Sie sind Feuer und Flamme
06.06.2019 Kind & Kegel

Jugendliche wollen Grillplatz am Forggensee in Eigenregie errichten

Endlich Sommer - und wer bislang den Grill noch nicht angeschmissen hat, kann spätestens am Wochenende nach Lust und Laune brutzeln. Vorausgesetzt, es gibt einen geeigneten Grillplatz. Ausgerechnet am Uferbereich des Forggensees fehlte ein solcher bisher, weshalb sich jetzt Schwangauer Jugendliche an die Verantwortlichen gewandt haben. Entsprechende Anlagen wollen sie selbst in ihrer Freizeit errichten. Und dabei haben sie sogar an Faktoren wie Parkmöglichkeiten und Rettungswege gedacht! Wo die Jugendlichen die Grillplätze planen und wie die Aussichten für eine Genehmigung sind, erfährst Du hier.

Stellvertretend für viele Jugendliche in Schwangau haben Elisa Bartelt, Barbara Lutz und Adela Fejes einen großen Wunsch im Gemeinderat vorgetragen: Sie möchten zwei feste Grillplätze am sogenannten Brunner Spitz – der Landzunge nordwestlich des Campingplatzes Brunnen – errichten und schlagen außerdem eine Grillzone im Uferbereich zwischen Waltenhofen und Brunnen vor.

Sie erklärten sich bereit, das Projekt in einer gemeinsamen Aktion am Wochenende umzusetzen. Die Kommunalpolitiker lobten das große Engagement des Nachwuchses und beschlossen einstimmig, zunächst prüfen zu lassen, ob künftig im Uferbereich zwischen der Kläranlagen-Station bei Waltenhofen und dem Brunner Spitz überhaupt Lagerfeuer erlaubt werden können. Grundeigentümer ist der Freistaat Bayern. Nötig sind laut Gemeindeverwaltung insbesondere Ausnahmen vom Natur- und Landschaftsschutz.

Auf der Wunschliste ganz oben

Ihren Antrag begründeten die Jugendlichen damit, dass Grillen bislang nicht legal sei und ein genehmigter Platz bei zwei Jugendkonferenzen und mehreren Nachtreffen auf der Wunschliste ganz oben stand. Ursprünglich hatte sich der Nachwuchs Standorte bei der Horner Bucht gewünscht. Doch diese seien mit Verweis auf den Naturschutz abgelehnt worden, berichteten die Jugendlichen.

Deshalb überlegten sie sich die jetzt vorgeschlagene Alternative. „Parkmöglichkeiten in Waltenhofen und Brunnen sind gegeben“, sagten Bartelt, Lutz und Fejes. Ein Rettungsweg sei möglich, auch die Abfallentsorgung werde erleichtert. Aus ihrer Sicht werden keine Anwohner oder Tiere gestört und die Grillplätze seien leicht von überall in Schwangau mit dem Fahrrad oder zu Fuß erreichbar. Darüber hinaus könne Treibholz für das Feuer verwendet und müsse so nicht mehr entsorgt werden.

Bänke und Steine zum Sitzen

„Wir finden einen Platz am See super“, erklärten die Jugendlichen. Es gehe ihnen nicht nur ums Grillen, sondern auch um einen Ort, an dem sie ihre Freizeit verbringen können. Auch über die Ausstattung am Brunner Spitz haben sie sich bereits Gedanken gemacht: Dort solle ein befestigter Grillplatz entstehen mit Bänken und Steinen als Sitzmöglichkeiten, Mülleimern sowie Hinweisschildern.

Rupert Gebler (CSU) bezeichnete es als „grandios, wie das die jungen Damen vorgestellt haben“. Er sei überzeugt, dass es seitens der Kommunalpolitiker keine Gründe gebe, dem Vorhaben Steine in den Weg zu legen. Auch Michael Weisenbach (CSU) war der Meinung: „Das funktioniert.“ Er sehe keinen Grund, das zu verhindern. Zweiter Bürgermeister Johann Stöger (Freie Dorfgemeinschaft) lobte ebenfalls das Engagement der Jugendlichen.

Er bat aber darum, „Meldung zu machen, wenn Leute von außerhalb kommen“. Denn in der Vergangenheit habe es Probleme gegeben. Timo Raschke (CSU), im Hauptberuf Polizist, erläuterte das näher: Die Gemeinde habe einst einen „wunderschönen Grillplatz“ gehabt, an dem jedoch mit der Zeit Müll wie Matratzen bis hin zu alten Zelten abgeladen wurden. „Wir müssen schauen, dass es nicht vermüllt“, appellierte Raschke. Er wies jedoch darauf hin, dass es nicht möglich sei, nur Einheimischen den Zutritt zu dem Bereich zu erlauben.

Dritter Bürgermeister Peter Helmer (CSU) wünschte sich aber dennoch, „den Grillplatz auf einen bestimmten Personenkreis zu beschränken“, so dass ihn vor allem die Jugend nutzen kann. Rathauschef Rinke erklärte: „Eine Art Hausordnung braucht es schon, mit Auflagen wird es verbunden sein.“

Carolin Klughammer (Freie Dorfgemeinschaft) appellierte: „Lasst es uns erst einmal beantragen“, dann sehe man weiter. Dem schlossen sich ihre Kollegen an.

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