Werk von Jan Brueghel
07.11.2018 Sehen & Hören

Dieses Bild kannst Du in Kempten ersteigern - für 250.000 Euro!

Wer ein Gemälde des flämischen Meisters Jan Brueghel haben will, muss mindestens 250.000 Euro locker machen. Im Allgäuer Auktionshaus Kühling wird nun ein Werk des flämischen Meisters versteigert. Wie es ins Allgäu kam und warum es als Ölgemeläde der Superlative im Allgäu gilt, erfährst Du hier.

So etwas gab es noch nie im Allgäuer Auktionshaus Kühling in Kempten: Im Mittelpunkt der dreitägigen Herbstauktion steht am Samstag ein Ölgemälde der Superlative. "Überfall auf eine Karawane" heißt es und wird Jan Brueghel dem Jüngeren (1601 - 1678) zugeschrieben. Aufgerufen wird das Werk des flämischen Meisters mit einem Limitpreis von sage und schreibe 250.000 Euro. Für Geschäftsführer Matthias Kühling ist das etwas ganz Besonderes. "Ich weiß aber nicht, ob wir das Bild auch verkaufen können", sagt der 45-Jährige.

Kein Wunder, die Klientel mit dem nötigen Kleingeld ist rar gesät. Anfragen von niederländischen Museen hat Kühling aber bereits erhalten. Einige Interessenten haben sich das Werk auch vor Ort angesehen und vor allem die Expertisen studiert, erzählt Kühling. Eine ausführliche stammt von Dr. Klaus Ertz. Die Figuren- und Tierstaffagen stammen wohl nicht aus Brueghels eigener Hand, sondern eventuell aus der Umgebung des flämischen Schlachtenmalers Sebastiaen Vrancx (1573 - 1647), schreibt der Kunstexperte aus Lingen.

Buddha brachte 230.000 Euro

Aus dem oberbayerischen Raum wurde dem Kemptener Auktionshaus das Gemälde angeboten. Mehr will Matthias Kühling nicht verraten. Diskretion ist schließlich in der Branch das A und O. Und ansonsten lässt er sich überraschen, was am Samstag bei der Auktion passiert. Die Versteigerung beginnt um 11 Uhr. Gegen 12 Uhr könnte das Brueghel-Gemälde zum Aufruf kommen, schätzt Kühling. Brueghel-Werke sind rar, die meisten finden sich in Museen, sagt der Auktionshaus-Chef.

2014 erlebte er etwas Unglaubliches: Eine nur 33 Zentimeter hohe Buddha-Figur aus Bronze einer Ostallgäuerin wurde für 100 Euro angeboten - und wechselte am Ende für 230.000 Euro den Besitzer.

Neben dem "Brueghel" werden zahlreiche, aber weitaus erschwinglichere Gemälde bei der Auktion angeboten. Für 15.000 Euro wird etwa "Waldlandschaft mit rastender Jagdgesellschaft" aufgerufen, die dem niederländischen Maler und Brueghel-Zeitgenossen Jan Hackaert zugeschrieben wird. Zum Aufruf kommen auch Arbeiten von Künstlern der Münchner Schule (Fritz Bamberger, Julius Lange) und Allgäuer Malern, darunter "Der Tod meines Freundes" von Kilian Lipp (4.500 Euro) und "Apelles verliebt sich in ein Modell, die Geliebte Alexanders des Großen" von Franz Sales Lochbihler (1.500 Euro).

Günstiger zu haben (150 bis 450 Euro) sind beispielsweise Gemälde des Kemptener Malers Joseph Hengge (1890 - 1970), der Kaufbeurer Paul Kauzmann (1874 - 1951) und Peter Krusche sowie des Westallgäuer Künstlers Paul Keck (1904 - 1973).

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