Oberstdorferin hilft Freundin
06.02.2020 Sport & Action

Olympiasiegerin Aljona Savchenko unterstützt schwer verunglückte Eiskunstläuferin

Auch die Eiskunstlauf-Fans im Allgäu kannten sie: Die Ukrainerin Olga Pustovit raubte ihnen den Atem, wenn sie hoch über der Eisfläche im Oberstdorfer Eissportzentrum an Seilen oder Ringen akrobatischen Kunststücke vollbrachte. Beim Training ist die 35-jährige zweifache Mutter jetzt schwer verunglückt, kämpfte tagelang um ihr Leben! Wie ihre Freundin, Paarlauf-Olympiasiegerin Aljona Savchenko, jetzt helfen will...

Olga Pustovit (ihre Kinder sind fünf und acht Jahre alt) hatte einen vollen Terminkalender, weltweit wurde sie für Eisgalas, Revuen und Show-Veranstaltungen gebucht. Auch bei den Olympischen Jugendspielen in Lausanne (hier mehr über die jüngste Allgäuer Teilnehmerin) sollte sie Anfang des Jahres ihre Kunststücke auf und über dem Eis zeigen.

Doch bei den Proben zwei Tage vor der Eröffnungsfeier passierte ein verhängnisvoller Unfall. Pustovit stürzte bei einer Reifennummer aus etwa fünf Metern Höhe auf den Boden der Waadtländer Eis-Arena in Malley unweit von Lausanne.

Lebensgefährliche Verletzungen

Wie die Polizei damals mitteilte, wurde die Eiskunstläuferin lebensgefährlich verletzt. Pustovit musste mehrfach operiert werden, lag mehrere Tage im Koma. Vor einigen Tagen dann wurde bekannt, dass die 35-Jährige die medizinischen Eingriffe gut überstanden und die Intensivstation verlassen habe.

Sie erhole sich langsam, schreibt ihre Eiskunstlauf-Freundin Natalia Vulf, die nun im Internet eine weltweite Spendenaktion gestartet hat – unter dem Motto „Helft Olga ihr Leben zurückzugewinnen“. 50.000 Euro will sie für die weiteren Behandlungen und die Therapie von Olga Pustovit sammeln. Eine Verlegung in eine Spezialklinik nach Sankt Petersburg sei notwendig. Innerhalb von wenigen Tagen sind bis gestern Nachmittag schon über 20.000 Euro zusammengekommen.

Auch Aljona Savchenko, die Paarlauf-Olympiasiegerin aus Oberstdorf, unterstützt die Kampagne. Die 36-Jährige schrieb in den sozialen Netzwerken: „Bitte helft meiner Freundin – sie ist so eine tolle und talentierte Person. Es ist so traurig, was ihr passiert ist. Wir haben schon mehrfach zusammengearbeitet. Helft ihr wieder auf die Beine zu kommen.“

Freundinnen bitten um Spenden

Olga Pustovit meldete sich gestern auf der Spendenseite erstmals zu Wort und schickte aus dem Krankenhaus ein erschütterndes Foto von sich selbst: den Kopf komplett verbunden, ein Auge abgedeckt, zahlreiche Kabel und Schläuche hängen an ihrem Körper, die rechte Hand eingegipst.

Dazu schreibt sie: „Ich habe viel geweint in den letzten Wochen – wegen des Schmerzes, weil es passiert ist und ich nichts mehr ändern kann. Aber es gibt auch Tränen des Glücks. Ich bin froh, dass ich so unglaublich tolle Leute um mich herum habe.“

Den bisherigen Spendern dankte sie: „Ich sende Euch meine Liebe und umarme Euch stark mit meinem gebrochenen Arm.“

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