Wandern mit Müllbeutel
10.07.2019 Hier & Heute

Rettet unsere Berge vor Müll: Clean-up Day in den Allgäuer Alpen am Samstag

Die Allgäuer Alpen von Müll befreien: Das wollen Raphael Vogler aus Wangen und Martin Säckl aus Pfronten. Deshalb veranstalten sie am Samstag, 13. Juli, eine allgäuweite Müllsammelaktion in Kooperation mit der Allgäu GmbH – die „Clean-up Days“ (zu deutsch: Aufräum-Tage). 60 Teams mit 300 Leuten sind bereits angemeldet! Hier erfährst Du, wie das Ganze funktioniert und wie Du auch mitmachen kannst.

Vogler und Säckl haben mit ihrem Start-up „Patron Plasticfree Peaks“ 2018 den Allgäuer Gründerpreis für ihre Brotzeitbox mit integriertem Schneidebrett und Messer gewonnen (alles dazu hier). Müllvermeidung ist für beide ein wichtiges Thema. Die Westallgäuer wollten aber noch weiter gehen und direkt vor ihrer Haustüre etwas für die Umwelt tun. So kam ihnen die Idee zu den Clean-up-Days.

Anmelden können sich Teams aus dem ganzen Allgäu. Bei der Aktion sollen Wanderer auf selbst gewählten Touren in den Bergen möglichst viel Müll sammeln. Dafür bekommen sie an mehreren Ausgabestellen eine Ausrüstung zum Müllsammeln gestellt. Die Aktion findet am Vormittag und bei jedem Wetter statt. Im Anschluss wird der Müll im Digitalen Gründerzentrum in Kempten gesammelt.

Rahmenprogramm mit Vorträgen und Party

Hier findet auch das Rahmenprogramm statt. Das beginnt bereits am Freitag, 12. Juli, ab 14 Uhr mit einem „Feierabendhock“ und Vorträgen zum Thema Nachhaltigkeit. Am Samstag findet parallel zur Sammelaktion ab 12 Uhr eine Messe zum Thema Umweltschutz mit Impulsvorträgen statt. Der Eintritt hierzu ist frei. Am Abend gibt es eine Party samt Liveband.

Die aktuelle Müllsammelaktion ist nicht die einzige in der Region. In Kempten sind beispielsweise die „Plogger“ unterwegs – das sind Laufsportler, die mit Abfallzange und Müllbeutel bewaffnet während ihrer Jogging-Tour Müll einsammeln (alles dazu hier). Der Kunstbegriff „Ploggen“ kommt vom schwedischen „plocka“ (das heißt aufsammeln) und joggen. Von März bis Mai wurden so über 500 Kilo Müll im Allgäu „geploggt“.

Es ist wirklich tragisch, was die Leute in der Natur zurücklassen.
Andrea Kaltenbrunner

Auch Privatleute wie Andrea Kaltenbrunner (58) und ihr Lebensgefährte nehmen in den Bergen Müll mit, den andere dort zurückgelassen haben. Die Kemptener sammeln seit Herbst Abfall auf ihren Wandertouren ein. „Es ist wirklich tragisch, was die Leute in der Natur zurücklassen“, sagt Kaltenbrunner.

Windeln waren schon dabei, Schuhsohlen oder Zigarettenkippen. „80 Prozent des Mülls sind aber Taschentücher, die vor allem Frauen bei ihrem Toilettengang zurücklassen“, ärgert sich die 58-Jährige. Die Tempos würden nur langsam verrotten. Weil sich bisher aber nur wenige die Hände am Dreck anderer schmutzig machen wollen, will Kaltenbrunner weitersammeln. Sie hofft dennoch auf mehr Unterstützung und ein wachsendes Umweltbewusstsein der Wanderer. (std)

Anmeldung und Infos zu den Clean-up-Days unter www.plasticfreepeaks.com
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