Verkehrsproblematik B 19
28.11.2019 Hier & Heute

Tourismus im Oberallgäu: Bürgermeister gründen Allianz gegen Blechlawinen

Wenn in der kommenden Woche die Skisaison in Oberstdorf und dem Kleinwalsertal beginnt, werden sich bei schönem Wetter wieder lange Blechlawinen ihren Weg über die B 19 bahnen.
Jetzt haben die Bürgermeister aus Sonthofen, Fischen, Oberstdorf und dem Kleinwalsertal entschieden, gemeinsam an Lösungen für die Verkehrsprobleme im südlichen Oberallgäu und dem Kleinwalsertal zu arbeiten. Welche ersten Schritte geplant sind, erfährst Du hier.

Die Rathauschefs Christian Wilhelm (FW), Bruno Sauter (CSU), Laurent Mies und Andi Haid (BVP) wollen künftig eng zusammenarbeiten, um den steigenden Anforderungen des Tagesausflugs- und Alltagsverkehrs im südlichen Oberallgäu gerecht zu werden, heißt es in einer Mitteilung. "Zukunftsgerechte Lösungen können nur gemeindeübergreifend bearbeitet und gelöst werden, dies gilt für Straße und Bahn gleichermaßen", teilen die Bürgermeister mit.

Der Landkreis Oberallgäu sei mit Landrat Anton Klotz ebenfalls in das Projekt eingebunden, um auch überörtliche Themen bei den Planungen und Überlegungen zu berücksichtigen. Die vier Rathauschefs hatten bereits beim Oberallgäuer Verkehrskonzept zusammengearbeitet. 

Das Projekt läuft seit Jahren, der große Wurf für das südliche Oberallgäu ist bisher ausgeblieben. Die Einführung des 100-Euro-Tickets könnte ein erster Schritt sein. Doch es fehlen Bus- und Bahnverbindungen im Landkreis, um die Menschen dazu zu bringen, ihr Auto wirklich in der Garage zu lassen. „Wenn ein Rahmen zu groß ist, ist es manchmal schwierig“, sagt der Walser Bürgermeister Andi Haid über das Verkehrskonzept. „Manchmal muss man klein anfangen.“

Manchmal muss man klein anfangen.
Der Kleinwalsertaler Bürgermeister Andi Haid

Jetzt will die neue Allianz für Verkehrslösungen Antworten auf die zentralen Fragen finden: Wie kann das Verkehrsnetz sinnvoll ausgebaut werden? Welche Maßnahmen sind – abgestuft nach Prioritäten – von den Kommunen gemeinsam umsetzbar?

Ein großer Vorteil für die Arbeit an Verkehrslösungen für die Region seien die umfangreichen Vorarbeiten wie Studien und Verkehrszählungen, auf die Kommunen zurückgreifen können, erklären die Bürgermeister. „Darauf kann aufgebaut werden, das spart Zeit und Kosten“, erklärt Haid die Idee.

Weitere Partner einbinden

Des Weiteren würden je nach Thema auch weitere Partner eingebunden. „Wir fangen klein und konstruktiv an und kommen in Folge auf Behörden, Grundbesitzer, Tourismusverantwortliche sowie lokale Partner und Unternehmer zu“, erklären die Bürgermeister in ihrer Stellungnahme.

Jetzt denken die Rathauschefs darüber nach, zunächst ein externes Beratungsbüro einzubinden, um aus dem umfangreichen Datenmaterial Lösungen für einen besseren Verkehrsfluss in der Region abzuleiten. Das soll in den kommenden Monaten geschehen.

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