Nähen statt Skispringen
25.03.2020 Sport & Action

Tolles Engagement: Skispringerin Katharina Althaus näht Schutzmasken

Skisprung-Ass an der Nähmaschine: Katharina Althaus aus Oberstdorf greift in der Corona-Krise zu Stoff und Faden und stellt für befreundete Rettungskräfte und Ärzte Schutzmasken her.

Wenn sie sich mutig von den großen Skisprungschanzen dieser Welt stürzt, schießt jede Menge Adrenalin durch ihren Körper. Daheim in den eigenen vier Wänden lässt es Katharina Althaus wesentlich entspannter angehen. Nähen ist seit vielen Jahren eines ihrer größten Hobbys. An der Maschine ist zwar ähnlich viel Konzentration wie beim Sport gefragt, aber auch deutlich mehr Fingerspitzengefühl – und vor allem Ruhe. Es ist für sie daher der perfekte Ausgleich zum Skispringen.

„Ich nähe alles mögliche. Zum Beispiel Turnbeutel, Dirndlschürzen, Blusen und so weiter“, erzählt die 23-jährige Oberstdorferin.

Derzeit widmet sie sich einem ganz besonderen Projekt: Althaus näht Schutzmasken. Die sind dieser Tage in der Corona-Krise zweifelsohne sehr gefragt. Bei ihr hat das aber auch einen persönlichen Hintergrund.

Freunde und Nachbarn arbeiten im Gesundheitswesen

Althaus hat etliche Freunde und Bekannte, die im Gesundheitswesen tätig sind. Ihr Freund Patrick, der älteste Bruder des Kombinierers Julian Schmid, beispielsweise arbeitet als Rettungssanitäter. „Und meine Nachbarin ist Ärztin. Sie hat mich auf die Idee gebracht. Mundschutz wird zwar geliefert, aber meistens nicht in die Arztpraxen. Sie hat mich gefragt, ob ich nicht Zeit und Lust hätte, solche Schutzmasken zu nähen“, erzählt die 23-Jährige.

Zeit hat die Sportlerin tatsächlich. Denn die Skisprung-Saison ist vorbei. Im norwegischen Olympia-Ort Lillehammer wurden Anfang März die letzten beiden Weltcup-Wettbewerbe ausgetragen, dann ging’s direkt zurück ins Allgäu. Für die Oberstdorferin lief der Winter nicht optimal. Die Doppel-Weltmeisterin von Seefeld 2019 kam nur zweimal aufs Podest. Einmal wurde sie Zweite in Rasnov/Rumänien, einmal Dritte beim Heim-Weltcup in Klingenthal/Sachsen. Im Gesamt-Weltcup war sie am Ende Fünfte.

Jetzt versucht sie (wie viele andere Sportler derzeit auch), sich zuhause selbst mit Fitnessübungen so gut es geht in Form zu halten. „Das klappt schon. Wir sind ja noch nicht in der Vorbereitung auf die nächste Saison. Natürlich hat man bei diesem wunderbaren Wetter andere Pläne, aber die Gesundheit aller geht da ganz klar vor“, sagt Althaus. Also verbringt sie ihre Freizeit eben an der Nähmaschine mit Stoff und Faden.

Im Internet hat sich die Oberstdorferin nach geeigneten Schnittmustern umgesehen, auf einer Videoplattform ist sie fündig geworden. Jetzt wird quasi im Akkord gearbeitet. Althaus sagt: „Für diesen guten Zweck engagiere ich mich natürlich gerne. Rund 30 Schutzmasken habe ich schon fertig.“ Und es sollen noch mehr werden.

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