"Milchlokal" Durach
02.01.2019 Land & Leute

Für die Umwelt: Allgäuer Paar verbannt Plastik aus seinem Lebensmittelgeschäft

Milchlokal in Durach
Veränderungen beginnen oft im Kleinen. Aber sie können große Wirkung haben. Das zeigt das Beispiel von Karolina Kreuzer (31) und Thomas Leuprecht (40) aus Durach. Vor eineinhalb Jahren eröffneten sie das Lebensmittelgeschäft "Milchlokal" in Durach. Sie setzen auf regionale Produkte - und verbannen Plastikmüll so gut es geht. Allein über 20.000 Plastik-Becher für Joghurt, Sahne, Quark, Frischkäse haben sie seit Juni 2017 mit ihren Kunden eingespart! Nur eine von mehreren erstaunlichen Zahlen.

Tonnenweise Plastikmüll in den Ozeanen: Viele von uns haben dramatische Videos wie dieses aufgeschreckt. Doch was können wir dagegen tun? Eine ganze Menge, finden Karolina Kreuzer und Thomas Leuprecht. "Jeder Verbraucher kann mit seiner Entscheidung Druck auf die Hersteller machen", sagen sie. "Das ist eine Chance fürs neue Jahr", machen sie Mut, gute Vorsätze in die Tat umzusetzen.  

Das Paar aus Durach (Oberallgäu) geht mit positiven Beispiel voran. Die beiden vermeiden Müll, wo immer es geht. Und das sollte auch so bleiben, als sie vor eineinhalb Jahren das "Milchlokal" eröffneten. In den Räumen einer früheren Sennerei bieten sie regionale Produkte an - und sagen Kunststoff den Kampf an. Die Milch gibt's ausschließlich in Flaschen. Joghurt aus der Kühltheke wird den Kunden in mitgebrachte Gefäße abgefüllt. Müsli, Kaffee und Nudeln kann man aus großen Behältern in eigene Gläser oder Boxen rieseln lassen. 

Zum Abdecken von Lebensmitteln wie Käse verwenden die Betreiber Bienenwachstücher statt Frischhaltefolien. "Wenn man will, kann man viel bewegen", sagt Karolina Kreuzer. Für die Ernährungsberaterin hat sich mit dem Dorfladen ein Lebenstraum erfüllt. Das Konzept finden viele Kunden unterstützenswert. 

Ihnen gefällt natürlich auch, dass die Lebensmittel aus von (Bio-)Produzenten und Manufakturen aus der Region kommen. "Das Thema Nachhaltigkeit beschäftigt Leute jeglichen Alters. Zu uns kommen junge Familien genauso wie die 85-jährige Seniorin", sagt Kreuzer. Gemeinsam halten Betreiber und Kunden die Umwelt sauber. Über die Erfolge wird genau Buch geführt. Sei der Eröffnung im Juni 2017 wurden gespart:     

-  6.645 Milchverpackungen
- 20.160 Plastik-Becher für Joghurt, Sahne, Quark, Frischkäse
- 19.025 Verpackungsfolien für Käse und Wurst

Das Beispiel zeigt, wie sehr sich der Einsatz auf lokaler Ebene lohnt. Komplett auf Plastik zu verzichten, gelingt freilich selbst im Milchlokal nicht. Für das Abpacken von rohem Fleisch zum Beispiel gebe es (noch) keine vernüftige Alternative zum Kunststoff. Für die meisten anderen Produkte gibt es sie jedoch! 

Karolina Kreuzer ist davon überzeugt, dass jeder Verbraucher Plastikmüll vermeiden kann. "Es fängt im Supermarkt schon damit an, dass man sein Obst und Gemüse nicht in eine Plastiktüte packen muss." Auch an Fleisch- und Wursttheken werde man in der Regel bedient, wenn man eine Tupperbox oder ähnliches hinhält.

Generell rät sie dazu, bewusst und vorauschauend einzukaufen. Damit lässt sich nicht nur Müll vermeiden, sondern auch der Geldbeutel entlasten: "Wer seinen Essensplan gut organisiert, muss später auch keine Lebensmittel wegwerfen."  

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