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17.10.2019 Hier & Heute

Memmingen geht ein Licht auf: Neue Beleuchtung für Altstadt getestet

Die Memminger Altstadt ins rechte Licht rücken – daran arbeitet eine Gruppe von Planern und Ingenieuren seit Monaten. Als sie in der Innenstadt in einigen Straßen und Parks neue Lampen und Strahler erstmals provisorisch aufbauen, nutzen mehr als 250 Menschen das Angebot und betrachten Gebäude, Mauern und Türme in einem anderen Licht. Doch es gibt auch Kritik! Wir waren natürlich auch dabei und zeigen Dir die Impressionen in unserer Foto-Galerie.

In der Ulmer Straße wirft ein Strahler Licht auf ein Eck des historischen Grimmelhauses. Die hellen vorstehenden Obergeschosse dienen als Orientierungspunkt in der Altstadt, erklärt Stadtplaner Uwe Knappschneider vom Unternehmen „Licht Raum Stadt Planung“. Gerade für Touristen sei es wichtig, „dass die herausragenden Gebäude gut erkennbar sind“. Das Ulmer Tor und der Durchgang der Stadtmauer „am Einlaß“ sind in der Dunkelheit von Weitem zu sehen.

Lichtmasterplan in Memmingen

Gebäude, Mauern und Türme der Memminger Altstadt in einem anderen Licht zeigen, das ist das Ziel des neuen Konzepts "Altstadt Leuchten" in der Maustadt. Bei einem ersten Probelauf waren 250 Interessierte dabei. Uwe Hirt
Gebäude, Mauern und Türme der Memminger Altstadt in einem anderen Licht zeigen, das ist das Ziel des neuen Konzepts "Altstadt Leuchten" in der Maustadt. Bei einem ersten Probelauf waren 250 Interessierte dabei. Uwe Hirt
Gebäude, Mauern und Türme der Memminger Altstadt in einem anderen Licht zeigen, das ist das Ziel des neuen Konzepts "Altstadt Leuchten" in der Maustadt. Bei einem ersten Probelauf waren 250 Interessierte dabei. Uwe Hirt
Gebäude, Mauern und Türme der Memminger Altstadt in einem anderen Licht zeigen, das ist das Ziel des neuen Konzepts "Altstadt Leuchten" in der Maustadt. Bei einem ersten Probelauf waren 250 Interessierte dabei. Uwe Hirt
Gebäude, Mauern und Türme der Memminger Altstadt in einem anderen Licht zeigen, das ist das Ziel des neuen Konzepts "Altstadt Leuchten" in der Maustadt. Bei einem ersten Probelauf waren 250 Interessierte dabei. Uwe Hirt
Gebäude, Mauern und Türme der Memminger Altstadt in einem anderen Licht zeigen, das ist das Ziel des neuen Konzepts "Altstadt Leuchten" in der Maustadt. Bei einem ersten Probelauf waren 250 Interessierte dabei. Uwe Hirt
Gebäude, Mauern und Türme der Memminger Altstadt in einem anderen Licht zeigen, das ist das Ziel des neuen Konzepts "Altstadt Leuchten" in der Maustadt. Bei einem ersten Probelauf waren 250 Interessierte dabei. Uwe Hirt
Gebäude, Mauern und Türme der Memminger Altstadt in einem anderen Licht zeigen, das ist das Ziel des neuen Konzepts "Altstadt Leuchten" in der Maustadt. Bei einem ersten Probelauf waren 250 Interessierte dabei. Uwe Hirt
Gebäude, Mauern und Türme der Memminger Altstadt in einem anderen Licht zeigen, das ist das Ziel des neuen Konzepts "Altstadt Leuchten" in der Maustadt. Bei einem ersten Probelauf waren 250 Interessierte dabei. Uwe Hirt
