Schutz vor Dieben
13.11.2018 Wissen & Quizzen

Fünf Tipps vom Fachmann: So machst Du Dein Zuhause einbruchssicher

Der geerbte Schmuck, die teure Münzsammlung und die neue Kamera - sie alle sind beliebtes Diebesgut. In etwa 200 Allgäuer Häuser und Wohnungen wurde im Vorjahr eingebrochen. Jetzt, zu Beginn der dunklen Jahreszeit, schlagen Diebe besonders häufig zu. Ralph Müller, Spezialist bei der Kriminalpolizei, kennt die Vorgehensweise der Täter wie kaum ein anderer in der Region. Er erklärt, wie Du Deine vier Wände mit einfachen Mitteln gegen Einbrecher sicherst.

Seine Frau war an diesem Abend außer Haus. Gegen 18 Uhr bekam er Hunger und ging los, um einen Wurstsalat zu kaufen. Nur knapp eine dreiviertel Stunde war der Mann unterwegs. Als er zurückkam, war ein Fenster seines Hauses aufgehebelt. Das Schlafzimmer glich einem Schlachtfeld. „Wir hatten zwar nicht viel Bargeld daheim“, erzählt er. Aber: Das Ehepaar hatte kurz zuvor etwas Goldschmuck geerbt. Der war nun weg.

Der Mann, der namentlich nicht genannt werden will, ist eines von vielen Einbruchsopfern im Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West. Auf einer Infoveranstaltung zum Wohnungseinbruch, die das Kuratorium Sicheres Allgäu mit dem Polizeipräsidium Schwaben Süd/West in Lindenberg veranstaltete, erzählte er, wie es ihm nach dem Einbruch ging. Wie er zunächst dachte, damit klar zu kommen, und wie ihn auch Monate nach der Tat noch das kleinste Geräusch aus dem Schlaf reißt.

Wie man sich vor einem Einbruch schützen kann, weiß Ralph Müller. Als Kriminalpolizist untersuchte er  jahrelang Tatorte von Diebstählen. Inzwischen arbeitet er für die polizeiliche Beratungsstelle und erklärt Menschen, wie sie ihr Zuhause sicherer machen. Hier sind fünf Tipps des Fachmanns.

1. Keine „Willkommensgeschenke“ bereitstellen
Die eigene Aluminiumleiter hängt außen an der Garagenwand oder unter dem Vordach des Stadels. Das ist bequem, drinnen in der Garage ist es schließlich eng und so eine Leiter braucht Platz. Bequem ist das allerdings auch für den Täter: Er nimmt die Leiter und klettert über die Fenster im ersten Stock ins Haus, während die Bewohner im Erdgeschoss fernsehen. „Eine herumliegend Leiter ist Schützenhilfe für den Täter“, warnt Müller. Auch eine günstig stehende Mülltonne oder ein Verandatisch dienen den Tätern als Hilfsmitteln. Müller rät: Leitern und ähnliches mit einem Fahrradschloss an ihrem Platz sichern.

2. Einbrecher kommen nicht, wenn alles schläft

Man geht springt nur eben schnell an den Briefkasten oder holt Feuerholz und verquatscht sich mit dem Nachbarn. Die Haustüre steht währenddessen zwar offen - aber es ist ja noch hell und man selbst nicht weit weg. So leichtfertig sollte man nicht sein, sagt Müller. Die meisten Einbrüche passieren nicht nachts, sondern zwischen 16 und 20 Uhr. Dann, wenn es laut ist: Der Fernseher läuft, es fahren Autos, Kinder schreien im Garten herum. Zwar passieren im November, zu Beginn der dunklen Jahreszeit, etwas mehr Einbrüche, aber auch im Frühling und Sommer sind viele Diebe unterwegs.

3. Schieb nen Riegel vor!  

Klar: Eine moderne Alarmanlage schreckt Diebe ab. Aber nicht jeder Häuslebauer kann oder will sich hermetisch abschirmen. Manchmal sind es auch kleine Tricks, die helfen. Zum Beispiel sollte man daran denken, dass es für erfahrene Einbrecher ein Leichtes ist, ältere Türen aufzubrechen. Einen guten Schutz für kleines Geld bietet ein einfacher Metallriegel, wie es ihn in jedem Baumarkt gibt. Nachteil: Man kann die Türe nur von innen entriegeln. Vorteil: Es ist schwieriger und dauert länger, die Tür aufzubrechen. Diebe scheuen das Risiko, je länger ein Einbruch dauert, desto wahrscheinlicher ziehen sie ohne Beute wieder ab.

4. Doppelt hält besser

Diese Sekunde sollte man sich nehmen, wenn man das Haus verlässt: „Beim Absperren den Schlüssel immer zwei Mal umdrehen“, sagt Müller. Andernfalls können Einbrecher die Türe einfach mit einer Kreditkarte, wie man es aus Filmen kennt, oder einem anderen Stück Plastik aufbrechen. Bei neueren Türen wird die Tür bei der zweiten Umdrehung außerdem durch zusätzliche Haken gesichert, so dass sie auch schwerem Gerät gut standhält. Nur ein Mal absperren, das sei, wie einen Porsche mit sechs Gängen zu haben, aber nur in den ersten beiden zu fahren, beschreibt Müller.

5. Fenster sind eine Schwachstelle

„Gekippte Fenster sind offene Fenster“, sagt Müller und zeigt mit einem Video, wie leicht es ist, ein solches Fenster lediglich mit einer Schnur und einer Metallhülle zu öffnen. Wer nachts nicht auf frische Luft verzichten und sich trotzdem schützen will, sollte seinen Fenstergriff gegen einen absperrbaren austauschen. Bei bestimmten Kellerräumen empfiehlt Müller außerdem, die Fenster zu vergittern. Etwa in der Heizung, die öfter verraucht ist und gelüftet werden muss.

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