Serie "Dorfcheck" OA
09.08.2019 Hier & Heute

Diese Oberallgäuer Gemeinden sind die Dorfcheck-Champions!

Jetzt ist es raus, welche Oberallgäuer Gemeinden besonders lebenswert sind. Die drei Sieger der Aktion "Dorfcheck" von Allgäuer Zeitung und allgaeu.life nach Punkten und die Gewinner des Online-Votings bekommst Du bei uns!

Wiggensbach, Oy-Mittelberg und Bad Hindelang – das sind die besonders lebenswerten Oberallgäuer Gemeinden. Sie sind den anderen Orten am Ende des „Dorfchecks“ von Allgäuer Zeitung und allgaeu.life eine Nasenlänge voraus. In den vergangenen Monaten beleuchteten wir verschiedene Themen wie die Gaststättenanzahl, Kriminalitätsrate und Kinderbetreuung in den einzelnen Gemeinden und verglichen die Ergebnisse miteinander. Die Auswertung bringt nicht nur die drei Spitzenreiter hervor, sondern zeigt auch: Sitzenbleiber gibt es keine.

„I wohn da, wo Milch und Honig fließen“ – wenn es nach Markus Neß aus Bad Hindelang geht, stand längst außer Frage, dass es sein Wohnort aufs Treppchen schaffen wird. Er war einer von 800 Bürgern, die bei der „Mobilen Redaktion“ ihre Meinung über ihre Heimat verrieten: Während des „Oberallgäuer Dorfchecks“ machten wir in den vergangenen Monaten jede Woche Halt in einem Teil des Landkreises. Markus Neß begründete sein Lob für Bad Hindelang noch: „Kerig, dass es bei is no an Schealemachar git und Hammarschmied.“ Schade sei es allerdings, dass immer mehr Wirtshäuser schließen.

„Ich bin sehr zufrieden mit allem, Wiggensbach ist eine reiche Gemeinde, die Einkaufsmöglichkeiten sind sehr gut und das Sportprogramm ist hervorragend“, sagt Rita Röhrle über ihre Heimatgemeinde, die es ebenfalls unter die Top Drei geschafft hat. Und die Wiggensbacherin Gisela Krün fasst es so zusammen: „Ich finde meine Gemeinde schön, es ist alles vorhanden.“

Die Online-Sieger:
Die Gemeinde Balderschwang ist der Dorfcheck-Sieger der Herzen. Das Voting auf allgaeu.life brachte am Ende einen klaren Sieger. 2.600 Menschen stimmten insgesamt ab. Im Verhältnis zur Größe erhielt Balderschwang mit seinen 360 Einwohnern am meisten Zuspruch. Und auch bei den nachfolgenden Plätzen zeigt sich: Die kleineren Dörfer haben beim Online-Voting ganz eindeutig die Nase vorn.

Was sagen diejenigen, die im Landkreis leben? Was zeichnet die jeweilige Heimatgemeinde aus? Das wollten wir nicht nur während der vergangenen Monate bei den „Mobilen Redaktionen“ wissen. Auf allgaeu.life konnten die Oberallgäuer darüber hinaus für ihre Herzensgemeinde ihre Stimme abgeben.

Neben Balderschwang punktete bei dem Dorfcheck-Voting Wildpoldsried (2570 Einwohner), gefolgt von Jungholz (280 Einwohner). Dass die kleinen Gemeinden vorne liegen, mag Zeichen eines besonderen Zusammenhalts sein. Oder eines sehr rührigen Vereins. Wie auch immer: Die Bürger scheinen sich in Balderschwang, Wildpoldsried und Jungholz jedenfalls besonders wohl zu fühlen.

Auch die Gemeinde Dietmannsried mit ihren 8.100 Bürgern wurde rege angeklickt. Betrachtet man die Zahlen ohne Berücksichtigung der Einwohnerzahl hätte sie gewonnen. Das zeichnete sich bereits seit dem Start der Abstimmung ab – und zog sich bis zum Ende durch. Im Verhältnis zur Größe landete Dietmannsried letztlich auf Platz vier – und gilt damit auch noch als heimlicher Gewinner.

„Mir gefällt der ländliche Stil. Außerdem gibt es Berge – aber nicht zu nah – und man ist schnell am See.“ Mit diesen Worten beschreibt Inge Kuhn aus dem Oy-Mittelberger Ortsteil Faistenoy ihr Dorf. Die Einkaufsmöglichkeiten in der Region seien überdies sehr gut – auch die medizinische Versorgung hält Inge Kuhn für ausreichend. Als gut bewertet sie das Vereinsleben.

Diese elf Aspekte wählten wir, um die Gemeinden miteinander zu vergleichen: Kriminalitätsrate, medizinische Versorgung, Gaststättendichte, Vereinsleben, Beauty-Faktor, Kinderbetreuung, Bodenpreise, Nahversorgung, Zahl der Geburten, Landwirtschaft sowie Pendler. Unter anderem die Gemeindeverwaltungen und das statistische Landesamt haben die umfassenden Daten für den Dorfcheck geliefert. Bei der Auswertung unterstützten uns Statistiker der Hochschule Kempten.

Für ein Fazit zum Schluss wählte Professor Dr. Roland Jeske die sogenannte Cluster-Analyse. Sie untersucht Ähnlichkeiten und Unterschiede. „Unterschiedlich und doch gar nicht so verschieden“, lautet das Urteil des Professors.

Die Analyse bestätigt: Die Oberallgäuer Dörfer lassen sich in Gruppen unterteilen. Da sind einerseits die touristisch geprägten Gemeinden mit vielen Gaststätten, einem umfangreichen Beauty-Angebot, höheren Bodenpreisen, einer vergleichsweise höheren medizinischen Versorgung und im Schnitt mehr Berufspendlern. Auch die in diesen Orten deutlich erhöhte Straftatendichte ist laut Jeske im Zusammenhang mit dem Fremdenverkehr zu sehen. Die zweite Gruppe umfasst die „weniger touristisch geprägten“ Gemeinden.

Eine kleine Sonderstellung nehmen Bad Hindelang, Wertach und Oy-Mittelberg ein. In diesen drei Kommunen gibt es ebenfalls viele Gaststätten, aber auch ein reges Vereinsleben.

„Alles in allem gibt es also keine auffälligen Befunde für die Oberallgäuer Gemeinden“, sagt der Statistiker beim Blick auf die Zahlen. Die untersuchten Aspekte sprechen aus seiner Sicht keiner Gemeinde „deutliche Vor- oder Nachteile“ zu.

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