Lehrermedientag 2019
21.11.2019 Wissen & Quizzen

So schützt Du Dich gegen Fake News

Lehrermedientag
Auf sozialen Plattformen wie Facebook werden oft bewusst falsche Nachrichten verbreitet. Die Urheber wollen damit die öffentliche Meinung beeinflussen. "Fake News" sind in aller Munde. Doch wie erkennt man sie? Wie kann man sich dagegen schützen? Und welche Quellen sind glaubwürdig und seriös? Darum ging es am Mittwoch bei einer Weiterbildung unserer Zeitung für Allgäuer Lehrer.

„Fake News gab es schon immer“, sagt Stephan Michalik, Redakteur unseres Online-Portals allgaeu.life. Früher wurden sie auf dem Dorfplatz oder in der Kneipe erzählt. Heute kann jeder mit wenigen Klicks falsche Nachrichten im Netz verbreiten. Beim Lehrermedientag am Mittwoch haben Redakteure im Allgäuer Medienzentrum in Kempten Pädagogen aufgezeigt, wie sie die Wahrheit von Falschinformationen unterscheiden können.

Als Fake News definiert der Duden absichtlich verbreitete Falschmeldungen, mit denen manipuliert werden soll. Michalik zeigt den Lehrern ein einfaches Beispiel aus dem Jahr 2016: Im Oberallgäuer Durach sollen Asylbewerber angeblich Hunde schlachten. „Als wir gemerkt haben, da stimmt etwas nicht, haben wir uns sofort dagegen gestemmt“, sagt Michalik. Das Problem aber an falschen Nachrichten sei: „Du bist nie schneller als die Fake News selbst.“ Durch die Sozialen Medien wie Facebook oder Twitter werden in kürzester Zeit viele Menschen erreicht. Die Nachricht, was wirklich passiert ist, lesen dann nur noch wenige User.

„Auch in Deutschland werden mit Fake News Ängste geschürt und Populismus betrieben“, sagt Michalik. Ein Problem dabei sei, dass den Benutzern der Online-Plattformen nur Inhalte angezeigt werden, die sie auch sehen möchten – so entstehen Filterblasen. Die Meinung des Besuchers wird also permanent bestätigt.

Gesunder Menschenverstand

Das wichtigste Instrument, um falsche Nachrichten zu erkennen, sei der „gesunde Menschenverstand“, sagt Michalik. Kann das wirklich sein, was dort im Internet steht? Ist man sich unsicher, können auch Faktenchecker beispielsweise von der ARD oder der Internetseite www.mimikama.at genutzt werden. Diese Seiten überprüfen populäre Themen auf ihren Wahrheitsgehalt.

Auch Bilder und Videos können manipulieren und falsche Tatsachen verbreiten, sagt Michalik. Bei Fotos gebe es die Möglichkeit, eine Rückwärtssuche bei der Suchmaschine Google zu starten. Dabei wird schnell klar, ob das Bild schon früher im Netz verbreitet und im Nachhinein manipuliert wurde. Im Zweifel gebe es auch die Möglichkeit, bei Behörden wie der Kommune oder der Polizei anzurufen und nachzufragen, ob ein lokales Gerücht stimmt.

Uli Hagemeier, Redaktionsleiter der Allgäuer Zeitung , macht deutlich, wie wichtig die Pressefreiheit in Deutschland ist. Die Demokratie brauche eine Bürgerbeteiligung und diese brauche Medienkompetenz. Damit die Menschen beispielsweise erkennen, was der Unterschied zwischen einem YouTube-Kanal einer Partei und der Sendung eines Nachrichtenmagazins ist.

Sascha Borowski, Leiter Digitales bei der Allgäuer Zeitung und stellvertretender Redaktionsleiter, informierte die Lehrer über die Gefahren von Schadsoftware wie Trojanern im Netz oder falschen Online-Shops, die gerade zur Weihnachtszeit für viele zur Kostenfalle werden.


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