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30.01.2020 Wissen & Quizzen

Sie trällern wieder so schön in den Allgäuer Gärten: Kennst Du diese heimischen Vögel?

Siegfried Winkler, Leiter der Naturschutzgruppe Altusried-Wiggensbach, erklärt, wer da im Garten so hübsch trällert. Wie viele Vögel auf dem Foto oben kannst Du identifizieren? Die Auflösung folgt im Text.

Ein Genuss, wenn Vögel in der Wintersonne zwitschern; und wenn sie eifrig im Vogelhäuschen nach Kernen picken. Doch wie heißen die Tiere eigentlich? Einen Spatz und eine Amsel erkennen wohl die meisten. Aber wie sieht ein Bergfink aus? Wir haben Siegfried Winkler, den Leiter der Naturschutzgruppe Altusried-Wiggensbach, gefragt, wie man einige der häufigsten Vögel in Oberallgäuer Gärten erkennt.

Die Präparate, die Winkler uns dafür zeigt, stammen aus der naturkundlichen Sammlung des Vereins. Etwa 1000 Exemplare zählt diese. Teils sind sie bis zu 40 Jahre alt.

Seine Begeisterung für Vögel hat Winkler seit seiner Kindheit: "In der Schule haben wir ein Futterhäusle gebaut." Nachdem er das im Garten aufgestellt hatte, habe er gemerkt: Da kommen nicht nur Spatzen. Weil er auch die Namen der anderen Vögel kennen wollte, bat er den Pfarrer, für die Bücherei ein Buch über Vögel anzuschaffen. Daraufhin tauschten sich er und seine Freunde regelmäßig über die neuesten Sichtungen aus.

Mit Nistkästen entgegensteuern

Eine Schattenseite hat sein langjähriges Hobby allerdings: "Man merkt, dass die Vögel rapide weniger werden." Vor zehn Jahren habe er in seinem Garten pro Winter 100 Kilogramm Futter ausgelegt. "Mittlerweile sind es nur noch 30 Kilo." In seinem Verein versuche man gegenzusteuern: "Wir pflanzen Hecken, legen Tümpel an und hängen Nistkästen auf." Davon profitieren unter anderem diese Arten:

  1.  Den Bergfink kann man bei uns im Winter beobachten: "Dann ist er auf Durchzug", sagt Winkler. Der possierliche Vogel fliegt während der kalten Jahreszeit von Skandinavien bis in den Mittelmeerraum und zurück. 

  2. Der Stieglitz wird auch Distelfink genannt, weil er gerne Samen aus Disteln frisst. "Der ist gut zu erkennen, das ist der bunteste Vogel in unserer Region", sagt Winkler.

  3. Die Amsel ist neben dem Spatz der häufigste Vogel bei uns, sagt Winkler. Männliche Tiere wie im Bild erkenne man am schwarzen Gefieder und orange-gelben Schnabel. Die Weibchen seien braun gefärbt, der Schnabel hornfarben.

  4. Den Haussperling, meist Spatz genannt, sieht man oft auch im Dorf - anders als den Feldsperling (Nummer 8). Markant für den Spatz ist der graue Scheitel, sagt Winkler.

  5. Kernbeißer haben "riesen Kraft" in den Kiefern, sagt Winkler. Ihn habe mal ein verletztes Tier in den Finger gebissen, sodass er blutete. Selbst Kirschkerne können sie knacken. Männchen haben einen bläulichen Schnabel, Weibchen wie im Bild einen hornfarbenen.

  6. Die Schwanzmeise besteht zu zwei Dritteln aus Schwanz: "Die ist gut zu erkennen", sagt Winkler. Zu beobachten sei sie vor allem im Winter, im Sommer bekomme man sie seltener zu Gesicht. "Meist treten sie im Pulk von sechs bis acht Exemplaren auf."

  7. Der Zaunkönig ist der kleinste Vogel, der in unserer Gegend in den Garten kommt, sagt Winkler. Dafür könne er "unglaublich gut und laut singen". Sein Gesang werde als "auffallend laut mit schmetternden Tönen" beschrieben.

  8. Der Feldsperling ist kleiner als sein Verwandter, der Haussperling. Besonders gut unterscheiden könne man ihn anhand der schwarzen Flecken auf den Wangen.

  9. Den Namen des Grünfink kann man sich leicht merken: Der auch Grünling genannte Vogel hat "ziemlich grünes Gefieder", sagt Winkler. Weibchen und Jungtiere haben wie im Bild eine etwas dunklere Färbung als Männchen.

  10. Der Buntspecht ist die häufigste Spechtart bei uns in der Region, sagt Siegfried Winkler. Männchen wie im Bild erkenne man an ihrer roten "Genickbinde", Weibchen hingegen haben einen schwarzen Nacken.

Und hier noch ein vogelwilder Artikelvorschlag für Dich: Kennst Du den Allgäuer Vogelzwitscherer? Ralph Müller aus Sonthofen beherrscht 150 Vogelsprachen. Ein Porträt über ihn liest Du hier.   

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