Debüt im Allgäu
30.01.2019 Sport & Action

Neuer Eishockey-Bundestrainer: Erstes Spiel am Dienstag in Memmingen

AZ
Das nächste große Wintersport-Highlight im Allgäu steht vor der Tür: Am kommenden Dienstag, 5.2., steigt in Memmingen zum ersten Mal seit zehn Jahren wieder ein Eishockey-Länderspiel der Männer: Beim Duell des U24-Perspektivteams des DEB gegen die Schweiz können die Fans nicht nur künftige Olympia-Stars von morgen sehen, sondern auch das Debüt vom neuen Bundestrainer Toni Söderholm erleben. Hier erfährst Du, warum die Wahl auf Memmingen fiel und wo's noch Karten gibt.

An Memmingen haben die Verantwortlichen des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) gute Erinnerungen. Als die deutsche Nationalmannschaft vor fast genau zehn Jahren, am 18. April 2009, zum letzten Mal im Eisstadion am Hühnerberg zu Gast war, gewann sie – damals noch mit Coach Uwe Krupp – ein WM-Vorbereitungsspiel gegen Dänemark deutlich mit 7: 2. Über 3.300 Zuschauer waren euphorisch dabei. Wenn es am kommenden Dienstag (ab 19.30 Uhr) auch nur annähernd so gut läuft, wäre DEB-Sportdirektor Stefan Schaidnagel (37, Sonthofen) schon rundum zufrieden. Zum ersten Mal geht in Memmingen das Perspektivteam des DEB, eine U24-Auswahl, gegen die Schweiz aufs Eis.

Schaidnagel ist glücklich darüber, dass die Premiere des sogenannten „Top-Team Peking“ im Allgäu stattfindet. „Wir wollen damit zeigen, dass diese Region sehr wichtig fürs deutsche Eishockey ist“, sagt er. Und gleichermaßen sei diese Partie auch ein Dank für die großartige Unterstützung der deutschen U20-Mannschaft bei der B-WM Anfang Dezember vergangenen Jahres in Füssen. „Da hat man gesehen, dass die Leute hier heiß sind auf Eishockey“, sagt Schaidnagel.

Vorverkauf: Tickets sind an den Vorverkaufsstellen des ECDC Memmingen erhältlich sowie telefonisch unter (01806) 99 22 01 und im Internet www.deb-online.de/tickets

Hinter der Idee des Perspektivteams für die größten Talente des Landes steckt ein langfristiger Plan. Der Sportdirektor erklärt: „Wir haben diesen Schritt beim Weltkongress zusammen mit den Schweizer Kollegen eingeleitet. Wir sind der Meinung, dass der Sprung von der U20 zur A-Nationalmannschaft auch bei den Top-Nationen für viele noch zu groß ist. Natürlich gibt es immer wieder Ausnahmespieler, die das schaffen. Aber der Durchschnittsspieler packt das eben nicht auf Anhieb. Und hier kommt das Perspektivteam ins Spiel.“ Mittlerweile sind auch andere nationale Eishockey-Verbände auf das DEB-Konzept aufmerksam geworden, unter anderem die Finnen und die Slowaken. Sie wollen, erklärt Schaidnagel, künftig ebenfalls solche Auswahlteams fest installieren.

Dass Deutschland in Memmingen auf die Schweiz trifft, ist freilich kein Zufall. Denn die Nachbarn gelten international als Vorbild in Sachen Nachwuchsarbeit und leisten seit vielen Jahren ausgezeichnete Arbeit. „Sie haben vor zehn Jahren ein eigenes Ausbildungsmodell entwickelt und ernten jetzt die ersten Früchte“, sagt Schaidnagel. Im vergangenen Jahr wurde die Nationalmannschaft Vize-Weltmeister, die U20 kam bei der WM im Dezember in Vancouver bis ins Halbfinale. „Das ist ein sehr guter Prüfstein für uns“, meint der Sonthofer.

Premiere für Toni Söderholm

Mit Spannung wird erwartet, wie der neue Bundestrainer Toni Söderholm diese Herausforderung meistert. Für den 40-Jährigen ist es das erste Spiel als Chef an der Bande der Nationalmannschaft. Schaidnagel: „Natürlich ist das Ergebnis am Ende für Spieler und Zuschauer wichtig. Aber es geht in erster Linie darum, Söderholms Spielphilosophie, nämlich offensives Eishockey, umzusetzen.“

Beim 7: 2 vor zehn Jahren glänzte übrigens der Füssener Michael Wolf mit drei Toren. Neben ihm waren aus dem Allgäu auch Torwart Dennis Endras (Sonthofen) und Sebastian Osterloh (Kaufbeuren) dabei. Für das Spiel am kommenden Dienstag sind mit Markus Eisenschmid (24) und Tim Wohlgemuth (19, beide Kaufbeuren) erneut zwei Talente aus der Region nominiert.

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