Gebäude, Mauern und Türme der Memminger Altstadt in einem anderen Licht zeigen, das ist das Ziel des neuen Konzepts "Altstadt Leuchten" in der Maustadt. Bei einem ersten Probelauf waren 250 Interessierte dabei. Uwe Hirt
Gebäude, Mauern und Türme der Memminger Altstadt in einem anderen Licht zeigen, das ist das Ziel des neuen Konzepts "Altstadt Leuchten" in der Maustadt. Bei einem ersten Probelauf waren 250 Interessierte dabei. Uwe Hirt
Gebäude, Mauern und Türme der Memminger Altstadt in einem anderen Licht zeigen, das ist das Ziel des neuen Konzepts "Altstadt Leuchten" in der Maustadt. Bei einem ersten Probelauf waren 250 Interessierte dabei. Uwe Hirt
Gebäude, Mauern und Türme der Memminger Altstadt in einem anderen Licht zeigen, das ist das Ziel des neuen Konzepts "Altstadt Leuchten" in der Maustadt. Bei einem ersten Probelauf waren 250 Interessierte dabei. Uwe Hirt
Gebäude, Mauern und Türme der Memminger Altstadt in einem anderen Licht zeigen, das ist das Ziel des neuen Konzepts "Altstadt Leuchten" in der Maustadt. Bei einem ersten Probelauf waren 250 Interessierte dabei. Uwe Hirt
Gebäude, Mauern und Türme der Memminger Altstadt in einem anderen Licht zeigen, das ist das Ziel des neuen Konzepts "Altstadt Leuchten" in der Maustadt. Bei einem ersten Probelauf waren 250 Interessierte dabei. Uwe Hirt
Gebäude, Mauern und Türme der Memminger Altstadt in einem anderen Licht zeigen, das ist das Ziel des neuen Konzepts "Altstadt Leuchten" in der Maustadt. Bei einem ersten Probelauf waren 250 Interessierte dabei. Uwe Hirt
Gebäude, Mauern und Türme der Memminger Altstadt in einem anderen Licht zeigen, das ist das Ziel des neuen Konzepts "Altstadt Leuchten" in der Maustadt. Bei einem ersten Probelauf waren 250 Interessierte dabei. Uwe Hirt
Gebäude, Mauern und Türme der Memminger Altstadt in einem anderen Licht zeigen, das ist das Ziel des neuen Konzepts "Altstadt Leuchten" in der Maustadt. Bei einem ersten Probelauf waren 250 Interessierte dabei. Uwe Hirt
Gebäude, Mauern und Türme der Memminger Altstadt in einem anderen Licht zeigen, das ist das Ziel des neuen Konzepts "Altstadt Leuchten" in der Maustadt. Bei einem ersten Probelauf waren 250 Interessierte dabei. Uwe Hirt
Gebäude, Mauern und Türme der Memminger Altstadt in einem anderen Licht zeigen, das ist das Ziel des neuen Konzepts "Altstadt Leuchten" in der Maustadt. Bei einem ersten Probelauf waren 250 Interessierte dabei. Uwe Hirt
Gebäude, Mauern und Türme der Memminger Altstadt in einem anderen Licht zeigen, das ist das Ziel des neuen Konzepts "Altstadt Leuchten" in der Maustadt. Bei einem ersten Probelauf waren 250 Interessierte dabei. Uwe Hirt

Beim Ulmer Tor entscheiden sich die Planer für eine Bestrahlung aus der Stadt kommend auf der linken Seite, die nach rechts hin schwächer wird. „Dieser Verlauf erzeugt Spannung und zeigt, dass es sich um einen dreidimensionalen Körper handelt“, sagt Knappschneider. Zudem scheinen Lampen auf dem Wehrgang – „damit wir auch ein waagrechtes Element neben dem Tor haben“, erklärte Knappschneider.

