Maxi Schafroth derbleckt
12.03.2019 Sehen & Hören

Mama war gestern, Maxi ist heute! Allgäuer Kabarettist auf dem Nockherberg

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Gut oder eher gut gemeint? Der Unterallgäuer Kabarettist Maxi Schafroth hat seinen Einstand beim Politiker-Derblecken gegeben. Wie sein Nockherberg-Debüt ankam, erfährst Du hier.

Nach acht Jahren „Mama Bavaria“ Luise Kinseher zieht in diesem Jahr zum ersten Mal der Allgäuer Maxi Schafroth die versammelte Politik-Prominenz durch den Kakao – zwischendurch mit ein paar Längen, mitunter auch etwas arg grob wie mit FDP-Vize Wolfgang Kubicki, aber unterm Strich bissig und gekonnt.

Der 34-Jährige tritt nicht als Mönch auf wie einst Bruno Jonas, Django Asül oder Michael Lerchenberg, sondern schlicht als Maxi Schafroth: „Keine aufgesetzte Schauspielerei hier oben“, erklärt er gleich zu Beginn seiner Rede: „Das ist dein Kompetenzbereich, lieber Markus Söder.“

Es geht also gleich gut los mit dem neuen Fastenprediger, der danach nach links wie rechts kräftig austeilt. Er durchschaue das Phänomen Hubert Aiwanger, erklärt er etwa: Die Welt werde immer komplexer, „keiner checkt mehr irgendwas“. Doch dann komme der Freie-Wähler-Chef „und die Leut’ denken sich, jawohl, da ist noch einer überfordert“.

Markus Söder verortet Schafroth in der politischen Pubertät: „Wenn man seine Rolle in der Welt sucht, weiß man nicht, werd’ ich nett, werd’ ich a Depp.“ Barbara Stamm vom Landtags-Thron zu bekommen, habe ihn dagegen an „Industrieanlagen-Rückbau“ erinnert: „Man wusst’ ja gar nicht mehr, wo hört der Stuhl auf, wo fängt die Stamm an.“ Und Innenminister Joachim Herrmann bekommt den schönen Titel: „Der Katholik mit der Lizenz zum Abschieben.“

Doch nicht nur die CSU, auch die Grünen hätten sich arg verändert: „Da war meine Mama ja grüner“, findet Schafroth mit Blick auf deren steinharte Dinkel-Mürbteigtaler. Und die Grünen-Wähler? Fahren ein Hybrid-SUV mit „Elektrozahnbürstenzusatzmotor, damit’s noch die Öko-Prämie einsacken können“. Am Ende steht der halbe Saal. Gelungene Premiere für den Allgäuer Maxi Schafroth. Die komplette Fastenpredigt gibt's übrigens bei den Kollegen der Augsburger Allgemeinen. 

Auf Twitter waren die User allerdings meist nicht ganz so begeistert von Maxis Debüt: 




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