Kurioses in Lindenberg
22.11.2019 Sehen & Hören

Teil einer Allgäuer Kunstfigur verschwindet. Ein halbes Jahr später fällt's auf

Ein Kunstwerk verschwindet und kaum einer bemerkt es. So lässt sich das Geschehen um „Il Cavallo“ zusammenfassen. Pferd und Koppelknecht standen seit Jahren im Lindenberger Stadtpark. Allerdings fehlt mittlerweile die Fußfigur. Und das schon seit vielen Monaten. Aufgefallen ist das im Westallgäu allerdings erst jetzt...

Pferd und Reiter waren der Beitrag der Antonio-Huber-Schule zu einer Kunstaktion anläßlich der 1150-Jahr-Feier von Lindenberg im Jahr 2007. Schüler hatten es zusammen mit Lehrern aus Eisen und Schwemmholz gefertigt. Es zeigt einen Pferdeknecht auf dem Weg nach Mailand. Das spielt auf ein wichtiges Kapitel der Lindenberger Geschichte an. Mit dem Pferdehandel verdienten Bürger lange vor dem Beginn der Hutära gutes Geld.

Das Werk der Antonio-Huber-Schule fand starke Beachtung bei den Bürgern. Es stand beziehungsweise steht gut sichtbar auf einer Wiese im Stadtpark. Allerdings nur noch teilweise. Marie-Luise Bischofberger sprach das Thema im Stadtrat an. „Wo ist der Reiter geblieben? Ist er zusammengebrochen?“, wollte sie von der Verwaltung wissen. „Wir wissen es nicht“, räumte Bürgermeister Eric Ballerstedt nach einem Blick in die Runde der Amtsleiter ein. Und auch keiner der Räte konnte weiterhelfen.

Der Bauhof war's

Deshalb machte sich Hauptamtsleiter Roland Kappel auf die Spur der verschwundenen Figur und wurde schnell auch fündig. Der städtische Bauhof hat den Pferdeknecht entfernt. Allerdings schon im Frühjahr vergangenen Jahres, teilte der Hauptamtsleiter der Heimatzeitung mit. Grund war der schlechte Zustand des Werkes nach dem Winter. Das Holz sei morsch, das Eisen teilweise abgebrochen und durchgerostet gewesen, sagt Kappel: „Die Figur war irreparabel – und ging danach den Weg alles Vergänglichen.“

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