"Netteinander"-Community
12.11.2019 Hier & Heute

Mit Quiz-App auf Erfolgskurs! Diese Geschwister gewinnen Allgäuer Gründerpreis

„Damit haben wir überhaupt nicht gerechnet“, sagt Janosch Schmidt. Seine Schwester Laura ergänzt: „Die Konkurrenz war sehr groß.“ Ihre Firma „netteinander“ hat jetzt den 6. Allgäuer Gründerpreis 2019 gewonnen. Auf der Bühne im Allgäuer Gründerzentrum in Kempten setzen sie sich gegen fünf Konkurrenten durch.

Die drei Unterallgäuer aus Woringen wissen auch schon, für was sie das Preisgeld in Höhe von 6000 Euro investieren möchten: „Wir werden davon ein Video produzieren, das kurz erklärt, was unsere App macht“, sagt Laura Schmidt. Denn das sei auch an diesem Abend wieder die Schwierigkeit: Die Quiz-App von „netteinander“ in fünf Minuten zu erklären. So lange haben die fünf Gründer-Teams nämlich Zeit, das Publikum und die fünfköpfige Jury von ihrem Produkt zu überzeugen.

Die Quiz-App von „Netteinander“ funktioniert so: Der Spieler beantwortet Fragen, die von Nicht-Regierungsorganisationen, wie beispielsweise dem Deutschen Alpenverein, gestellt werden. Thematisch drehen sich diese um ökologische, soziale und wirtschaftliche Probleme und Lösungen. Beantwortet der Spieler eine Frage richtig, sammelt er Geld. Am Ende des Quiz spendet er die erspielte Summe an ein vorher ausgewähltes Projekt. Der Spieler muss dabei selbst nicht in die Tasche greifen – nachhaltige Unternehmen finanzieren die Spende, indem sie Werbung schalten.

„Wir wollen die größte nachhaltige Community Deutschlands bilden“, sagt Laura Schmidt. Wie das gehen soll? Jeder habe ständig sein Smartphone griffbereit und könne zu jedem Zeitpunkt von jedem Ort aus das Quiz spielen. Mit dem Projekt möchten die Geschwister die Welt ein Stück besser machen.
Den dritten Platz (2000 Euro) belegen Hannes Vatter und Adrian Kaul von dem Kemptener Projekt „Squarewave“ – ein Würfel, bestückt mit über 24 500 LEDs.

„Egal wo wir den Würfel zeigen, er ist immer ein Publikumsmagnet“, sagt Adrian Kaul. Während der fünfminütigen Präsentation zeigt Vatter was der Würfel kann: So läuft das Logo der Allgäu GmbH über die Oberfläche oder der Würfel blinkt im Takt der Musik. Spielefans können damit auch den Klassiker „Snake“ spielen – eine Schlange, die im Laufe des Spiels kleine Teile frisst und immer länger wird. Steuert der Spieler den Kopf gegen den Rumpf der Schlange, verliert er.

Das Publikum und die Jury wählen die Firma „Canary Works“ aus dem Oberallgäuer Haldenwang auf den zweiten Platz. Damit dürfen sich Christoph Wölfle und Thomas Deniffel über 4000 Euro freuen. Mit Warnweste, Sicherheitsschuhen und Bauhelm steht Deniffel auf der Bühne. In der Hand hält er eine kleine Mini-Drohne. Die Idee hinter dem Projekt: Ein Schwarm aus Drohnen soll Fehler bei Neubauten frühzeitig erkennen. „Wir wollen damit die Kosten für Fehler drastisch reduzieren“, sagt Deniffel. In der Nacht scannen die Drohnen die Baustelle und fertigen ein 3-D-Modell an. Ein Computer vergleicht daraufhin ganz automatisch den Ist-Zustand mit den hinterlegten Bauplänen. Gibt es Abweichungen – hängt beispielsweise eine Decke durch – schlägt eine Software alarm. Die Bauleiter können am nächsten Tag sofort darauf reagieren. „Wir wollen damit die Baubranche revolutionieren“, sagt Deniffel.
Weitere Firmen, die um den Gründerpreis gekämpft haben, waren „Picture Framing“, die eine Software für personalisierte Videos anbietet und „Lieblingsbräute“, die eine Online-Plattform für Hochzeitsartikel aus zweiter Hand betreibt.

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