Nachhaltigkeit
06.09.2019 Land & Leute

Für Unverpackt-Laden! Diese Kaufbeurer packen gemeinsam an

Gemüse ohne Kunststoffhüllen, plastikfreie Shampoos und Waschmittel; Nudeln, Müsli und Getreide zum Selbstabfüllen – ein Laden, der all das bietet, schwebt vielen Bürgern schon lange vor, insbesondere den jungen. Nun könnte sich ihr Wunsch erfüllen. Zehn Kaufbeurerinnen und Kaufbeurer haben sich zusammengetan, um einen Unverpackt-Laden in der Innenstadt zu eröffnen, „Frohnatur“ soll er heißen. Einer von ihnen ist Tobias Bauer, mit dem wir über das Vorhaben gesprochen haben.

Herr Bauer, ein Unverpackt–Laden für Kaufbeuren – wie kam es zu der Idee?

Tobias Bauer: Ich glaube, die hat schon länger in jedem von uns gebrodelt. Viele in unserer Gruppe kannten sich davor gar nicht. Bis sich irgendwann über fünf Ecken rumgesprochen hat, dass jeder Lust darauf hätte, so einen Laden zu gründen.

Und dann?

Bauer: Haben wir uns wöchentlich getroffen und mussten uns erst einmal in das Thema reinfinden. Zum Glück haben wir gut verteilte Kompetenzen: Eine kannte sich schon mit der Kasse und dem Warenwirtschaftssystem aus, ein anderer arbeitet im Lebensmittelbereich und wieder jemand anderes in der Medienbranche. Wir sind ein ganz bunt zusammengewürfelter Haufen, was uns aber eint, ist ein nachhaltiger Lebensstil.

Die Planungen für den Laden laufen schon seit einigen Monaten, nun möchten Sie mit einer „Crowdfunding-Kampagne“ die Erstfinanzierung auf die Beine stellen – also über das Internet Spenden sammeln.

Bauer: Wir finden „Crowdfunding“ ist eine schöne Möglichkeit, die Gemeinschaft in das Projekt mit einzubeziehen. Wir wollen nicht die unnahbaren Besitzer des Ladens sein, wir wollen, dass Kaufbeuren diesen Laden gemeinsam gründet. Für die Unterstützer gibt es auch verschiedene Gegenleistungen wie Einkaufsgutscheine oder Wachstücher.

Wie viel Geld muss für das Vorhaben zusammenkommen?

Bauer: Insgesamt 50000 Euro, dabei haben wir zwei Fundingziele von jeweils 25000 Euro. Mit den ersten 25000 Euro werden wir den Laden mieten, renovieren und einrichten. Um dann mit den zweiten 25000 Euro das komplette Warensortiment einzukaufen, das wir den Kunden gerne von Anfang an bereitstellen möchten.

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