Früh übt sich
04.06.2019 Kind & Kegel

Die jungen Retter vom Öschlesee

Ganz wie die Großen: Am Öschlesee haben nun Jugendliche ein Auge auf die Badegäste. In ihrer eigenen Wachstation, die sie selbst organisieren, lernen die Nachwuchs-Wasserwachtler Verantwortung zu übernehmen. Sie trainieren auch, wie sie beispielsweise im Ernstfall Menschen aus dem See retten. Hier erfährst du alles, was es zu diesem tollen Projekt zu wissen gibt.

Ein spannendes Projekt hat die Wasserwacht Kempten am Öschlesee umgesetzt: Eine eigene „Wachstation“ für Kinder und Jugendliche. Sie wird während der Badesaison 2019 an Wochenenden und Feiertagen wechselweise von einem Team besetzt. Nun wurden die Akteure und ihre Unternehmung vorgestellt.

Mit diesem Projekt wollen wir Kinder frühzeitig an den Wachbetrieb, aber auch an Verantwortung und Selbstorganisation heranführen. Daniel Pontner

Schon vor Monaten habe eine Projektgruppe damit begonnen, Strukturen und Dienstpläne auszuarbeiten, sagt Jugendleiterin Marina Ponkratz. „Außerdem hat das Team die Station der Wasserwacht wesentlich verschönert und kleinere Renovierungsarbeiten erledigt. Von jetzt an werden die Jungen ihre Wachstation selbstorganisiert führen und koordinieren“, erklärt die Jugendleiterin.

Unterstützt würden die Teams dabei von zwei bis drei Erwachsenen. In jedem Fall von einem Bootsführer und einem Wachleiter, sagt Daniel Pontner. Er ist Einsatzleiter der Wasserwacht Kempten/Oberallgäu und Technischer Leiter der Wasserwacht Kempten. Am Eröffnungstag hat er gemeinsam mit Daniel Beyer, dem Vorsitzenden der Ortsgruppe, diese Aufgabe übernommen.

„Mit diesem Projekt wollen wir Kinder frühzeitig an den Wachbetrieb, aber auch an Verantwortung und Selbstorganisation heranführen“, erklärt Pontner. Die jüngsten in der Projektgruppe sind die elfjährige Annina Michel und der ein Jahr ältere Filip Briechle. Trotzdem zählen die Kinder bereits zu den „alten Hasen“: Schon vor sechs Jahren haben beide ihren ersten Schwimmkurs erfolgreich absolviert und sind anschließend Mitglied der Wasserwacht geworden.

Über ihre Arbeit in der Projektgruppe sagen die Beiden: „Besonders gut finden wir, dass wir eigene Ideen einbringen konnten und dass die auch von den Älteren in der Gruppe akzeptiert wurden.“ Notfälle auf dem See hätten sie noch nicht erlebt, dafür seien sie „Ersthelfer“ bei Insektenstichen und eingezogenen Holzsplittern, erzählen die jungen Wasserwachtler.

Noch keinen Notfall erlebt

Dass sie dennoch einen Menschen aus dem Wasser retten können, demonstriert die Gruppe an einem simulierten „Notfall“: Ein Mädchen liegt nach einem Sturz aus einem Boot mit einer Kopfverletzung bewusstlos im See. Also heißt es für die Retter: Rein ins Wasser und die „Verunglückte“ auf einer Wassertrage sichern. An Land angekommen wird das „Unfallopfer“ gekonnt in die stabile Seitenlage gebracht und weiter versorgt.

Im Ernstfall sei bei jedem Badeunfall auch die Wasserwacht über den Notruf 112 rund um die Uhr zu erreichen, sagt Pontner. An diesem Sonntag gibt es allerdings keine bösen Überraschungen. Dafür Kaffee und Kuchen für Eltern und Aktive. Pfarrer Martin Weinreich von der Christuskirche bittet mit einem Gebet um den Segen Gottes. Damit die Wachstation mit Leben erfüllt werde.

Weitere Artikel