Künstlergruppe "K-art-on"
27.03.2019 Sehen & Hören

Spiegel-Wunder in der Freudenberg-Unterführung: Komm mit ins 'Reflektarium'

Freudenberg-Unterführung: Neues U1-Projekt
Fühlst Du Dich in Unterführungen wohl? Würdest Du extra einen Umweg gehen, um durch den düsteren Untergrund zu kommen? Eher nicht... Für die Freudenberg-Unterführung solltest Du ab morgen aber eine Ausnahme machen! Die Kemptener Künstlergruppe "K-art-on" hat mit ihrem "U1 - Underground Projekt" den Kemptener Fußgänger-Tunnel zu einem echten Hingucker verwandelt. Und keine Angst, dass Du doppelt siehst. 250 Quadratmeter Spiegel-Folie machen den Underground walk zu einem echten Erlebnis. Was hinter dem Projekt steckt und was Dich im Untergrund erwartet, erfährst Du hier.

Es gibt sie, die Fußgänger in Kempten, die bewusst den Umweg wählen, die die Freudenberg-Unterführung nutzen, um von der Fischerstraße in die Bahnhofstraße oder umgekehrt zu gelangen. Die die Treppen hinabsteigen, um einen Blick auf Schaufenster zu werfen, in denen sich Kunst statt Konsum zeigt. Das "Reflektarium" soll ab 28. März Neugierige anlocken.

Ab Donnerstag, 28.03.2019, kannst Du Dir das Projekt in der Freudenberg-Unterführung selbst anschauen.

Das "U1 - Underground Art Project" wird ab Donnerstag in neuem Glanz erstrahlen, sagt Vorsitzende Traudl Gilbricht. Alle Wände des 600 Quadratmeter großen Areals, inklusive den Schaufenstern, werden mit Aludibond-Spiegelplatten verkleidet. Sobald sich die Betrachter den Schaufenstern nähern, geht dort ein Licht an: Die Kunst wird sichtbar und die Betrachter sollen durch Verspiegelungen selbst Bestandteil der Kunstpräsentation werden.

250 Quadratmeter Spiegelfolien wurden inzwischen verlegt. Die Idee zu diesem "Reflektarium" hatte der Buchloer Künstler René Nébas. Ihn faszinierte der ungewöhnliche Schaufenster-Ausstellungsraum in der Unterführung. Für die teilnehmenden zehn Künstler ist das Konzept gegenseitiger Durchdringung eine Herausforderung, sagt der 57-Jährige.

Es gehe nicht nur um die Präsentation eines Werkes, sondern auch darum, inwieweit Werk und Betrachter miteinander verschränkt werden. Eingebaut ist auch ein futuristisch anmutender, verspiegelter Raumteiler, der die Fußgänger mit Fragen wie "Wer warst du?", "Was willst du werden?" oder "Wer bist du?" konfrontiert. Dort wird es eine Videoarbeit von Nebas zu sehen sein, die sich mit der Zeit - mit Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft - beschäftigt, aber auch mit Themen wie Unendlichkeit, Entgrenzung, Metamorphose und Neuerfindung. Neben Nebas und Gilbricht wirken bei der Premieren-Schau "Jetzt!" ab 28. März mit: Antoniette Fraedrich, Lis Schubert, Bärbl Auer, Ecke Recla, Bernd Henkel, Gerhard Weiss, Barbara Wolfart und Eva-Caroline Dornach.

30.000 Euro kostet das Reflektarium-Projekt. Die Künstlergruppe K-art-on kann dies nur mit Hilfe vieler Sponsoren schultern, sagt Traudl Gilbricht. Dazu gehören neben der Stadt, die Sozialbau auch der Kulturfonds Bayern. Das "Reflektarium" soll über einen langen Zeitraum Bestand haben und durch verschiedene themenbezogene Ausstellungen (Jetzt, Frei-Raum, Farbe bekennen, Aufbruch) immer wieder von Neuem die Menschen zu einem Gang in den Untergrund animieren.


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