Positiv überrascht

„Die Ulmer Straße sieht einfach toll aus“, lobt Bürgerin Roswitha Marquart. Es sei für den Tourismus gut, solch ein Beleuchtungskonzept in der Altstadt zu haben, glaubt sie. Ihr Mann Johannes pflichtet ihr bei: „Ich habe mir überlegt, ob ich überhaupt herkommen soll und bin jetzt positiv überrascht. Das hebt das ganze Stadtbild“, sagt er.

Was mit Licht alles möglich ist, zeigen die Planer an der Stadtmauer. Dort leuchten sie zwei Abschnitte mit unterschiedlichen Techniken aus. Neben dem Bettelturm werfen große Strahler frontal Licht auf die Mauer, davor erheben sich die schwarzen Silhouetten der Bäume. „Direkt neben der Stadtmauer ist es normal richtig dunkel. Wenn wir mit so einer Beleuchtung arbeiten, muss das Funktionallicht der Straßen und Wege gar nicht mehr so hell sein“, erläuterte Knappschneider.

Wir haben so eine hübsche Altstadt, da muss man viel mehr daraus machen.
Marlies Dümmler

Entlang der Stadtmauer am Zollergarten nutzen die Planer eine andere Technik. Direkt am Fuß der Maier strahlen Lampen fächerartig nach oben. Durch die unmittelbare Nähe fällt kein Licht in die Ritzen zwischen den Ziegelsteinen, wodurch die Struktur der Maueroberfläche deutlich hervortritt. Diese Art der Beleuchtung gefällt den Menschen besonders gut – sie ist aber auch aufwendiger. „Das ist preislich um ein Vielfaches teurer“, beantwortet Knappschneider eine entsprechende Frage.

Was sie an diesem Abend zu sehen bekommt, überzeugt Marlis Dümmler. „Wir haben so eine hübsche Altstadt, da muss man viel mehr daraus machen“, sagt sie. Die Trunkelsbergerin nimmt zusammen mit ihrem Mann Günther an der Führung teil. „Wenn man nur mal die Ecke Zollergraben nimmt, die ist rabenschwarz bei Nacht. Da ist das Licht ein reiner Sicherheitsaspekt – abgesehen davon, dass es gut aussieht“, ergänzt dieser.

Kritik von Naturschützern

Bedenken gegenüber der neuen Beleuchtung äußert die Kreisgruppe des Bund Naturschutz. Stellvertretend für den Vorstand erklärt Schriftführer Harald Ruck: „Insekten kommen nachts durch Lichtquellen in Stress und sterben teilweise daran.“ In Memmingen sollen die Lichter künftig um 11 Uhr erlöschen – so schreibt es der Freistaat vor. „Die Stadt gehorcht den Buchstaben des Gesetzes, aber der Geist des Volksbegehrens ist nicht erkennbar“, sagt Harald Ruck. Sein Vorschlag für mehr Artenschutz: Die Lichter ein oder zwei Stunden vorher ausschalten und so einen Kompromiss zwischen Ästhetik und Umweltschutz schaffen.

Während der Führung darauf angesprochen erklärt Knappschneider, dass er Lichtfarben verwende, von denen Insekten weniger angezogen werden. „Wir schonen die Insekten mit warmweißem Licht mehr als mit gelbem Licht. Aber wo Licht ist, sind auch Insekten.“

An anderen Stellen in der Altstadt möchte das Planerteam bisherige unnötige Beleuchtung abbauen. Dass der Lichtmasterplan deshalb auch eine Chance für mehr Umweltschutz sein kann, betont der Memminger BN-Vorsitzende Florian Frey: „Ich habe das Gefühl, dass die Planer durchaus die Zeichen der Zeit erkannt haben und verantwortungsbewusst mit Energie umgehen. Als Bürger kann ich gut nachvollziehen, dass man Sehenswürdigkeiten in Szene setzen will. Aber man muss auch alte und ökologisch ineffiziente Lampen abschalten – und das im ganzen Stadtgebiet“, fordert er.

Das Planerteam wertet nun die Rückmeldungen der Bürgerinnen und Bürger aus und konkretisiert die einzelnen Maßnahmen.

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