"vu-do" = aus der Region
06.09.2019 Land & Leute

Lieferservice mit dem Lastenrad! Allgäuer gründet Plattform und sucht Kurierfahrer

Hans Fili aus Sonthofen entwickelt eine Internet-Plattform, über die Menschen in Geschäften seiner Heimatstadt online einkaufen können. Die Lieferungen sollen noch am gleichen Tag beim Kunden ankommen: per Lastenrad. Mehr über die nachhaltige Idee liest Du hier. 

Eine Brücke bauen zwischen Menschen vor Ort, zwischen Konsumenten und Einzelhändlern, will Hans Fili in Sonthofen mit „vu-do“. So heißt sein neues Projekt, das im Februar 2020 starten soll. Auch, wenn sich der Name so ähnlich schreibt, wie sich die Religion Voodoo aus Haiti und Westafrika ausspricht (vu:du:), hat es doch rein gar nichts mit Schwarzer Magie zu tun. Denn „vu-do“ ist allgäuerisch für „von da“, was wiederum so viel bedeutet wie „aus der Region“. Bei Fili ist es weit mehr als eine Handelsplattform für Waren ausgewählter Sonthofer Einzelhändler. Denn dazu gehört ein klimafreundlicher Lieferservice – per Lastenrad und mit Ökostrom geladener Batterie.

Online-Händler wie Versandriese Amazon sind insgesamt nicht zu toppen. Das weiß auch Fili, doch vielen sei der Handel vor Ort wichtig. Nicht nur weil Menschen persönliche Ansprechpartner und nahen Service schätzen, sondern beispielsweise auch, weil örtliche Geschäfte eben auch hier ihre Steuern zahlen. Geld, das dann zur Straßensanierung und vieles andere dienen kann. So weit nichts Neues. Nicht mithalten können auswärtige Versandhändler aber beim Tempo.

Filis Plan: Wer bis 13 Uhr bestellt, erhält die Waren per Fahrradkurier noch am selben Tag – und das im Umkreis von vier Kilometern rund um Sonthofen, also auch in Blaichach, Burgberg und Ofterschwang.
Zu kaufen soll es alle möglichen Produkte geben, die Händler auf der Plattform anbieten wollen. In Tischen gedacht wird es auf der Internetseite von „vu-do“ Bestandstische geben, die dauerhaft Dinge des täglichen Bedarfs anbieten – beispielsweise Zahncreme und Mundwasser (aber nicht zig verschiedene Sorten).

Begeisterte Radler aufgepasst: Für „vu-do“ sind Kurierfahrer gesucht, die ab nächstem Jahr in die Pedale der bereitgestellten Lastenfahrräder treten wollen. Es soll sich um ordentlich bezahlte 450-Euro-Jobs handeln, sagt Hans Fili.
E-Mail: mirsind@vu-do.de 

Dazu kommen Thementische etwa mit monatlich wechselnden Dingen: Das muss nicht nur Mode und Lifestyle sein, sondern kann auch Angebote für neu erschienene Geräte wie eine trendige Kaffeemaschine umfassen. Das große Lastenfahrrad mit einem Anhänger für bis zu 150 Kilo schwere Ware ermöglicht vieles. Der Service kann auch für Gastwirte interessant sein, die keinen eigenen Heimservice bieten.  Was es alles gibt, sollen interessierte Kunden per Newsletter (digital verschickte Rundschreiben) erfahren. Dazu können sich die Menschen bereits jetzt auf der Internetseite eintragen. Angebote werden zu gegebener Zeit auch über Social-Media-Kanäle, also Internet-Plattformen wie Facebook, verbreitet. Ziel des Projekts sind laut Fili nicht große Gewinne, aber zumindest eine Refinanzierung der Kosten. Sein Plan: Die Lieferkosten zahlen Kunden wie im Internet-Handel – mit Pauschalen ab 3,90 Euro. Die Händler wiederum zahlen einen Beitrag für die Online-Präsentation der Waren. Kunden können künftig über die Plattform auch Artikel kaufen und selbst im Geschäft abholen. Die bisherige Resonanz von Händlerseite sei gut, sagt Fili.

Das Konzept soll mit der weiteren Digitalisierung der Einkaufsstadt Sonthofen korrespondieren, wie sie die Wirtschaftsvereinigung „ASS“ (Attraktive Stadt Sonthofen) anstrebt. Denn auch wenn viele Händler ganz gut aufgestellt sind, gibt es einige, die das Thema Internet schleifen lassen, beispielsweise nicht einmal bei „Google Business“ eingetragen sind. Digitalisiert wird so beispielsweise auch der erfolgreiche ASS-Einkaufsgutschein: Es gibt weiter eine Papiervariante, aber künftig sollen ihn Kunden eben auch übers Internet kaufen und direkt aufs Handy laden können.

Präsentation Sonthofer Händlern und Gastronomen stellt Hans Fili „vu-do“ am Donnerstag, 7. November, 19 Uhr, im Deutschen Haus vor.
Info im Internet: www.vu-do.de
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