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09.09.2019 Land & Leute

Sandsack-Challenge: Warum das THW kuriosen Wettbewerb veranstaltet

THW Sandsack Challenge
Menschen müssen ihre Häuser räumen und Helfer kämpfen mit Sandsäcken gegen das steigende Wasser: Das sind Bilder, wie sie beispielsweise bei den Hochwassern in Rosenheim 2013 und in Polling 2016 zu sehen waren. Um auf die Gefahren eines Hochwassers hinzuweisen, veranstaltete das Technische Hilfswerk (THW) in Bayern am Samstag einen ganz speziellen Wettbewerb - die Sandsack-Challenge. Wir  waren in Kempten dabei.

Wer wird Bayerns Sandsack-Champion? Um das herauszufinden, veranstaltete das Technische Hilfswerk (THW) in 70 Ortsverbänden - so auch in Kempten - am Samstag eine "Sandsack-Challenge". Also einen Wettbewerb im Sandsackzielwerfen und einigem mehr. Den ernsten Hintergrund der unterhaltsamen Vorstellung erklärte Patrick Dumler: "Bürger sollten sich mit dem Thema Hochwasser auseinander setzen und Handgriffe üben, um das Richtige zu tun, sollte es zum Ernstfall kommen."

Bilder von Einsatzkräften mit Booten in der Innenstadt und Helfern, die mit Sandsäcken gegen das steigende Wasser ankämpfen, seien ja Realität. Reichlich Nass schickte der Wettergott am Aktionstag schon mal von oben. "Wenn es zu Einsätzen kommt, können wir uns das Wetter auch nicht aussuchen", sagte Dumler. Das sahen die Besucher wohl auch so. Der Mitmach-Parcours auf dem August-Fischer-Platz war jedenfalls stets besetzt. Da mussten an den einzelnen Stationen große und kleine Teilnehmer verschiedene Aufgaben erfüllen. Beispielsweise zwei Kilogramm schwere Sandsäcke ins Ziel werfen. An anderen Bahnen wurden die Säcke gefüllt und geschichtet oder von A nach B transportiert. "Die Wettkampfbahnen waren bayernweit gleich", erklärte Dumler. Weitere Stationen konnte jeder Ort selbst bestimmen. In Kempten mussten "Enten" geangelt und Pegelstände geschätzt werden. Außer Wertung war der Spaß an einer "Kegelbahn".

Nach einem Punktesystem wurde am Ende aus den knapp 100 Teilnehmern der Tagessieger ermittelt. "Der wird noch nicht verraten", sagte Aktionsleiter Dumler. Erst am 14. September sollen die Sandsack-Champions vorgestellt und "Bayerns Sandsack-Champion" gekürt werden. Ein I-Pad ist zu gewinnen. Auf den Tagessieger aus Kempten wartet ein Überraschungspaket.

Matthias Kurrle, ein Feuerwehrler, und Wasserwachtler Florian Oberle, beide aus Stuttgart, hatten an der THW-Aktion ebenso viel Spaß wie Fabio Häuslein aus Bad Kissingen. Der Siebenjährige war mit Mama, Oma und Opa in Kempten. Bei Station vier lag er mit dem Transport von 18 Sandsäcken in 1,14 Minuten auf einer fünf Meter langen Strecke gut im Rennen.

Auch Marianne Winteroll aus Scheidegg und Roswitha Haug aus Neukirch wollten alle Stationen schaffen. "Den Ehrgeiz, dabei gewesen zu sein, haben wir schon", meinten die beiden gut gelaunt. Das hatten sich auch Tamara Litz und Emelie Rist aus Friedrichshafen vorgenommen, die eigentlich "nur shoppen wollten: "Doch das hier ist viel cooler".

"Ein Tag mit so vielen Besuchern ist für uns eine gute Gelegenheit, um Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben. Und auch, um Ehrenamtliche für unsere Organisation zu gewinnen", sagte Dumler. Das sei auch ein Grund, bei dieser bundesweiten Aktion mitzumachen. Etwa 20 THW-ler waren am Samstag im Einsatz, um über ihre Arbeit und das Know-how zu sprechen und um Fragen rund um die Zivil- und Katastrophenschutz-Organisation und ihre Einsätze zu beantworten.

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