Sieger gekürt
17.10.2019 Land & Leute

Herzlichen Glückwunsch! Das sind die Allgäuer Genussmacher

Die Gewinner des Allgäuer Genussmacher-Wettbewerbs stehen fest. Sie sollen Vorbild sein für andere Produzenten und die Verbraucher wachrütteln. Denn: Mehr Wertschätzung für gesunde Ernährung hilft dem Körper – und unserer Region! Lerne hier die Preisträger aus dem Allgäu kennen.

Der erste Wettbewerb der „Allgäuer Genussmacher“ ist beendet. Und er hat eines der beiden Hauptziele gleich erfüllt: Es ist ein Netzwerk von regionalen Produzenten entstanden, die sich an zwei Tagen intensiv ausgetauscht haben. Im Frühjahr war der Wettbewerb auf Initiative von Michael Weiß, Geschäftsführer der Meckatzer Brauerei, ausgeschrieben worden; etwa 160 Vorschläge zu Allgäuer Genussmachern wurden eingesandt.

Eine Jury aus Köchen und Kulinarik-Experten wählte neun außergewöhnlich gute und interessante davon aus – sie alle dürfen sich als Sieger fühlen.

Die Preisträger: Hofgut Ratzenberg, Allgäuer Keramik, Allgäuer Alpgenuss

Für den ersten Allgäuer Genussmacher-Wettbewerb gab es 160 Einsendungen. Nominiert wurden daraus jeweils drei außergewöhnliche Produzenten oder Initiativen in den Kategorien:

>> PERSÖNLICHKEIT

Preisträger ist Dr. Alexander Eisenmann-Mittenzwei. Er hat das Hofgut Ratzenberg in Lindenberg gegründet und verwirklicht dort ein Konzept, das er mit dem Titel „Mensch und Tier im Einklang mit der Natur“ beschreibt. Nominiert waren in dieser Kategorie auch die Käse-Affineure der Jamei-Laibspeis aus Kempten und die Biokäserei Zurwies aus Wangen.
>> PRODUKT
Preisträger in dieser Kategorie ist die Allgäuer Keramik aus Altstädten bei Sonthofen. Inhaberin Ruth Rebstock vollbringt aus Sicht der Jury nicht nur „höchste Handwerklichkeit mit traditionellen Formen und Dekoren“, sondern auch ein „umfassendes Verständnis von Genusskultur“ – und damit ein Gegenstück zu heute oft verwendetem Wegwerfgeschirr und zur „To-Go-Mentalität“. Nominiert waren auch die Alpenimkerei Jörg aus Kranzegg und die Bergfischzucht Gunzesried.
>> INITIATIVE
Preisträger ist der Verein Allgäuer Alpgenuss. Dieser hat es sich vor zwölf Jahren zum Ziel gesetzt, dass auf den Alpen nur heimische Produkte verwendet werden. Die Jury würdigt diesen Pioniergeist zum Erhalt der Kulturlandschaft. Nominiert waren auch der Allgäuer Kräutergarten Artemisia aus Stiefenhofen und das Gestüt Schochenhof aus Ottobeuren.

Nach ausführlicher Verkostung und Vorstellung wurden jedoch drei Nominierte besonders ausgezeichnet: Der Verein Allgäuer Alpgenuss in der Kategorie „Initiative“, Dr. Alexander Eisenmann-Mittenzwei, Gründer des Hofguts Ratzenberg in Lindenberg, in der Kategorie „Persönlichkeit“ und die Allgäuer Keramik aus Altstädten bei Sonthofen in der Kategorie „Produkt“.

Warum ist es wichtig, das Augenmerk auf gute, regionale Produkte zu legen? Die Jurymitglieder gaben unterschiedliche Antworten auf diese Frage:

Für Matthias Hahn, vielfach ausgezeichneter Küchenchef und die rechte Hand des französischen Starkochs Alain Ducasse, haben viele Menschen vergessen, welche kulturellen Schätze die regionale Küche bietet. Er fordert Köche und Verbraucher dazu auf, nicht internationalen Trends nachzulaufen, sondern heimische Produkte und deren Hersteller wieder wertzuschätzen. Die Gastronomie sei dafür „das beste Schaufenster“.

Professor Volkmar Nüssler, Geschäftsführer des Tumorzentrums München, Landwirt und Jäger, wählte einen anderen Ansatz. Seine Botschaft lautet: „Zehn Prozent der Menschen weltweit leiden an Hunger, der Rest isst das Falsche.“

Die Kombination aus zu wenig Bewegung und ungesunder Ernährung, typisch für westliche Gesellschaften, fördere Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Tumor-Erkrankungen und Typ-2-Diabetes. Sein Rat: „Essen Sie regional und saisonal, essen Sie Produkte aus ökologischem Landbau und artgerechter Tierhaltung, kochen Sie nur kurz, essen Sie gemeinsam mit anderen.“

Michael Weiß ist noch ein weiterer Aspekt wichtig: „Wir müssen das Allgäu als Genussregion profilieren. Das dient dem Wettbewerb mit anderen touristischen Regionen, sorgt aber auch dafür, dass die Allgäuer zusammenkommen.“ Wenn das Bewusstsein für eine gute Produktion und gute Produkte steige, dann steige damit auch die Wertschöpfung innerhalb des Allgäus.

Nach zwei Tagen mit Essen, Gesprächen und Vorträgen steht fest: Der Wettbewerb wird im kommenden Jahr fortgesetzt – damit das Netz der Allgäuer Genussmacher größer, dichter und bekannter wird.

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