AZ-Serie
09.11.2018 Wissen & Quizzen

Im Kemptener Untergrund: Geheime Gänge unter dem Rathaus

Ob Keller oder Gruft: Unser Fotograf Ralf Lienert traut sich in den Kemptener Untergrund! Welche Geheimnisse sich unter dem Rathaus verbergen, siehst Du bei uns.

Der Bau des Rathauses Kempten geht bis auf das Jahr 1368 zurück. Damals wurde es als Kornhaus gebaut und als Rathaus mit genutzt. Das heute bekannte Gebäude entstand 1474. Die Fundamente kann man – hintere Glaselementen geschützt – besichtigen. Im Erdgeschoss wurde Getreidehandel betrieben, das Obergeschoss diente den Ratsgeschäften. Doch das Rathaus hat auch dunkle Geheimnisse, die unter der Erde im Illerkies ruhen.

Unter dem Kemptener Rathaus

Dunkle Gänge, eine Unmenge an Akten und sogar das Original-Fundament. Unser Fotograf Ralf Lienert hat sich für Dich unter das Kemptener Rathaus getraut. Ralf Lienert
Dunkle Gänge, eine Unmenge an Akten und sogar das Original-Fundament. Unser Fotograf Ralf Lienert hat sich für Dich unter das Kemptener Rathaus getraut. Ralf Lienert
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Florian Fraas ist seit zwei Jahren Hausmeister im Rathaus und den städtischen Verwaltungsgebäuden. Er kennt jede Türe und jeden Gang. Auch einen Geheimgang unter dem Rathausplatz. Der verbindet nämlich das Verwaltungsgebäude mit dem Rathaus. Ein betoniertes Gangsystem, das selbst der Leiter des Oberbürgermeisterbüros, Andreas Weber, seit seinem Amtsantritt noch nicht betreten hat.

Angelegt wurden die breiten unterirdischen Gänge wohl bei einer großen Umgestaltung in den Jahren 1934/37. Architekt war Sepp Zwerch. Zuvor gab es nur ein kleines Kellergewölbe unter dem Rathaus. Dieser Raum war zwei auf dreieinhalb Meter groß und trug die Inschrift 1725.

1937 gab es Auflagen für den Luftschutz. Im Keller wurden drei Schutzräume mit Gasschleuse, Aborten und Notausstieg gebaut. Zu den Auflagen gehörte auch, die Anlagen splitter- und gassicher zu bauen. Diese Anlagen überdauerten den Zweiten Weltkrieg, die amerikanische Besatzungszeit und den Kalten Krieg.

Der Zugang zum breiten und mannshohen Geheimgang verschwand hinter eine Wandverschalung. Durch den Haupttunnel führen heute Heizungsrohre und die Hauptleitungen für Strom, Telefon, Feuermelder und Wasser. In einem Seitengang liegen in Regalen alte Lampen. Im Heizungskeller ist die Stadtverwaltung an das Fernwärmenetz angeschlossen. Wenige Meter weiter parken in einer Tiefgarage Elektrofahrzeuge der Verwaltung und das Dienstauto des Oberbürgermeisters. Ebenfalls im Keller sind ein Notstromaggregat und die Werkstatt der beiden Hausmeister.

Fraas sperrt eine Stahltür auf: Man habe Archivräume der Verwaltung mit einem Regal zum Schieben.“ Auf einer Türe steht „Gang aus Sicherheitsgründen nur zu zweit betreten“. Das sei der Zugang zum Geheimgang. Fraas: „Allein ist es zu gefährlich. Wenn einem etwas zustößt, wird man lange nicht gefunden.“


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