Lukrativen Markt erobert
14.01.2020 Land & Leute

Luxus-Flugreisen wie die Stars: Ein Allgäuer Unternehmen macht's möglich

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Champagner, Endlos-Beinfreiheit auf Ledersitzen und Relaxen in der Business-Class: Davon träumt so mancher Fluggast, der sich in einen Billigflieger gezwängt hat. Das Kemptener Unternehmen „Destination Touristik“ macht Luxus über den Wolken möglich. Matthias Levinger hat sich mit seinem Team von „vornesitzen.de“ auf Premium-Flugreisen spezialisiert. Für seine Kunden findet er besondere Angebote für Business oder First-Class-Flüge. Damit hat er eine Nische gefunden, in der er das Allgäuer Unternehmen als Marktpionier platziert hat. Wie es dazu kam, mit welch speziellen Wünschen er es zu tun hat und wie er zu Luxus-Flugreisen in Zeiten der Klimakrise steht, erfährst Du hier.

Zu seinem Kundenstamm zählen Familien, Vielflieger, aber auch Unternehmensvorstände oder Promis, die man aus der Boulevardpresse kennt. Alle vereint in dem Wunsch, einen guten Deal bei der Buchung ihres Business oder First Class-Fluges zu machen, es geht schließlich oftmals um tausende Euro. Schlupflöcher im Buchungssystem finden und clevere Routenplanung sind das Tagesgeschäft von Matthias Levinger, Geschäftsführer des Reisedienstleisters „Destinations Touristik“ und Gründer des zugehörigen Online-Portals „vornesitzen.de“.

Aber er und sein Team sind längst mehr geworden, als die Anlaufstelle für eine persönliche Beratung zum Premium-Flug. Heute sitzt Levinger in der Lobby des Hotels Peterhof, das er übernommen hat, und reflektiert den Werdegang seiner Firma. „Es ist wirklich kurios. Manchmal bekommen wir jemandes ganze Lebensgeschichte erzählt.“ Bis hierhin war es ein langer Weg. Angefangen hat alles 1993, als der gebürtige Münchener und Touristik-Student in Kempten sein Unternehmen gründete.

Durch unsere jahrelange Erfahrung und ständige Marktbeobachtung finden wir Angebote, die keine Buchungsmaske liefern kann. Da können wir schon ein bisschen zaubern...
Matthias Levinger

Zunächst in einer ganz anderen Sparte: Levinger verkaufte Tickets zu den Shows von Siegfried & Roy in den USA. Seine Monopolstellung habe es ihm erlaubt, damals pro Ticket einen ordentlichen Aufschlag zu nehmen, erzählt er. Doch als die Popularität der beiden Künstler nachließ, musste ein neues Konzept her. Der Gedankengang sei simpel gewesen: „Unsere gemeinsame Leidenschaft war schon damals das Fliegen. Genauer gesagt, das luxuriöse Fliegen.“

So besetzte Matthias Levinger im Jahr 2000 als erster eine Nische: Die telefonische Beratung und Buchung von Premium-Flügen. Aber was bietet die Firma, dass ihre Kunden auch im Online-Zeitalter dazu bringt, anstatt schnell selbst online zu buchen, das Destinations-Team zu beauftragen? „Wir gehen immer stark auf die Wünsche unserer Kunden ein."

Über die Hälfte sparen

"Will beispielsweise eine vierköpfige Familie Business Class von Frankfurt nach Los Angeles fliegen, wird das ziemlich teuer. Durch unsere jahrelange Erfahrung und ständige Marktbeobachtung finden wir aber Angebote, die keine Buchungsmaske liefern kann.“ So könne etwa jemand, der mit Zwischenstopp fliegt, gegenüber einem Direktflug häufig über die Hälfte des Preises sparen.
„Da können wir schon ein bisschen zaubern“, sagt Levinger.

Hin und wieder käme es auch zu spektakulären Buchungen: „Auch, wenn mittlerweile alles stark technologisiert ist, tippen immer noch Menschen die Preise bei einer Fluggesellschaft ins System. Da passieren gelegentlich Fehler und es wird eine Null vergessen. So kostet ein Flug dann plötzlich 600 statt 6.000 Euro“, sagt Levinger.

Die Möglichkeit, Business Class zu einem günstigeren Preis zu fliegen, sei natürlich auch für Vielflieger interessant. „Denen geht es darum, mit einem Flug möglichst viele Meilen zu sammeln.“ Mit entsprechend vielen gesammelten Meilen können Fluggäste einen besonderen Status bei einer Airline erreichen, der mit verschiedenen Annehmlichkeiten verbunden ist.

Wir haben überraschend viele C-Promis als Kunden, die so einen Flug extra für einen Instagram-Post buchen und sich das sonst vielleicht gar nicht leisten könnten.
Matthias Levinger

Dass dieses Hobby in der heutigen Zeit ethisch nicht mehr ganz vertretbar sei, wisse auch Levinger. „Ich selbst laufe immer zur Arbeit und trenne meinen Müll, um das wenigstens ein bisschen auszugleichen“, sagt er. Über die Zukunft des Fliegens äußert er sich vorsichtig. „Ich bin Daueroptimist. Die Menschen werden immer von A nach B reisen müssen und es gibt keine echte Alternative zum Flugzeug. Aber wer weiß schon, was die Zukunft bringen wird.“

Das Interessanteste an seinem Beruf seien die Leute am anderen Ende des Telefons. „Wir haben überraschend viele C-Promis als Kunden, die so einen Flug extra für einen Instagram-Post buchen und sich das sonst vielleicht gar nicht leisten könnten“, sagt Levinger. Den Hörer nehme er selbst nicht mehr in die Hand, er kümmere sich mittlerweile exklusiv um die Weiterentwicklung des Unternehmens. „Mein Team ist mir am wichtigsten! Bei uns herrscht ein familiäres Klima. Die meisten, die bei uns anfangen zu arbeiten, bleiben ein Leben lang.“

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