Feste feiern ab Donnerstag
18.07.2018 Hier & Heute

Kinderfest und Fischertag: Jetzt feiert Memmingen

Fischertag Memmingen 2017
Den Kemptenern steckt noch das Stadtfest in den Knochen, die Kaufbeurer haben erfolgreich die Haupttage des Tänzelfests hinter sich gebracht - jetzt sind die Memminger dran: Ab dem morgigen Donnerstag beginnen mit Kinderfest und Fischertag die "Nationalfeiertage" in der Maustadt. Drei Tage lang geht es dabei rund - hier erfährst Du, was geboten ist.

Der Startschuss für die tollen Memminger Feiertage fällt am Donnerstag, 19. Juli: Dann begehen Groß und Klein das Kinderfest. Seine Ursprünge, die eng mit der Schulgeschichte der Stadt verbunden sind, liegen fast 450 Jahre zurück. Im Mittelpunkt damals wie heute: Die "Belobigung" der Memminger Schüler. Früher wurden die besten Schülerinnen und Schüler, bis 1789 sogar in Gestalt von Königin und König, ausgezeichnet. Heute erhalten alle Kinder der Memminger Grund- und Hauptschulen Geschenke. 

Zum erfolgreichen Schuljahresende gibt es gemeinsame Gottesdienste, anschließend Lieder und Tänze auf dem Marktplatz. Bunte Kostüme, Mädchen mit schönen Blumenkränzen im Haar - ab 9.15 Uhr bietet sich den Tausenden Besuchern in Memmingens "guter Stube" ein tolles Bild. 

Gestärkt mit einer Brotzeit an den Schulen folgt um 13.30 Uhr der nächste Höhepunkt: Der farbenprächtige Umzug durch die Straßen der Stadt hinaus ins Stadion, wo sich die Kinder auf den Spielwiesen austoben dürfen.

Zwei Tage später, beim Fischertag am Samstag, 21. Juli, warten Fischer und ihre „Kübelesmädle und - frauen“ am Rande des Stadtbachs wieder auf den Böllerschuss, um ins kühle Nass zu jucken.

Ein Brauch aus dem Mittelalter begründete das originelle Heimatfest. Damals wurde nämlich alljährlich der als Kanalisation dienende Bach von den Handwerkszünften ausgefischt, abgelassen und gereinigt. Heute „reinigen“ die männlichen Bürger der Stadt den Bach.

Am Fischertagsvorabend geht's in der Stadt rund

Bereits am Freitagabend, dem Fischertagvorabend, verkündet der Büttel – begleitet von den wackeren Mannen der Stadtgarde – den Ratsbeschluss zum morgigen Fischertag. Und wenn Garde und Büttel ihr Tagwerk in einer der gemütlichen Weinstuben ausklingen lassen und dem kommenden Morgen entgegensehen zieht der Nachtwächter durch die Altstadt und gibt mit seinem Gesang die vollen Stunden an. In der ganzen Stadt herrscht ausgelassene Partystimmung, in fast jeder Kneipe und den Altstadt-Gassen spielen Bands. 

Am nächsten Morgen dann geht es zeitig los: Nach dem Weckruf der Musikkapellen um 6 Uhr früh versammeln sich die Fischer und ziehen gemeinsam durch die Straßen der Altstadt zum Schrannenplatz, wo der Fischerspruch verlesen wird. Anschließend warten die rund 1.200 Fischer allen Alters am Rand des Stadtbachs, um mit einem Böllerschuss um punkt 8 Uhr mit voller Bekleidung ins kalte Nass zu springen. Im allgemeinen Getümmel versucht nun jeder Fischer mit einem Käscher, der in Memmingen „Bären“ heißt, den schwersten Fisch an Land zu ziehen.

Denn der Fischer mit der schwersten Forelle wird Fischerkönig und nimmt seine neu erworbene Würde beim Krönungsfrühschoppen in Empfang. Weiter geht es den ganzen Tag mit historischem Lagerleben, Fischertagsumzug und Fischerabend. Erst der Nachtwächter beschließt das bunte Treiben, wenn er nachts durch die Straßen der Stadt zieht. 

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