Jetzt geht's raus für sie
12.04.2019 Land & Leute

Sie wären fast erfroren! Allgäuer Igel-Retter bringt "Butzi" und "Stupfi" heil durch den Winter

Noch tappeln sie durch die Wohnung ihres Retters. Doch in den kommenden Tagen kehren "Butzi" und "Stupfi" zurück in die Natur. Die beiden Igel haben den harten Allgäuer Winter überlebt, weil ihnen Wolfgang Ott (50) aus Biessenhofen ein Not-Lager einrichtete. Zusammen mit einem befreunden Tierarzt päppelte er die beiden "Minis" erfolgreich auf. Zu Winter-Beginn wogen sie nur 180 Gramm.

Das Abenteuer kann beginn: "Butzi" und "Stupfi" sind bereit für die Rückkehr in die Natur. Die beiden etwa neun Monate alten Igel haben bei ihrem Retter Wolfgang Ott über den Winter ausreichend Speck angesetzt, um in freier Wildbahn überleben zu können. Sie wiegen jeweils gut über 500 Gramm, sind putzmunter und bestreiten derzeit ein Survival-Training im Garten. 

Ganz anders hatte es zu Beginn des Winters ausgesehen. Die beiden stachligen Säugetiere standen kurz vor dem Kälte-Tod. Sie wogen beide nur um die 180 Gramm. Nach Ansicht von Experten ist das viel zu wenig. Den leidenden "Butzi" fand Wolfgang Ott im eigenen Garten. Den dahinsiechenden "Stupfi" brachte ihm eine Nachbarin vorbei. Sie wusste, dass Ott schon öfter Igel gerettet hatte.

Die notwendigen Kenntnisse hat er sich bei Tierarzt Winfried Klarer aus Lengenwang und Igelpflegerin  Lieselotte Adrian aus Kaufbeuren geholt. "Es reicht nicht aus, nur schnell mal ins Internet zu schauen. Wenn man ein Wildtier aufnimmt, hat meine besondere Verantwortung. Das darf man nicht einfach aus Jux und Tollerei machen ", warnt Wolfgang Ott.   

Vor allem um "Stupfi" machte er sich Sorgen. Das Igel-Weibchen plagte Stachelausfall! Der Tierarzt riet zu speziellen Vitamindrops, die tatsächlich eine Wende zum Guten einleiteten. Auch die verabreichte Kost erzielte die gewünschte Wirkung. Katzenfutter und ungesalzene Erdnüsse sorgten dafür, dass "Butzi" und "Stupfi" stetig zunahmen. "Es ist ein schönes Gefühl, wenn man sieht, wie sich beide Igel entwickelt haben", sagt Wolfgang Ott, der den beiden Asyl im Bad gewährte. "Igel machen ordentlich Arbeit. Man muss ihnen täglich hinterherputzen", sagt Wolfgang Ott schmunzelnd.

Ins Herz geschlossen wurden die beiden Findlinge auch von seinem Mischlingshund Leo. "Er wacht über die beiden, als seien es Welpen", erzählt der Igel-Pfleger, der insgesamt schon neun Igel erfolgreich durch den Winter brachte.

An Ostern will er "Butzi" und "Stupfi" in die freie Wildbahn entlassen. "Ich bin mir sicher, dass die beiden durchkommen", freut er sich. Falls seine stacheligen Freunde nicht auf Anhieb eine neue Bleibe finden, hat er zur Sicherheit ein kleines Igelhaus im Garten installiert.  

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