500 Kilometer paddeln!
06.05.2019 Sport & Action

Krasse Paddel-Tour & Rap-Song: Allgäuer sammeln Spenden zur Rettung der letzten Adria-Delfine

Mario Stecher plant einen wilden Trip für den guten Zweck. Zur Rettung der letzten Adria-Delfine will der Kaufbeurer über 500 Kilometer stehend paddeln. Mit im Boot auf dem Surfbrett: sein Zwillingsbruder Manuel - der Allgäuer Rapper Seom liefert den passenden Song dazu. Alles zur Charity-Aktion und wie Du helfen kannst, erfährst Du bei uns.

„Das sind einfach die coolsten Tiere, die Du Dir vorstellen kannst“, schwärmt Mario Stecher von ‚seinen‘ Delfinen. Zehn Jahre lang war der 35-jährige Kaufbeurer als Segelboot-Skipper in kroatischen Gewässern unterwegs – oft begleitet von den letzten ‚Großen Tümmlern‘ der Adria.

Rund 220 gibt es nur noch. Sie sind vom Aussterben bedroht. „Ich will, dass auch meine Kinder – dass alle Kinder – diese wunderbaren Tiere erleben können.“ Um Spenden zu sammeln, plant er im Mai einen verwegenen Trip: Stehend auf einem Surfbrett, nur mit Muskelkraft und Paddel wollen er, sein Zwillingsbruder Manuel und drei weitere Stars der Stand-Up-Paddling-Szene die über 500 Kilometer lange Küste Istriens abfahren. 

Die Spendenaktion:
Alle Spenden landen bei der ‚Gesellschaft zur Rettung der Delfine.‘ Die gemeinnützige Organisation kümmert sich seit 18 Jahren um den Delfin-Schutz in der Adria. „Es tut gut zu wissen, dass es solche Menschen, wie die Stechers gibt“, sagt Ulrich Karlowski von der GRD. Hier kannst Du direkt spenden

Unterstützt werden die Stecher Twins vom Kaufbeurer Rapper Seom und der SUP-Weltmeisterin und Künstlerin Sonni Höhnscheid. Für einen Charity-Shop hat sie ein Logo entworfen und versteigert später das Original-Bild zugunsten der Delfine.

„So belämmert war noch keiner vor uns“, sagt Mario und grinst. Und tatsächlich: Die Tour, die sein Zwillingsbruder Manuel und er vom 19. Mai bis 23. Mai planen, klingt extrem. „Für uns heißt die Istrien-Umrundung: acht bis dreizehn Stunden pro Tag stehen und Wasser schaufeln“, schätzt Mario. Um das sportlich einzuordnen: Ein Marathonläufer verbrennt pro Rennen etwa 3.000 bis 4.000 Kalorien. „Bei uns werden das sicher 4.000 bis 5.000 sein“, rechnet Mario vor. Pro Tag! (Nur ein ganz klein wenig weniger anstrengend war übrigens der SUP-Test von allgaeu.life...

Und während der Normalsportliche schon beim Zuhören Muskelkater und Schnappatmung bekommt, fügt Mario an: „Wenn das Wetter passt. Bekommen wir Gegenwind, heftige Wellen, oder Gewitter, wird’s noch anstrengender. Vielleicht sogar gefährlich.“ Deshalb ist jedes Teammitglied mit Schwimmweste, Rettungsboje, mit Magnesiumfackeln und wasserdichten Beuteln für das Smartphone ausgestattet. Nachdem der Platz für Gepäck auf einem Surfbrett naturgemäß begrenzt ist, bleibt anderes an Land.

Die Tour:
Vom 19. Bis zum 23. Mai wollen die fünf Extremsportler von Barcola (Italien) bis nach Opatija (Kroatien) paddeln und dabei die Halbinsel Istrien umrunden. Die Küstenlinie beträgt 537 Kilometer, die Fahrtstrecke kann je nach Witterung variieren.
Auf den Brettern stehen: Mario Stecher, Manuel Stecher, Arnd Dünzinger, Andy Dressler (Kanada), Peter Baricevic (Slowenien)

In dem Fall die Körperhygiene, sagt Mario schmunzelnd: „Also ich nehme genau eine Unterhose und ein paar Socken mit!“ Jedes zusätzliche Gramm Gewicht zählt schließlich für den durchtrainierten Kaufbeurer, der seit etwa einem Jahr intensiv für den Trip trainiert. Fünf bis sechs Mal die Woche Sport: Joggen, Krafttraining, Langlaufen im Winter und, klar, SUP im Sommer. Auf dem Gewässer vor seiner Haustüre, dem Bärensee, paddelt er jede Woche mindestens 60 Kilometer.

Alles für die Delfine? Das alles, und noch mehr: Um Aufmerksamkeit für den Trip (und so auch mehr Spenden) zu bekommen, aktivierte Mario auch einen alten Schulfreund: „Ich feiere die Jungs so sehr“, sagt Patrick Kammerer, der als Rapper ‚Seom‘ inzwischen Konzertsäle füllt. Der 36-Jährige spielt ‚Spiritual-Hip-Hop‘, wie er es nennt. In seinen Texten geht es nicht um Gewalt, mehr um Selbstfindung. Nicht um Bling-Bling, sondern um die Freude am Leben.

„Delfine und Spiritualität – das passt einfach zusammen. Und die Charity-Aktion der Stecher-Zwillinge ist so nice, da helfe ich gerne.“ In nur wenigen Tagen komponierte er den Song ‚Hüter der Meere‘ und weder seine Background-Sängerin, noch der Produzent verlangten eine Gage für die Aufnahme. Sogar das Tonstudio war für den Spenden-Song gratis: „Das ging alles so leicht von der Hand. Deshalb bin ich mir sicher, dass die Aktion ein Hammer-Erfolg wird“, sagt Patrick.

Wir drücken die Daumen: Dafür, dass das Spendenziel von 5.000 Euro erreicht wird – und natürlich, dass die Jungs wieder unbeschadet im Allgäu ankommen! 

Weitere Artikel