Vor Ostern 2020
21.11.2019 Sehen & Hören

Festspielhaus bringt „Passion 20:20“ als multimediales Spektakel

Die Füssener Passion 2020 im Festspielhaus
Seit 2000 Jahren beschäftigen die letzten Tage Christi Künstler aller Sparten. Doch so, wie sie im Frühjahr in Ludwigs Festspielhaus in Füssen zu erleben sind, habe die Welt sie noch nicht gesehen, verkündet Regisseur Manfred Schweigkofler. 32 Aufführungen sind geplant. Was die Zuschauer erwartet und wo es Karten gibt, verraten wir hier.

Videosequenzen, die nicht nur auf die Bühne, sondern auch auf die Seitenwände projiziert werden, Musik und Klänge aus allen Richtungen, Lichteffekte, Akrobatik sowie fünf Schauspieler und fünf Tänzer – das alles soll die Besucher der „Passion 20:20“ mitten ins dramatische Geschehen in Jerusalem versetzen. 32 Aufführungen – vom 25. März bis 5. April – sind im Festspielhaus geplant. Was bedeutet, dass über 40 000 Besucher das 75-minütige Spektakel sehen können. Der Vorverkauf hat begonnen.

Das kleine Team um den Regisseur aus Bozen will die Geschichte nicht neu erfinden, sondern sie für heutige Besucher mit den Mitteln der Gegenwart erzählen. Das künstlerische Leitungsteam bedient sich dabei auch der Arbeit von Vorgängern: Motive aus Haydns Krönungsmesse fließen in die Musik ein, Leonardo da Vincis berühmtes Abendmahl-Bild taucht als Kulisse im Hintergrund auf.

Mit allen Sinnen ins Jerusalem der Christi Zeit

Neu sind aber die Fragen, die Schweigkofler & Co. stellen: Wie klang es, als Jesus das Kreuz über den Steinboden schleifte? Was dachten die Jünger, die er mit vagen Vorgaben nach Jerusalem geschickt hatte, um einen Raum für die Pessah-Party zu finden? Jesus selbst taucht nicht auf der Bühne auf. Da habe ihn bis jetzt einfach noch keine Darstellung überzeugt, sagt Schweigkofler in entwaffnender Offenheit.

Hinter „Passion 20:20“ steckt Yngvar Aarseth, aus Norwegen stammender und in Füssen lebender, freikirchlicher Pastor im Ruhestand. Er hat dafür den Verein „Wach Medien“ gegründet, der bei der 500.000 Euro teuren Produktion das finanzielle Risiko trägt. Bei einem ökumenischen Treffen sei die Idee aufgekommen, so etwas wie den Ostergarten in Stuttgart auch in Füssen anzubieten, um mit allen Sinnen ins Jerusalem zu Christi Zeit einzutauchen.

Im Allgäu setzen die Macher auf die Technik: Video-Art-Designer Christoph Grigoletti hat bei sich ein 3-D-Modell des Saals des Festspielhauses, um die Projektionen zentimetergenau zu planen. Online verbunden ist er mit Komponist David Hüger, um Video, Musik und Klänge exakt aufeinander abzustimmen.

Ein klein wenig Ostergarten gibt es auch in Füssen, verrät Aarseth: Im Foyer soll mit Freunden und Interessierten eine Szenerie des alten Jerusalems entstehen. Mittendrin sein soll der Besucher schon bevor er seinen Platz im Saal einnimmt.

Vorverkauf: Für die Aufführungen von 25. März bis 5. April gibt es Karten in den Service-Centern unserer Zeitung, Telefon 0831/206 55 55, online unter www.azshop.de/veranstaltungen/ sowie im Festspielhaus. Für Schulen gibt es Sondertarife.
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