Radios selbst gebastelt!
18.10.2017 Hier & Heute

Diese Allgäuer Schülerinnen sorgen für großes "Ententainment"

Diese Mädels haben's voll drauf! Jana und Sophie (beide 13) vom Kemptener Carl-von-Linde-Gymnasium haben es mit selbstgebastelten Digitalradios unter die besten zehn von 400 Einsendungen bei einem Wettbewerb des Bayerischen Rundfunks geschafft. Warum ihr "Klassik"- und "Ententainment"-Radio der große Hit ist, erfährst Du hier.

In Kempten sind im Jahr 2017 "Ententainment-Radio" und "Klassik-Radio" der Hit schlechthin. So nennen die Schülerinnen Jana Spöttle und Sophie Brunk ihre selbstgebauten Digitalradios, die jetzt in der Endausscheidung eines Kreativwettbewerbs des Bayerischen Rundfunks stehen.

Der BR hatte Schülerinnen und Schüler in ganz Bayern aufgerufen, mit Bausätzen für Digitalradios DAB+ ihr eigenes Radio zu entwerfen und zu bauen. Rund 400 Einsendungen sind beim Sender eingegangen, nun wurden die besten Zehn für die Preisverleihung am 9. November in München nominiert. Mit dabei: Die beiden Achtklässlerinnen Jana und Sophie vom Kemptener Carl-von-Linde-Gymnasium.

Im Rahmen des freiwilligen Wahlfachs "Künstlerisches Gestalten" hatten sie an dem Projekt teilgenommen. Kunstlehrer Thilo Bölle (50) gab seinen Schülern als Grundthema vor, die Radios in alte Erinnerungsstücke einzubauen und diese so neu zu beleben. Gesagt, getan: Jana kramte auf dem Dachboden eine gelbe Plastikente auf Rollen hervor, mit der sie als Kind gespielt hatte. Sophie, die seit sieben Jahren Geige spielt, entdeckte ein altes Instrument, das zum Radio umfunktioniert werden sollte. 

"Beim Üben habe ich mir bei manchen Liedern, die ich nicht mag, immer vorgestellt, dass ein kleines Gerät in meiner Geige sitzt, das das Stück für mich spielt. Jetzt habe ich das einfach selbst umgesetzt", sagt Sophie. Die meiste Arbeit erledigten die fleißigen Mädchen daheim. Hilfe gab's zum Glück von den Vätern. "Mein Papa ist Ingenieur. Er hat mir das Löten beigebracht", sagt Sophie, die später einmal Astronautin werden will.

In mühevoller Handarbeit sägte sie die alte Geige auf, klebte innen die Audio-Platine an, verlötete Antennendraht mit der Leiterplatte, schnitt Löcher für die beiden Lautsprecher und die Display-Platine in die Vorderseite der Geige und brachte die vier unterschiedlich farbigen Schalter an. "Über die Vorderseite der Lautsprecher habe ich Stoff von meiner schwarzen Strumpfhose geklebt, damit es wie echte Boxen aussieht", erklärt sie fachmännisch. In der Schule wurde die Geige unter der Aufsicht von Kunstlehrer Thilo Bölle dann lackiert und mit Acrylfarben bemalt.

Als Belohnung gibt's einen Tag in München - und schulfrei!

Jana bohrte kleine Löcher in die Seiten ihrer Ente, damit der Lautsprecher-Sound durchkommt, und baute das Display in eine Platte ein, die auf die Tragfläche der Ente geschraubt wurde. Und dann kam der Moment der Wahrheit: "Als ich den Stecker mit dem Anschlusskabel ausprobierte, hat alles gleich funktioniert", sagt Jana. Das Display leuchtete auf, aus den Boxen dröhnte der Sound der verschiedenen Radiosender, die sich problemlos suchen und einstellen ließen. "Wir haben uns riesig gefreut, weil wir viel Zeit und Arbeit investiert hatten", sagen die Mädchen. 

Noch größer war ihre Freude, als Thilo Bölle die beiden vor wenigen Tagen eigens aus dem Deutschunterricht der 8b holte, um ihnen einen Zettel zu überreichen. Darauf stand, dass sie mit ihren Radios, denen sie die Namen "Ententainment" und "Klassik-Radio" gegeben haben, unter die besten zehn Einsendungen geschafft haben, die kommende Woche bei den Medientagen in München ausgestellt werden. "Wir waren tierisch zappelig und konnten uns danach nicht mehr so richtig auf den Unterricht konzentrieren", verraten sie.

Als Belohnung dürfen Sophie und Jana zusammen mit ihrem Lehrer am 9. November zur Preisverleihung zum Bayerischen Rundfunk nach München reisen. Selbst wenn die Allgäuerinnen dort nicht zu den Top-3 gehören sollten, tut das ihrer Freude keinen Abbruch. "Das ist uns egal. Wir sind schon total stolz, dass wir überhaupt hin dürfen. Außdem haben wir an dem Tag ja auch schulfrei", sagen sie lachend.

Weitere Artikel