Toller Allgäuer Nachname
11.11.2019 Land & Leute

"Gestatten, Andreas von Bergwelt! Und ich heiße wirklich so..."

Dieser Nachname klingt perfekt! Erst Recht, wenn man aus dem Allgäu kommt: von Bergwelt. "Die meisten Leute können gar nicht glauben, dass ich wirklich so heiße", sagt Andreas von Bergwelt schmunzelnd. Der 51-jährige aus Salgen (Unterallgäu) spricht über die Herkunft seines historischen Familiennamens - und warum er heute sogar international buchstäblich in vieler Munde ist.

Kuriose Nachnamen gibt es so einige im Allgäu (der Autor kann ein Lied davon singen). Doch den klangvollsten trägt, da legen wir uns einfach mal fest, Andreas von Bergwelt. "Die Reaktionen sind durchweg positiv. Jeder will wissen, woher ich diesen Namen habe", erzählt er. Manchmal kommt es freilich auch zu skurrilen Szenen: "Wenn ich für den Skiurlaub ein Hotel buchen will, denken die meistens, ich will sie veräppeln...", sagt Andreas von Bergwelt lachend. Der 51-Jährige kann sich voll und ganz mit seinem Namen identifizieren: "Meine Familie und ich sind unheimlich gern in den Bergen unterwegs. Egal, ob beim Skifahren, Wandern oder mit dem E-Bike", sagt der Inhaber der "Bergwelt Whisky-Distillery" mit Sitz in Salgen (Unterallgäu).

Seit 2017 stellt der leidenschaftliche Destiller, ausgezeichnet mit dem Meisterpreis der bayerischen Staatsregierung, in der modernen Brennereianlage (4,5 Meter hoch) hochwertigen Single Malt her. Die Whisky-Fässer aus Eichenholz sind mit dem historischen Familien-Wappen versehen: Es zeigt drei Sterne und drei Berggipfel, die auf den ersten Blick an das berühmte "Allgäuer Dreigestirn" (Mädelegabel, Hochfrottspitze, Trettachspitze) in Oberstdorf erinnern.

Doch diese Ähnlichkeit ist wohl eher Zufall. Denn die familiären Ursprünge von Andreas von Bergwelt liegen nicht im Allgäu, sondern in Schottland!

Sein Ururur-Großvater John Baildon (1772 -1846) kam als junger Ingenieur nach Deutschland. Für den preußischen König Friedrich Wilhelm II baute er den ersten Hochofen zum Schmelzen von Eisenerz auf europäischem Festland. Sein Sohn Arthur wurde 1881 geadelt als "von Baildon und Briestwell“. Dessen Tochter Alice Helena wiederum heiratete einen gewissen Alfred Bergwelt.

Lange Rede, kurzer Gin (eine Tafel mit diesem Spruch hängt in der Whisky-Destillerie): Die Familie von Bergwelt lebte in Oberschlesien (heute Polen) und dürfte die Allgäuer Bergwelt wohl nur von Bildern gekannt haben. Das änderte sich gegen Ende des Zweiten Weltkriegs: Die Familie musste Schloss und Besitztümer in Schlesien zurücklassen und kam nach Bayern.

"Meine Mutter hat sich im Allgäu niedergelassen und ich wurde hier geboren", erzählt Andreas von Bergwelt, dessen Familiengeschichte sich in seinem Unternehmen widerspiegelt: Begeisterung für Whisky dürften schon seine schottischen Vorfahren gehabt haben, der klangvolle Nachname stammt aus der Zeit in Oberschlesien. "Beides passt perfekt ins Allgäu", sagt Andreas von Bergwelt schmunzelnd. 

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