Tipps vom Experten
21.08.2019 Wissen & Quizzen

So bringst Du Deinen Garten gut durch den Allgäuer Spätsommer

Endspurt für den Sommer - Richtung Wochenende soll es nochmals warm werden, ehe wir allmählich in Richtung Frühherbst abbiegen. Aufs Wetter einstellen müssen sich auch viele Gartenbesitzer im Allgäu, die heuer wie schon im Vorjahr unter der Trockenheit litten. "Der Kilmawandel ist auch im Privatgarten angekommen", sagt Gerhard Baumgartl. Der Marktoberdorfer ist stellvertretender Vorsitzender des Gartenbau-Kreisverbandes Ostallgäu. Hier gibt er Tipps, wie Du Deine Pflanzen und Bäume gut durch den Spätsommer bringst.

Herr Baumgartl, leiden auch Hobbygärtner schon am Klimawandel?

Gerhard Baumgartl: Ja, mit Hitze und Trockenheit ist der Klimawandel im Privatgarten angekommen. Wobei man das dort bei Gemüse und Blumen noch weitgehend übers Gießen abdecken kann. Sträucher wie Himbeere oder Johannisbeere und Obstbäume darf man dabei aber nicht vergessen. Sie sind auf Wasser angewiesen! Sonst werden zu viele noch kleine Früchte vorzeitig abgeworfen, gerade bei großer Trockenheit! Bei großen Gemüsebauern explodieren freilich die Gießkosten.

Welche Rolle spielen die schweren, lehmhaltigen Böden im Allgäu?

Baumgartl: Der Lehm ist ein Segen. Er kann das Wasser viel besser speichern als ein Sandboden in Franken. Und auch die Niederschlagsrate ist bei uns noch relativ hoch.

Allerdings scheint es immer mehr schwere Gewitter zu geben und das Wetter immer unberechenbarer zu werden – Stichwort Nachtfröste...

Baumgartl: Späte Nachtfröste gab es – ebenso wie Gewitter und Hagel – im Allgäu doch immer schon. Und wenn die Eisheiligen schlimm waren, bestand stets Gefahr, dass Blüten und Ertrag erheblich geschädigt werden. Gerade wenn der März relativ warm war. Heuer waren die Vegetationszeiten aber normal. Trotzdem tragen Äpfel und Zwetschgen kaum. Das liegt auch daran, dass Bäume, die im Vorjahr sehr stark getragen haben, von Haus aus im Jahr danach weniger tragen.

Wie viel bringen geschützte Standorte?

Baumgartl: Viel. Freilich kann nicht jeder ein Gewächshaus aufstellen, aber ein Spalierbaum an der Wand trägt besser und schneller, als einer, der Wind und Wetter und zwei Grad weniger aushalten muss. Ebenso empfiehlt es sich, einen Tomatenkübel nah am Haus oder unterm Vordach aufzustellen. Und auch ein Vlies oder eine schwarze Folie auf dem Gemüsebeet helfen unwahrscheinlich: um den Boden anzuwärmen und Unkraut und Schädlinge zurückzuhalten. Ist ein Vlies gespannt, können Möhrenfliege oder Kohlweißling nicht hinein – und keine Eier ablegen.

Erlaubt das heißere Wetter auch mehr Experimente beim Gartenbau?

Baumgartl: Wärmeliebende Pflanzen wie Paprika, Gurke, Zucchini kommen – bei ständigem Gießen – gut zurecht. Und klar kann man auch einen Pfirsichbaum an die Hauswand stellen oder Zitronen in den Wintergarten – alles kein Obst, das bei uns idealerweise gut gedeiht (lacht). Und eine wärmeliebende Süßkirsche kann auch bei uns Ertrag bringen, wenn die Vegetationszeit schon im März beginnt. Ich rate aber zu Klassikern wie Apfel oder Birne beim Obst und Kohlrabi, Salat oder Rüben beim Gemüse (siehe Infokasten).

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