Drohnen-Aufnahmen helfen
11.06.2018 Hier & Heute

Diese Allgäuerin rettet ehrenamtlich Rehkitze vor dem Mähdrescher-Tod

"Ich bin einfach tierlieb!" Mit diesem Satz begründet Anja Gäble aus dem Unterallgäu den wohl rühendsten Einsatz für Rehkitze in unserer Region. Die 29-Jährige hat sich für 3.500 Euro eine Drohne mit Wärmebildkamera gekauft - und bietet Landwirten nun ehrenamtlich ihre Hilfe beim Aufspüren der süßen Jungtiere im hohen Gras an. Sie hofft, möglichst viele Bambis vor dem Mähdrescher-Tod zu retten.

Die Resonanz auf ihr Hilfsangebot ist überwältigend.  Vor wenigen Tagen veröffentlichte Anja Gäble folgenden Post auf Facebook: 

Hallo zusammen,
um Tiere vor dem Mähtod zu bewahren, biete ich an, Wiesen vor der Mahd mit einer Drohne (mit Wärmebildkamera) abzufliegen! Es ist KOSTENLOS, da ich es ehrenamtlich mache und ich mich freue, wenn das ein oder andere Tierchen gerettet werden kann. Wir befinden uns in der Nähe von Memmingen sind aber natürlich auch bereit ein paar Kilometer zu fahren! Gerne könnt Ihr bei Fragen eine PN schreiben! VG

Mittlelerweile wurde der Beitrag über 1.300 Mal geliked und knapp 3.000 Mal geteilt! "Damit hätte ich nie und nimmer gerechnet", sagt Anja Gäble im allgaeu.life-Interview. Über 25 Landwirte und Jäger haben sich bereits bei ihr persönlich gemeldet, um die Felder vor der Mahd nach Rehkitzen mit der Wärmebild-Drohne abfliegen zu lassen. 

"Drei Rehkitze haben wir auf diese Weise schon gerettet", sagt Anja Gäble. Mit ihrem Mann Markus Kleinbauer (35) hofft sie darauf, in diesem Sommer viele weitere Bambis vor dem Mähdrescher-Tod zu bewahren.

Dafür opftert die medizinische Fachangestellte und Hobby-Pferdelandwirtin sogar ihren derzeitigen Urlaub. "Wenn die Einsatzorte nicht zu weit weg sind, versuche ich, zu helfen, wo es geht", sagt die ehrenamtliche Rehkitz-Schützerin.

Da sie auf einem Bauernhof groß wurde, kennt sie das Problem, das sich vielen Landwirten stellt: Im hohen Gras sehen sie die Jungtiere nicht. Dort suchen die Kleinen bei drohender Gefahr Schutz, während ältere Tiere einfach weglaufen, wenn sie den lauten Mählärm hören. 

Die Drohne ermöglicht, auch große Flächen nach den süßen, scheuen Bambis abzusuchen, damit sie - mit einer speziellen Methode - in Sicherheit gebracht oder umfahren werden können. 

Das Engagement von Anja Gäble wird im Internet gefeiert. "Super!!! Mein Held des Tages!!!! Es müsste viel mehr Menschen geben, die auch an andere denken!!!", schreibt ein Facebook-Nutzer. Eine andere Leserin meint augenzwinkernd: "Endlich mal ein sinnvoller Einsatz für eine Drohne." Einig sind sich die Kommentatoren, dass die Aktion hoffentlich viele Nachahmer findet. 


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