Kommunalwahl 2020
13.02.2020 Land & Leute

Diskussion des Allgäuer Anzeigeblatts in Oberstdorf: Verbaler Schlagabtausch zwischen Mies und King

Der Oberstdorfer Bürgermeister Laurent Mies (Freie Wähler und SPD) und sein Herausforderer Klaus King (CSU, Oberstdorfer Allianz, FDP, UOL, Grüne) haben sich bei der Podiumsdiskussion des Allgäuer Anzeigeblatts zur Kommunalwahl 2020 einen verbalen Schlagabtausch geliefert. Vor 1.000 (!) Zuhörern ging es um Themen wie Tourismus, Therme und Verkehr.  

Natur, Tourismus und Verkehr. Die Schlagwörter stehen für ein Kernthema der Podiumsdiskussion unserer Zeitung mit den Oberstdorfer Bürgermeister-Kandidaten, Amtsinhaber Laurent Mies und Herausforderer Klaus King. Ob im Hauptort oder den Ortsteilen, der Verkehr ist eine Belastung. Welche Auswege gibt es für den Markt mit 2,7 Millionen Übernachtungen, der zusätzlich 1,6 Millionen Tagesgäste verkraften muss? Sind es nicht einfach zu viel Touristen?

Mies hält es für wichtig, das Gleichgewicht zwischen Gästen und dem Leben vor Ort zu halten. Und meint: „Wenn wir den Verkehr in den Griff bekommen, bekommen wir auch den Tourismus in den Griff.“ Man müsse im Ort erst eine Vision schaffen, wo man mit dem Tourismus hinwolle, sagt dagegen King und liefert selbst eine Antwort: „Der Gast sucht Ruhe und Natur.“ Man müsse sich rar machen und dafür die Aufenthaltsdauer steigern.

Bildergalerie zur Podiumsdiskussion in Oberstdorf

1.000 Zuhörer verfolgten die Diskussion mit den Bürgermeisterkandidaten Laurent Mies und Klaus King. Die Wähler der Marktgemeinde entscheiden bei der Kommunalwahl am 15. März 2020 über ihren künftigen Rathauschef. Dominik Berchtold
1.000 Zuhörer verfolgten die Diskussion mit den Bürgermeisterkandidaten Laurent Mies und Klaus King. Die Wähler der Marktgemeinde entscheiden bei der Kommunalwahl am 15. März 2020 über ihren künftigen Rathauschef. Dominik Berchtold
1.000 Zuhörer verfolgten die Diskussion mit den Bürgermeisterkandidaten Laurent Mies und Klaus King. Die Wähler der Marktgemeinde entscheiden bei der Kommunalwahl am 15. März 2020 über ihren künftigen Rathauschef. Dominik Berchtold
1.000 Zuhörer verfolgten die Diskussion mit den Bürgermeisterkandidaten Laurent Mies und Klaus King. Die Wähler der Marktgemeinde entscheiden bei der Kommunalwahl am 15. März 2020 über ihren künftigen Rathauschef. Dominik Berchtold
1.000 Zuhörer verfolgten die Diskussion mit den Bürgermeisterkandidaten Laurent Mies und Klaus King. Die Wähler der Marktgemeinde entscheiden bei der Kommunalwahl am 15. März 2020 über ihren künftigen Rathauschef. Dominik Berchtold
1.000 Zuhörer verfolgten die Diskussion mit den Bürgermeisterkandidaten Laurent Mies und Klaus King. Die Wähler der Marktgemeinde entscheiden bei der Kommunalwahl am 15. März 2020 über ihren künftigen Rathauschef. Dominik Berchtold

Verkehrsprobleme muss Oberstdorf laut Mies selbst lösen. Bei der Bahn tue sich vorerst nichts, da deren Verträge bis 2030 laufen. Mies setzt auf Verkehrslenkung und Parkraum-Bewirtschaftung: Im Ort sollen nur Einheimische und Übernachtungsgäste parken, Tagesausflügler draußen. Ein Ringbus, der wichtige Einrichtungen abfährt, könnte das unterstützen. Er sei auch mit den Bürgermeistern von Sonthofen, Fischen und dem Kleinwalsertal im Gespräch. Ein Gedanke ist, den Verkehr schon in Sonthofen abzufangen. Nur wie? Träger des öffentlichen Nahverkehrs sei der Landkreis. Man müsse sich einsetzen, dass das „die nächste Landrätin oder der nächste Landrat“ anpackt.

King: Taktung der Busse verbessern

„Die Blechlawinen erdrücken uns“, nennt es King essenziell, auch die Dörfer zu entlasten. Für Orte wie Rubi und Reichenbach könne man die Lage nur entschärfen, wenn man den Verkehr raushält. Ein Problem: Bei Stau auf der Hauptstrecke leiten Navigationssysteme die Fahrzeuge um. Neben intelligenten Leitsystemen fordert King, über den Zugverkehr Anreize zu schaffen, damit von vorneherein weniger mit dem Auto anreisen. „Wir müssen die Bahn stärker bewerben.“ Mit der Politik müsse man erreichen, dass der letzte Rest der Bahn ausgebaut wird, auch wenn das sicher zehn Jahre dauern werde. Auch die Taktung der Busse in die Täler und ins Kleinwalsertal sei zu verbessern. Sollte man Bustickets in die Gästekarte integrieren?

Mies: Bei Therme im Zeitplan 

King ist dafür. Finanziere man das über einen erhöhten Kurbeitrag , müsse sich kein Vermieter gegenüber den Gästen rechtfertigen. Mies rät, Vermieter sollten die bestehenden, hoch subventionierten Urlaubertickets bei sich einpreisen. „Wir können es selber nicht günstiger machen.“ In Leserfragen ging es auch um die in manchen Augen fehlende Kommunikation mit Hotels und Kleinvermietern. Kling plädiert dafür, den Tourismusbeirat in einen Wirtschaftsbeirat umzuwandeln, in dem Gruppen wie Touristiker, Rechtler, Landwirte und Handel vertreten sind. Mies sagt, dass eben das doch der Tourismusbeirat erfülle. Allerdings hätten die einzelnen Interessensvertreter auch die Aufgabe, die Informationen in ihre Gremien und Gruppen weiterzutragen.

Beim Dauerbrenner Therme kritisierte King einen Abriss ohne konkreten Plan für den Neubau. Man müsse eine „Task Force“ einsetzen, die die neue Therme schnellstmöglich auf den Weg bringt. Dagegen sagt Mies, dass man darüber seit 2006 diskutiere und die Therme bis 2018 gerettet habe. Dann sei sie wegen verschiedener Probleme „relativ unerwartet“ geschlossen worden, obwohl man sie gern etwas länger in Betrieb gehabt hätte. Man sei aber im Zeitplan, plane zwei Jahre und baue zwei Jahre.

Weitere Artikel