Am 29. Juni in Memmingen
20.06.2019 Wissen & Quizzen

Stammzellen-Spende für Clarissa (28): Die wichtigsten Fragen und Antworten

Die 28-jährige Clarissa Heinlein aus Memmingerin ist an Blutkrebs erkrankt (wir berichteten). Zum Überleben braucht sie dringend eine Stammzellen-Spende. Am Samstag, 29. Juni, von 11 bis 15 Uhr, findet in Memmingen beim Roten Kreuz (Donaustraße 5) deshalb eine kostenlose Registrierungsaktion statt. Clarissa und ihre Angehörigen hoffen, dass sich möglichst viele Allgäuer daran beteiligen. Doch wie läuft das ab - und was passiert, falls ich tatsächlich als Spender infrage komme? Im Vorfeld geben wir hier Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Wer darf Spender werden?

Wer zwischen 17 und 55 Jahre alt ist, mindestens 50 Kilo wiegt und grundsätzlich gesund ist, kann sich registrieren lassen.

Wie funktioniert die Registrierung?

Nach dem Ausfüllen einer Einverständniserklärung nimmt man mit drei Wattestäbchen jeweils einen Wangenschleimhaut-Abstrich. Das ist erst mal alles. In rund zehn Minuten ist so der erste Schritt getan, um vielleicht einem Menschen das Leben retten zu können. Eine Registrierung ist auch über die Internetseite www.dkms.de möglich. Dann bekommt man ein Set nach Hause geschickt. Bisher sind über neun Millionen Personen weltweit registriert.

Was kostet die Registrierung?

Den Spender kostet das nichts. Da die DKMS aber pro Registrierung einen Aufwand von 35 Euro hat, bittet die gemeinnützige Organisation um Geldspenden.

Was passiert, wenn ich als Spender für einen Patienten infrage komme?

Dann muss man endgültig entscheiden, ob man zur Spende bereit ist. Stimmt man zu, steht erst einmal ein gründlicher Gesundheits-Check an. Denn oft kommt es erst Jahre nach der Registrierung zu einer Anfrage für eine Stammzellen-Spende und in dieser Zeit können im Leben eines Spenders Umstände – zum Beispiel Krankheiten – eingetreten sein, die eine Spende unmöglich machen. Steht aus gesundheitlichen Gründen nichts entgegen, wird der Spender von einem Arzt ausführlich über das weitere Verfahren aufgeklärt.

Wie läuft die Stammzellen-Spende ab?

Bei der häufigsten Methode (80 Prozent) gibt es folgendes Prozedere: Der Spender spritzt sich über fünf Tage hinweg – selbstständig oder durch einen Pflegedienst – einen hormonähnlichen Stoff (G-CSF) unter die Haut, der normalerweise bei einer Erkältung vom Körper selbst ausgeschüttet wird. Durch die Gabe von G-CSF wird die Anzahl der Stammzellen im Blut gesteigert. Danach werden diese „überschüssigen“ Stammzellen ambulant über ein spezielles Verfahren aus dem Blut gesammelt.

Deutlich seltener (20 Prozent) kommt es zu einer Knochenmark-Entnahme. Unter Vollnarkose wird das Blut-Knochenmark-Gemisch direkt aus dem Beckenkamm entnommen, welches sich nach zwei Wochen wieder vollständig nachbildet. Dieses Verfahren macht einen Krankenhaus-Aufenthalt von zwei bis drei Tagen erforderlich. Welche Methode angewendet wird, hängt von der Erkrankung des Patienten ab. Der Wunsch des Spenders wird – wenn möglich – berücksichtigt.

Bin ich als Spender abgesichert?

Die gesetzliche Unfallversicherung schützt alle Personen, die sich im Interesse anderer oder der Allgemeinheit besonders einsetzen. Der Versicherungsschutz besteht kraft Gesetzes, ohne dass es dazu einer gesonderten Versicherung bedarf. Des Weiteren schließt die DKMS zwei zusätzliche Unfallversicherungen für die Spender ab.

Was sind die Anzeichen für den Erfolg einer Stammzellen-Transplantation?

Nach etwa zwei bis vier Wochen gibt der Anstieg der weißen Blutkörperchen beim Patienten erste Anhaltspunkte, ob die neuen Stammzellen ihre Aufgabe erfüllen und gesunde Blutzellen bilden. Bei einem stetigen Anstieg weißer Blutkörperchen steigt auch die Chance auf ein zweites Leben für den Patienten.

Erfahre ich, für wen ich spende?

Eine Spende erfolgt zunächst immer anonym. Auf Wunsch kann der Spender jedoch Herkunftsland, Geschlecht und das ungefähre Alter „seines“ Patienten erfahren. Nach zwei Jahren ist es möglich, die Anonymität aufzuheben, wenn beide Seiten dies wünschen und ein schriftliches Einverständnis vorliegt.

Was passiert, wenn kein passender Spender gefunden wird?

In diesem Fall versuchen die Ärzte, dem Patienten durch andere Formen der Behandlung zu helfen. Je nach Art der Erkrankung werden vor allem Strahlen- und Chemotherapie eingesetzt. Bei vielen Patienten ist jedoch die Stammzellen-Transplantation die einzige Behandlungsmethode mit Aussicht auf Heilung. Zu diesen Patienten gehört auch Clarissa Heinlein.

DKMS-Spendenkonto IBAN: DE70 7004 0060 8987 0000 89
Da die DKMS als gemeinnützige Gesellschaft im Kampf gegen Blutkrebs auf Spendengelder angewiesen ist, bittet sie um finanzielle Unterstützung.
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