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12.02.2020 Sehen & Hören

Faschingsumzug Sulzberg 2020: Vorbereitungen gehen in den Endspurt

Faschingsumzug Sulzberg
Endspurt in Sulzberg: 28 Wagen erhalten diese Woche den Feinschliff, damit beim großen Faschingsumzug am Sonntag, 16. Februar, ab 13.33 Uhr alles passt – wiederholt wird der Umzug am 23. und 25. Februar. Über 20.000 Zuschauer aus Nah und Fern werden in der 5.000-Einwohner-Gemeinde für dieses Narren-Spektakel erwartet, das nur alle zehn Jahre stattfindet.

Gut drei Stunden wird der Umzug dauern. Allein für den Sicherheitsdienst sind 300 Leute im Einsatz. Der größte Wunsch: gutes Wetter. Damit das Parken auf den Feldern möglich ist. Kostenlose Shuttlebusse sind eingerichtet, der Eintritt ab 16 Jahren kostet acht Euro, Kinder müssen nichts zahlen. Mit dabei beim Umzug ist unter anderem die Truppe des „Unteren Dorfes“. Bei ihnen haben wir über die Schulter geschaut.

Die erste Herausforderung für die Wagenbauer: ein passendes Zugfahrzeug mit Tieflader auftreiben. Die aus Sulzberg waren nämlich schnell „gebucht“. In Altusried wurde man schließlich fündig. Und so wird der Hänger diesmal nicht, wie eigentlich vorgesehen, mit Heuballen vollgestapelt. Das sinnlich-ekstatische mexikanische Totenfest „Día de los Muertos“ (Tag der Toten) soll auf dem 17 Meter langen Gespann toben. Anders als im Allgäu wird in Mexiko am Totensonntag ein ausgelassenes, fröhliches Fest für die Toten gefeiert. Sulzberger Musiker, Trommler und Tänzerinnen werden es ihnen am Sonntag nachmachen.

Dieses Thema war heiß begehrt unter den Sulzberger Ortsteilen und Weilern, die die 29 Wagen bestücken. Gleich vier von ihnen wollten es darstellen. Das Glück bei der Auslosung hatte das untere Dorf, die anderen mussten sich andere Themen suchen.

Schmauchender Totenkopf

Angeführt wird der mexikanische Zug von Fußvolk mit einem riesigen Skelett und Totenköpfen, temperamentvollen Tänzerinnen und Trommlern. Es folgt ein riesig-bunter, Zigarre schmauchender Totenkopf hoch auf der Traktor-Kabine. Danach als Kulisse eine original mexikanische Kirche, vor der das Leben tobt. Damit solche Kunstwerke geschützt unter Dach gebastelt werden können, werden die Scheunen der Bauern sowie Montage-Hallen der Sulzberger Firmen und Handwerker aktuell umfunktioniert. Unteres Dorf und Westsiedlung zum Beispiel sind bei einem Holzbau-Unternehmen untergekommen. Da ist Teamwork in ganz Sulzberg gefragt.

Unter der Woche treiben fitte und fleißige Rentner – für manche schon der fünfte Umzug – die Arbeiten voran. Am Wochenende wird dann mit vereinter, geballter Energie geschraubt und geschweißt, gesägt und geschnitzt. Während die Männer fürs Grobe zuständig sind, widmen sich die Frauen den Feinheiten, verzieren mit farbigen Blüten und Girlanden oder setzen den Pinsel an. Jeder gibt sein Bestes, denn schließlich werden alle Wagen-Kreationen von einer Preisrichter-Jury bewertet.

Von der ersten Recherche des Themas über die Pläne der Kulissen-Konstruktionen haben die Wagenbauer Jahre auf diesen Moment hingefiebert. Und was passiert mit den Schmuckstücken auf Wagen und Traktoren, den vielen skurrilen Gestalten und Kulissen? Sie werden verkauft an Interessenten, die sie für andere Zwecke nutzen möchten.

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