Kolumne
07.12.2017 Land & Leute

E(s)skalation am Weihnachtstisch: Vegetarier vs. Fleischfan (und umgekehrt)

Veganer trifft auf Fleischfan. Allergiker auf Allesesser. Der Stress an Weihnachten dreht sich immer häufiger ums Essen. Muss nicht sein, findet allgaeu.life. Hier liest Du unsere Überlebensstrategie.

Weihnachten ist gefährlich. Für manche sogar lebensgefährlich. Sagt mein Nachbar. Er weiß, wovon er spricht: Seit Jahrzehnten betreibt er einen Blumenladen, der auf Grabschmuck spezialisiert ist. "Über Weihnachten", hat er beobachtet, "sterben die Leut wie die Fliegen". Nach Dreikönig bekomme er immer überdurchschnittliche viele Neu-Aufträge. "Weihnachten macht die Leut kaputt", lautet sein Befund.  "Zu viel Stress, zu viel Essen, zu viel Streit."

Genau genommen beginnen Stress und Streit heutzutage ja schon mit dem geplanten Essen. Vorbei sind die Zeiten, in denen ein schöner Braten kulinarischen Konsens bedeuteten.

Eine Bekannte von mir trieben die Verwandschafts-Wünsche heuer beinahe vorzeitig ins Grab. Genau wie ihr Mann liebt sie eigentlich Fleisch vom Grill, was ja ein Weihnachten durchaus seinen Reiz hätte. Doch so leicht ist das nicht. Denn in ihrer Familie gibt es inzwischen:

Zwei Vegetarierer (von denen einer bereit wäre, Lachs zu essen, aber nur wenn er frisch in der Region gefangen wird, was im Allgäu leider schwierig ist)

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Einen Veganer, der sich am liebsten nur von pikantem Ofengemüse ernährt

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Ein Onkel, der weder Paprika, Chilli noch Knoblauch verträgt, aber gerne Würstle isst

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Einen Opa, der neuerdings allergisch auf Milchprodukte und Nüsse reagiert

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Ein 18-jähriges Muttersöhnchen, das garantiert einen Aufschrei macht, wenn es dieses Weihnachten nicht endlich mal Hühnchen mit Pommes und Ketchup gibt

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Eine Schwiegermutter, die egal, was auf den Tisch kommt, immer ein besseres Rezept hat (wenn man sie denn gefragt hätte…)

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Was tun in all der weihnachtlichen Verzweiflung?

Am besten macht man es wie die weisen Mönche und sucht die Schnittmenge in flüssiger Form: ein Allgäuer Bier hat noch niemand geschadet!

Spätestens nach der zweiten Halben kommt der Hunger von ganz allein und auch der letzte Nörgler  besinnt sich auf die Mutter aller Weihnachtsessens-Regeln: Der Koch entscheidet, was im Topf landet und auf den Teller kommt!

Kleiner Tipp an alle, die nicht gerade an einer lebensgefährlichen Allergie leiden: Lieber an Weihnachten mal in etwas ungewohntes beißen, als wegen eines Familienstreits ins Gras.

In diesem Sinne: auf ein fröhliches Fest! 

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