Brand im Oberallgäu
07.01.2020 Hier & Heute

Nach Feuer in Weitnau: Leiche in Brandruine gefunden

Brandruine Weitnau
Im Oberallgäuer Weitnau wird ein Haus in der Nacht auf Dienstag zerstört. Die Einsatzkräfte finden eine Leiche. Eine zweite Person ist noch vermisst. Ein Bagger trägt die Überreste des Gebäudes ab.

Niedergebrannt ist in der Nacht auf Dienstag ein Einfamilienhaus im Weitnauer Ortsteil Klausenmühle (Oberallgäu). Nach dem Feuer waren zwei Bewohner – ein 48 und 49 Jahre altes Ehepaar – vermisst. Am Dienstagnachmittag wurde dann in der Brandruine eine Leiche gefunden und geborgen. Deren Identität ist aufgrund der starken Verbrennungen noch unklar.

Eine Obduktion des Leichnams ist für Ende dieser Woche vorgesehen. Nach der zweiten vermissten Person wird noch gesucht. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird auch sie ein Opfer des Brandes geworden sein.

Das Feuer war zunächst im Dachstuhl des Hauses ausgebrochen. Schnell griffen die Flammen jedoch auf das gesamte Gebäude über. Als die Einsatzkräfte eintrafen, stand das Haus bereits in Vollbrand. Während der Löscharbeiten stürzte das Dach ins Erdgeschoss. Ein Betreten der Brandstelle war wegen der Einsturzgefahr des restlichen Gebäudes nicht möglich.

Etwa 100 Kräfte im Einsatz

An dem Einsatz waren laut dem Oberallgäuer Kreisbrandrat Michael Seger etwa 100 Kräfte der Feuerwehren Kleinweiler, Wengen und Weitnau beteiligt. Die ganze Nacht und auch am frühen Dienstagmorgen musste die Feuerwehr immer wieder Glutnester löschen.

Inzwischen hat ein Bagger damit begonnen, das eingestürzte Dach des Hauses abzutragen. „Das muss sehr vorsichtig gemacht werden“, sagte dazu am Mittag ein Polizeisprecher: Denn es könne sein, dass sich tatsächlich noch jemand unter den Trümmern befindet. Auch wenn die Überlebenschancen in diesem Fall gegen Null gingen. Dass die Einschätzung des Polizeisprechers richtig war, bestätigte sich am Nachmittag. Unter den Trümmern entdeckten die Rettungskräfte eine Leiche – vermutlich der vermisste Ehemann oder die vermisste Ehefrau. Die Suche nach dem zweiten Hausbewohner ist nach Einbruch der Dunkelheit abgebrochen worden.

Am Mittwoch soll der Bagger erneut Teile des völlig zerstörten Hauses abtragen. Die weiteren Ermittlungen hat die Kriminalpolizei Kempten übernommen. Außerdem wird ein Sachverständiger des Landeskriminalamtes eingeschaltet. Laut Polizeipräsidium Schwaben Süd/West kann zur Brandursache und dem entstandenen Sachschaden noch nichts Konkretes gesagt werden. Vermutlich liegt der Schaden aber bei weit über 100 000 Euro.

Anwohner löscht die Flammen

Ungeklärt ist auch noch die Ursache eines Brandes, der am Dienstag in der Früh in der Ostallgäuer Kreisstadt Marktoberdorf ausgebrochen ist. Kurz nach 8 Uhr war auf der Terrasse eines Einfamilienhauses ein Feuer entstanden. Durch die Hitze wurde die angrenzende Wohnzimmertür von den Flammen erfasst und stark beschädigt.

Noch bevor das Feuer komplett auf das Wohnhaus überspringen konnte, gelang es einem aufmerksamen Anwohner, die Flammen zu löschen. Dabei verletzte sich der Mann leicht. Die inzwischen alarmierte Feuerwehr konnte dann das Feuer endgültig unter Kontrolle bringen. Durch den Brand in Marktoberdorf ist nach Einschätzung des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West ein mittlerer fünfstelliger Sachschaden entstanden. Die Ermittlungen zu diesem Fall laufen noch.

Am Dienstag-Nachmittag ist es ferner zu einem Kaminbrand auf einem Bauernhof in Lechbruck (Ostallgäu) gekommen. Die Feuerwehr ließ den Kamin kontrolliert abbrennen. Eine Gefahr für das Anwesen bestand somit nicht. Der Kamin war regelmäßig überprüft und gewartet worden.

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