Endlich wieder zu Hause!
19.12.2019 Land & Leute

Tolle Nachrichten: Clarissa (28) aus Memmingen besiegt den Blutkrebs

Das ist eine gute Nachricht kurz vor Weihnachten: Clarissa Heinlein ist wieder zu Hause! Die 28-jährige Krankenschwester aus Memmingen hatte im Mai die Diagnose „Blutkrebs“ bekommen. In Memmingen und Bad Grönenbach organisierten ihre Familie, Freunde, Kollegen und der Sportverein TV Bad Grönenbach im Juni mit der DKMS Typisierungsaktionen – über 1.500 Frauen und Männer ließen sich dort als mögliche Stammzellenspender registrieren.

Dennoch fand sich kein geeigneter Spender für die Memmingerin, die inzwischen in der Uniklinik Ulm lag. Daher spendete ihre Schwester Belinda (27) ihr Stammzellen aus dem Blut. Obwohl die Erfolgsaussicht deutlich geringer als bei ausgesuchten Spendern lag, hat die Therapie zum Glück angeschlagen.

„Es geht mir sehr gut – aber es war ein langer, harter Weg“, erzählt Clarissa. Zwar müsse sie noch einige Medikamente nehmen, doch das werde nach und nach weniger. Sie sei „sehr glücklich“, dass sie nach viereinhalb Monaten endlich das Krankenhaus verlassen konnte. Denn es gab durchaus Komplikationen – allerdings habe das nicht an der Transplantation gelegen, sondern an den Nebenwirkungen zum Beispiel der Chemotherapie und den Medikamenten. Sie gilt jetzt aber als krebsfrei. Von einer Heilung reden Mediziner jedoch erst nach einer gesunden Zeit von fünf Jahren. Im Januar hat die gelernte Krankenschwester die nächste Untersuchung.

Wie neu geboren an Weihnachten

Jetzt freut sich Clarissa erst einmal auf Weihnachten („das ist wie neu geboren“), genießt ihr heimisches Umfeld, bekommt viel Besuch von Freundinnen und geht ab und zu sogar wieder einkaufen – mit Mundschutz. Von größeren Menschenansammlungen oder auch vollen Arztpraxen muss sie sich jedoch fernhalten. „Mein Immunsystem ist noch komplett unterdrückt – da könnte eine Grippe bereits lebensbedrohlich sein.“

Mit dieser Riesen-Resonanz habe ich nicht gerechnet – das ist ein guter und einfacher Weg, um Leben zu retten!
Clarissas "Danke" an alle Spender

Rund ein Jahr dauert es, bis alle Abwehrkräfte wieder funktionieren. Zudem ist sie körperlich noch sehr geschwächt, hat in den vergangenen Monaten rund 15 Kilo an Gewicht verloren. „Da ist einfach alles sehr anstrengend.“ Sie blickt aber optimistisch nach vorne: Möglichst schnell will die Krankenschwester wieder in der Notaufnahme des Memminger Klinikums arbeiten. „Ich liebe das – und wir haben dort ein tolles Team!“ Doch dafür müssen ihre Ärzte noch grünes Licht geben – und Clarissa sich in Geduld üben. Das falle ihr nicht immer leicht, räumt sie ein.

Ihr Umfeld habe ihr immer viel Kraft gegeben, sagt die 28-Jährige. „Ich war keinen Tag allein, viele haben mir geschrieben oder mit mir geskypt.“ Auch ihr Freund Thomas habe fest zu ihr gehalten: „Das war die härteste Prüfung unseres Lebens – aber wir haben sie gemeinsam bestanden.“

Clarissa bedankt sich auch bei allen, die sich haben registrieren lassen: „Mit dieser Riesen-Resonanz habe ich nicht gerechnet – das ist ein guter und einfacher Weg, um Leben zu retten!“

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