Muh-Jodler inklusive
30.12.2018 Sehen & Hören

Germaringer komponiert Hymne für das Allgäu - und so klingt sie...

Weil er seine Heimat liebt, hat Manfred Guggenmos aus Germaringen ihr eine Hymne geschrieben. Wie sie klingt, erfährst Du hier.

Alphornbläser stehen inmitten von Kühen auf einer Wiese. Ihre Klänge vermischen sich mit Vogelgezwitscher, Trompetenspiel kommt dazu. Und immer wieder reihen sich Aufnahmen von grünen Wiesen, Seen und Bergen aneinander. Achja, das Allgäu. So idyllisch, so schön. Und doch drängt sich die Frage auf: Ist das nicht etwas kitschig? „Das ist doch toll. Saftig, grün und eine heile Welt. Bei uns ist die Welt eben noch heil“, sagt Manfred Guggenmos zu seiner Liebeserklärung an das Allgäu – und insbesondere an seine Kühe.

Denn die „gescheiten Tiere“ gehören für Guggenmos untrennbar zur Region dazu. Die Germaringer kennen den umtriebigen und fröhlichen Mann als Tüftler, Handwerksmeister und Geschäftsführer von „Elektro Guggenmos“. Bei Warmisried betreibt „Guggi“, wie ihn viele liebevoll nenen, ein Forschungszentrum. Im Mindeltal ist der gebürtige Unterallgäuer auch öfters mit seinen Pferden unterwegs. Genau bei so einem Ausritt kam ihm die Idee zur „Allgäu-Hymne“. „Da reite ich einfach kilometerweit durchs Grüne, vorbei an den Kühen – und da sing ich halt immer.“

Die Rohfassung seiner Komposition schickte er gleich per Sprachnachricht seiner Lebensgefährtin Regine. Inklusive genauer Anweisungen – für sich selbst, denn sonst vergisst Guggenmos seine Ideen wieder. „Da müssen Alphörner rein, da Trompeten, ein Jodel, Echo, Zwischenmelodien.“ Also versammelte der Handwerksmeister befreundete Musiker: die Alphornbläser aus Stöttwang, die Trompeter aus Dirlewang. Fehlte nur noch ein Tonstudio. Weiterhelfen konnte der Dirigent und Produzent Klaus-Jürgen Herrmannsdörfer, und gewann gleich noch die junge Sängerin Anna-Lena Engstler für das Projekt. So entstand aus der Grundmelodie von Mozarts „Klarinetten-Konzert“ nach und nach die „Allgäu-Hymne“.

Mit der Kamera aufs Rad

Mit dem Lied im Gepäck fuhr Guggenmos nach Untergermaringen zu Herbert Kubetz, einem befreundeten Filmproduzenten: „Du musst unbedingt meine Allgäu-Hymne verfilmen.“ „Könn ma scho machen“, antwortete Kubetz, der schon öfters mit Guggenmos zusammen gearbeitet hatte. „Aber diesmal ist was anders“, entgegnete der Hobby-Komponist, „du musst mit mir Radeln.“ Denn an den Orten, die er im Kopf hatte, kämen sie mit dem Auto nicht weit. Also holten sich die Zwei ihre Fahrräder, eine Kamera, ein Stativ und los ging´s: nach Pfronten, zur Pöllatschlucht, nach Mindelheim und zum Kurpark in Bad Wörishofen. Alles an einem Tag in diesem Sommer.

Wo Allgäu draufsteht, ist auch Allgäu drin. Manfred Guggenmos

Guggenmos wollte weg von den typischen Touristenzielen – auch wenn Neuschwanstein und Hohenschwangau im Video kurz aufblitzen. Die Bilder sollten seine Heimat in all seinen Facetten zeigen. „Viele sagen ja, das Unterallgäu ist gar kein richtiges Allgäu. Aber wo Allgäu drauf steht, ist auch Allgäu drin.“ Das Beste an der Region seien wohl die Landschaft und die Leute, sagt Guggenmos. „Die Menschen und deren Schlag, damit komm ich einfach klar.“

Seitdem das Video im Herbst online gegangen ist, wurde es schon fast 5000 Mal aufgerufen. Und das obwohl der Ideengeber bisher noch keine große Werbung dafür gemacht hat. „Ich wollte das jeder auf der Welt die Botschaft versteht, dafür muss man nicht unbedingt Deutsch können. “ Auch der „Muh-Jodler“ sei bewusst einfach gehalten, erklärt der Handwerksmeister. Ihn sollen die ganz Kleinen problemlos mitsingen können – in einem Kindergarten in Bad Wörishofen bereits erfolgreich getestet. „Genauso wie der 30-Jährige im Festzelt – auch nach zehn Halben“, sagt Guggenmos grinsend. Eben eine Hymne für alle Allgäuer.

 

 

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