Alarm, wenn's Bier ausgeht
26.05.2019 Wissen & Quizzen

Hammer! Allgäuer Schüler entwickeln intelligente Bierkiste

Digitaler Bierkasten bei der Brauerei Zötler
Das ist der ultimative Beweis: Wir Allgäuer sind die Cleversten! Schüler der Technikerschule Allgäu haben eine intelligente Bierkiste entwickelt. Sie gibt Laut, wenn nur noch drei volle Flaschen drin sind. Kein Scherz! Männer, ihr seid die Größten...

Stell dir vor, es ist Fußball-Weltmeisterschaft und beim Public Viewing geht das Bier aus. Soll schon mal vorgekommen sein. Ernüchterung bei den Fans. Stimmung im Eimer. Umsatz für den Wirt und die Brauerei verschenkt. Damit so etwas nicht passiert, haben jetzt Elektrotechnik-Schüler der Technikerschule Allgäu (TSA) in Kempten die „Digitale Bierkiste“ entwickelt. Sie meldet per Computer an die Brauerei, wenn nur noch drei volle Flaschen im Kasten sind. Vorgestellt wurde diese Erfindung jetzt bei der Brauerei Zötler in Rettenberg (Oberallgäu).

Den Anstoß für die „Digitale Bierkiste“ hatte während der Allgäuer Festwoche im vergangenen Jahr Brauerei-Chef Niklas Zötler gegeben. Dabei sprach er am Allgäu-Tag von seiner Vision, wonach mittels moderner Elektronik die Nachbestellung von Getränken bei den Kunden automatisch erfolgen könnte.

Denn nicht immer hat ein Gastronom seinen Lagerkeller oder das Wetter der nächsten Tage im Blick. Wird es heiß, trinken die Leute mehr.

„Die Idee von der Festwoche haben Studierende der Technikerschule Allgäu aufgegriffen und mit Unterstützung der Brauerei Zötler die ’Digitale Bierkiste’ entwickelt“, erklärt Studiendirektor Christian Zillenbiller, Leiter der Technikerschule Allgäu.

Wenn der rote Punkt leuchtet, wird's krititsch!

So bastelten Timon Poel (24), sein Bruder Steven Poel (25) und Michael Cors (25) einen Untersatz für eine Bierkiste. Sensoren messen das Gewicht des Kastens und registrieren, wenn eine Flasche herausgenommen oder eine leere wieder reingestellt wird. Ist die Kiste voll, erscheint auf einem zugeschalteten Tablet oder Smartphone die Zahlenkombination 20-0. Das heißt: Es sind 20 volle Flaschen drin. Zeigt das Display 14-6 an, bedeutet dies: 14 volle Flaschen und sechs leere. Sind nur noch drei volle Flaschen in der Kiste, erscheint 3-17, zusätzlich leuchtet ein roter Punkt auf, der signalisiert, dass der Kasten bald leer ist.

Was bisher nur eine Projektarbeit der TSA-Schüler ist, beinhaltet jedoch Potenzial für die Zukunft. Niklas Zötler kann sich vorstellen, dass das System später mal für alle Getränke-Kasten bei Gastronomen und Privatkunden Anwendung findet. Noch Zukunftsmusik ist, dass ein intelligenter Button auch erkennt, welche Sorte Bier in einer Wirtschaft zur Neige geht, etwa Pils oder Weizen oder Helles.

Automatisches Nachbestellen

„Der Vorteil einer digitalen Bierkiste liegt darin,“ sagt Zötler, „dass der Kunde sich nicht mehr um seinen Lagerbestand kümmern und nicht mehr telefonisch nachbestellen muss. Denn wir wissen durch die elektronische Übertragung schon vorher, wenn Bier fehlt.“ Die Krönung der Künstlichen Intelligenz der bierigen Art wäre, wenn die „Digitale Bierkiste“ mit einer Wetter-App verknüpft würde, die zum Beispiel Biergartenwetter exakt voraussagt.

„Das Bier selbst ist nicht digitalisierbar“, schmunzelt Zötler, aber die ganze Technik drumherum. Das könnte zum Beispiel Kosten sparen, wenn die Touren der Bierfahrer optimiert werden. Eine weitere Daten-Kombi wäre der Hinweis auf Ereignisse, wo erfahrungsgemäß viel Gerstensaft konsumiert wird. Dorffeste oder Vereinsjubiläen. Es muss ja nicht gleich die Fußball-WM sein.


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