zur Wand und wird im Verzweiflungsmodus sprichwörtlich um sein Leben spielen. "Wir werden in Kaufbeuren alles tun, damit wir die Serie am Sonntag nach Bad Nauheim zurückbringen", verspricht Teufel-Coach Petri Kujala.

Hochspannung und Kampf um jeden Millimeter Eis ist also angesagt - in Kaufbeuren, Memmingen und Lindau. Ach, Play-off-Zeit, schönste Zeit!

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