Alexander Pfluger (49)
30.10.2019 Sehen & Hören

"Schwindligen 15"-Chef: So geht es nach dem Ende der Kapelle jetzt weiter

Komponist Alexander Pfluger
Alexander Pfluger aus Pforzen ist Gründer und musikalischer Chef der "Schwindligen 15". Besser gesagt: Er war es. Denn mit einem umjubelten Abschiedskonzert machte die beliebte Blasmusik-Combo am vergangenen Samstag nach 25 Jahren Schluss. Langeweile wird bei Pfluger aber nicht aufkommen. Schließlich ist der Profi-Musiker aus dem Ostallgäu längst auch gefragter Komponist von vielen Märschen, Polkas oder Walzer. Alles über seine Pläne nach dem Ende der "Schwindligen 15" erfährst Du hier!

Ein bisschen Wehmut habe ihn schon gepackt in den vergangenen Wochen, sagt Alexander Pfluger. Immerhin kommt etwas ans Ende, was ihm ans Herz gewachsen ist, und das ihn mehr als die Hälfte seines 49-jährigen Lebens beschäftigt hat. Seine Kapelle, die „Schwindligen 15“, hört auf. Ein lange ausverkauftes, umjubeltes Abschiedskonzert in Roßhaupten vergangenen Samstag setzte den Schlusspunkt. 25 Jahre seien genug, sagt er.

Die Formation hat ein Stück weit die Blasmusikgeschichte des (Ost-)Allgäus mitgeschrieben. Die erst 15 und nun 23 Musiker, meist aus anderen Allgäuer Blaskapellen stammend, brachten in der Sommersaison regelmäßig die Bierzelte und Festhallen zum Kochen – mit einer Mischung aus traditioneller Blasmusik und Partykrachern. „Das Schiff geht nicht unter“, versichert Pfluger. „Es läuft in den Zielhafen ein.“

Das Schiff geht nicht unter. Es läuft in den Zielhafen ein.
Alexander Pfluger über das Ende der "Schwindligen 15"

Alexander Pfluger ist einer der Gründer der Schwindligen 15 und wurde bald zum musikalischen Chef: Auf der Bühne gibt er als Dirigent den Takt vor, er arrangiert viele der Stücke, und er schreibt auch einen Gutteil der Polkas, Walzer, Märsche und Solostücke, mit denen die semiprofessionelle Truppe in den vergangenen 25 Jahren ihre Zuhörer zum Schunkeln, Klatschen und Mitsingen antrieb. Pfluger, der sein graues Haar zum Pferdeschwanz bindet, einen markanten Kinnbart sprießen lässt und gerne schnupft, lebt für die Musik – und inzwischen auch von ihr.

Längst ein Musik-Profi

Lange betrieb er sie nur als Hobby. Erst 2008 gab er seinen 40-Stunden-Job als Werkzeugmacher auf, um sich ganz dem Komponieren, Arrangieren, Produzieren und Auftreten zu widmen. Im Erdgeschoss seines Bürohauses in Pforzen (bei Kaufbeuren) hat er ein Tonstudio eingerichtet, im Obergeschoss befindet sich sein „Alpen-Sound Musikverlag“.

Goodbye "Schwindlige 15"

Zum letzten Mal so richtig feiern: 1.500 Fans waren beim Abschlusskonzert der Schwindligen 15. Johanna Lang
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Aus den großen Fenstern kann er hinüberblicken zum Vereinshaus in der Dorfmitte. Dort hat er als Elfjähriger das Trompetespielen gelernt. Bald wechselte er zum Bariton, das „sein“ Instrument wurde, dann kam noch der E-Bass hinzu. Schon mit 15 fing er an, seine Lieblingsmusik vom Kassettenrekorder herauszuhören und mit dem Bleistift aufs Papier zu notieren. Das war tschechische Blasmusik, die hierzulande nicht erhältlich war. So erlernte er autodidaktisch das Handwerk, um später mit Coverbands wie dem „OAL-Express“ und dann den Schwindligen 15 die Musik genau auf die Ensembles zuzuschneidern.

Blaskapellen landauf, landab spielen seine Stücke

Da war es kein großer Schritt mehr zum Komponieren. Mitte der 1990er Jahre begann er damit, ohne Klavier oder Synthesizer. „Da drin entsteht die Musik“, sagt er und zeigt auf seinen Kopf. Er kann sich Melodien und die dazugehörigen Harmonien merken, die ihm an allen möglichen und unmöglichen Orten einfallen. Später tippt er sie ins Notenprogramm des Computers ein.

Inzwischen spielen die Blaskapellen landauf, landab seine Polkas, Märsche und Walzer wie „Carpe Diem“, „Abel Tasman“ oder „Böhmische Herzen“. Die Stücke kommen an. Vermutlich weil er genau weiß, was die Zuhörer wollen. „Musik muss menscheln“, sagt Pfluger. „Über allem steht die Melodie.“ Was heißt: Sie muss so gestaltet sein, dass die Leute sie nachvollziehen, ja mitsingen können. Pfluger gehört aber auch zu der jüngeren Generation, die andere Harmonien mit mehr Moll-Akkorden in die Musik hineinschreiben und so die traditionelle Blasmusik behutsam erweitern und modernisieren. Etwa 15, meist mittelschwere Kompositionen bringt er pro Jahr heraus, nochmals so viele arrangiert er.

Die böhmische Blasmusik hat es ihm besonders angetan. Folgerichtig heißt das Ratgeber-Buch, das er zusammen mit seinem besten Freund Holger Mück geschrieben hat, „Böhmisch mit Herz“. Darin erläutern die Beiden, wie diese Musik, die inzwischen auch viele junge Menschen lieben, richtig gespielt wird. Ein Leitsatz lautet: Sie muss pulsieren, muss lebendig sein.

Ob er nach dem Ende der Schwindligen 15 in ein Loch fallen wird? Pfluger schüttelt den Kopf. Diese Angst habe er nicht. Er will offen sein für das, was kommt. „Zufälle haben mein Leben bisher bestimmt“, sagt er. So könne es durchaus weitergehen. Zu tun hat er genug – mit Verlag und Tonstudio. Außerdem ist er viel unterwegs, um sein Wissen an andere Blasmusiker weiterzugeben.

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