Skifliegen in Oberstdorf
03.02.2019 Sport & Action

Einflieger im Rampenlicht: 223 Meter bei der Feuertaufe

Die beiden Wahl-Allgäuer Adrian Sell (20) und Tim Fuchs (21) absolvierten beim Ski-Weltcup in Oberstdorf die ersten Aus-Flüge ihrer Karriere. Welche atemraubende Erlebnisse sie beim Einfliegen machte, verraten sie hier.

Beim ersten Mal sind schwitzige Hände garantiert. „Weiche Knie hatte ich nicht, aber mulmig war mir schon – immerhin ist das eine Riesennummer“, sagt Adrian Sell. Der 20-Jährige vom SV Meßstetten und sein Kollege Tim Fuchs (21, SC Degenfeld) durften am Abend vor den Weltcups in Oberstdorf erstmals in ihrer Laufbahn das „Einfliegen“ übernehmen – es wurde ein einmaliges Erlebnis.

Auf 223 Meter segelte der junge Sell beim erst dritten Flug seiner noch jungen Karriere – damit lag das Talent auf Anhieb nur zwei Meter unter der Bestleistung der österreichischen Legende Andreas Goldberger. Insgesamt durfte das Duo jeweils drei Flüge absolvieren – das Einfliegen vor den Weltcups diente unter anderem TV-Stationen zur Anpassung der Einstellungen. Für die Jungadler allerdings wurden die ersten Flüge ihres Lebens zu „einem megacoolen Ding“.

Die Anspannung aber sei verflogen, Sekundenbruchteile nachdem Ex-Bundestrainer Peter Rohwein sie abgewunken hatte. „Im Grunde genommen ist das Fliegen sogar leichter, weil man mehr Geschwindigkeit mitnimmt. Das hilft, dass man weniger hart an die Sache rangeht und das Ganze mehr fließen lässt“, sagt Sell – neben 223 Meter landete er bei den beiden anderen Versuchen übrigens bei 208 und 198 Meter.

Sein Teamkollege, an dessen Seite er im Februar 2016 Junioren-Weltmeister in Rasnov geworden war, ergänzt: „Klar, ich war auch nervös, immerhin ist ja alles doppelt so groß und doppelt so weit“, sagt Tim Fuchs. Und auch wenn er die magische 200er Marke mit Flügen auf 182, 180 und 194 Meter nicht geknackt hat, weiß der 21-Jährige trotz des Traums, „einmal 230 Meter zu fliegen“, dass der Sicherheitsgedanke stets an erster Stelle steht: „Man darf nie zu gierig werden, denn sonst wird man zu verkrampft und macht Fehler. Das kann beim Fliegen fatal werden.“

Diese Gedanken schob das Duo während der Tage an der Schanze allerdings bei Seite. „Ich kann jetzt auch gut verstehen, wie die Jungs sich da oben sich fühlen“, sagt Adrian Sell, als er der Weltspitze bei der Weitenjagd zuschaut: „An der Kante sieht man erstmal gar nichts, danach nur ein Loch und später kann man einfach nur genießen.“

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