Außerirdische Aktion
09.10.2018 Hier & Heute

Ground Control an Stratosbär: Pfrontener schießen Teddy ins All!

Dass wir Allgäuer immer hoch hinaus wollen, ist bekannt. Ins All schaffte es bislang aber nur einer - nämlich der Kemptener Astronaut Reinhard Furrer vor 33 Jahren. Bis jetzt: Denn nun hat ein Teddy der Pfrontener Firmen "Plü Natur" und "WEsignU" ebenfalls die weite Reise angetreten: An einem Wetterballon stieg der "Schlabberbär" erfolgreich bis auf 37.700 Meter Höhe in die Stratosphäre auf. Wo er wieder landete und was "Astro-Alex" Gerst, derzeit ISS-Kommandant, damit zu tun hat, erfährst Du hier.

Startpunkt war die Kiesgrube in Pfronten-Kreuzegg. In einer halben Stunde füllte das Team um Sabina Harscher und Michael Weber den Wetterballon mit knapp 4.000 Litern Helium. Dann ging's los. Der Ballon stieg in die Höhe. Mit dabei: der Schlabberbär, der nun zum Stratosbären werden sollte. 

Geplant wurde das Projekt schon seit einer ganzen Weile. Aber vorher war viel zu tun. Nicht nur musste die Konstruktion gebaut werden, auch die lokalen Wetterverhältnisse mussten beobachtet werden. Schließlich möchte man nicht, dass der Ballon bis in die Alpen fliegt.

Inspiration für das Projekt war der Württemberger Alexander Gerst, der erste deutsche Kommandant der ISS. Wetterballone Richtung Weltraum zu schicken, macht man schon lange. Einen Teddybären dranzuhängen? Da sind die Allgäuer Plü Natur und WEsignU, die das Projekt selbst finanzierten, die Ersten. Sponsoring gabs von mehreren unabhängigen Firmen sowie von der Stadt Pfronten. Diese Gelder flossen aber nicht in das Projekt, sondern werden für die Herstellung von mehr Stratosbären verwendet, die dann an Kinder-Krankenstationen oder ähnliches gespendet werden.

Aber wie bereitet man so eine Aktion vor? Der Stratosbär muss nicht nur Wind und Wetter trotzen, sondern sich auch ungefähr -60°C stellen. Um die technischen Details kümmert sich Michael Weber, Chef von WEsignU. "An der Sonde sind zwei Kameras befestigt, so ist auch das Bild des Bären entstanden. Außerdem gibt es ein GPS-Gerät, dass dann die Koordinaten des Landeortes sendet." Geplant war eigentlich, dass der Bär rund drei Stunden in der Luft bleibt und dann mithilfe eines Fallschirms in der Gegend um den Ammersee wieder festen Boden unter den Plüsch-Füßen bekommt.

Nach fast vier Stunden in luftiger Höhe landete der frischgebackene Stratosbär bei Dachau. Die Besucher des dort liegenden Golfplatzes staunten nicht schlecht als sie sahen, was da denn so vom Himmel fiel...

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