Gefürchteter Triathlon
09.10.2019 Sport & Action

Die härtesten aller Allgäuer? Diese 4 starten am Samstag beim Ironman auf Hawaii!

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Zwei Worte - unter Sportlern ebenso legendär wie gefürchtet: Ironman-Triathlon! Bereits zum 41. Mal treffen sich am kommenden Samstag 2.500 Triathleten aus über 70 Nationen im kleinen Städtchen Kailua-Kona auf Big Island/Hawaii. Sie fiebern dort dem Startschuss zum Ironman-entgegen. Alle haben sich in einem der über 40 Qualifikationsrennen den begehrten Startplatz gesichert. Zu den 279 Altersklassen-Athleten aus Deutschland gehören auch vier Allgäuer. Wir stellen sie Dir vor.

Petra Paule (44 Jahre, Kaufbeuren): Zum zweiten Mal nach 2017 qualifizierte sich die Zahntechnikerin im Mai beim Ironman auf Lanzarote für die inoffizielle Weltmeisterschaft auf Hawaii. Der Zufall wollte es, dass dieser Wettkampf genau auf ihren Geburtstag fiel. Somit machte sie sich nach 11:56 Stunden selbst das wohl schönste Geschenk. Paule ist mit dem Rad der Ex-Profi-Triathletin Yvonne van Vlerken (hat ihre Karriere vor Kurzem beendet) unterwegs, die auch ihre Trainerin ist. „Auf diesen Joker setze ich auch am Samstag, da es das perfekte Rad für Hawaii ist. Die Vorbereitungswettkämpfe liefen alle prima. Wir haben die letzten Monate sehr hart trainiert“, sagt sie.

Ziel sei es, „etwas entspannter als sonst aus dem Wasser zu kommen, damit ich genügend Power zum Radeln habe. Und dann wünsche ich mir einen ordentlichen Marathon zu laufen und bei Tageslicht ins Ziel zu kommen“. Paule wird von ihrem Sohn Dominik (20) begleitet.

Barbara Geilhof (36 Jahre, Chicago/Memmingen): Ebenfalls zum zweiten Mal nach 2012 ist die Sportwissenschaftlerin dabei. Durch die berufsbedingte Versetzung ihres Ehemanns lebt sie seit drei Jahren in Chicago. Qualifiziert hat sich Geilhof im Juni in Colorado. „Das ist ein super schöner Wettkampf am Rande der Rocky Mountains“, erzählt sie. Auf 1.700 Meter Höhe erreichte sie nach 10:29 Stunden das Ziel – und schaffte damit die Hawaii-Qualifikation. Geilhof meint: „Mein Ziel ist es, dieses Jahr ordentlich zu finishen. Vielleicht kann ich meine Zeit von 2012 mit damals 10:41 Stunden verbessern.“

Wilhelm Schweiger (59 Jahre, Blaichach): Als Europameister geht der ehemalige Eishockey-Profi in Kona an den Start. Den Titel gewann der Medientechnologe im Juli beim Ironman in Frankfurt mit einer für seine Altersklasse tollen Zeit von 10:33 Stunden – und einem Vorsprung von 1:20 Stunden vor dem Zweiten. Die Qualifikation für Hawaii hatte er da bereits mit einem Altersklassen-Sieg beim Ironman in Wales im September 2018 in der Tasche. Seitdem hat er sich akribisch auf seinen zweiten Start nach 2015 vorbereitet. 8.000 Kilometer Radeln, 1.500 Kilometer Laufen und 400 Kilometer Schwimmen stehen in seinem Trainings-Tagebuch. „2015 war ich als Rookie nach 11:12 Stunden im Ziel, dieses Jahr peile ich nicht nur die Finisher-Medaille an, sondern auch einen Platz auf dem Podest in meiner Altersklasse. Und wenn alles klappt, werde ich vielleicht sogar Altersklassen-Weltmeister“, meint Schweiger augenzwinkernd.

Roland Patzina (52 Jahre, Kempten): Er ist der „Mister Ultraman“ des Allgäus. Seit 2004 hat er auf Hawaii erfolgreich an zwölf Ultraman-Wettbewerben teilgenommen. Dazu kommen noch 13 Wettkämpfe in ganz Europa über die Ironman-Distanz. Aufgrund dieser Leistungen wurde der Berufskraftfahrer von den Veranstaltern in den sogenannten „Legacy-Club“ aufgenommen und darf ohne Qualifikation mit einer Wildcard starten. „Das ist mein 15. Besuch auf Big Island, das absolute Highlight meiner Triathlon-Laufbahn“, sagt Patzina. Zeit und Platzierung spielen für ihn keine Rolle. Der Kemptener meint: „Ich möchte das Rennen genießen und auf dem Ali´i-Drive meine Karriere als Ultra- und Ironman-Athlet beenden. Das wird bestimmt sehr emotional.“

Zahlen & Fakten zum 41. Ironman auf Hawai
>> Distanzen: 3,8 Kilometer Schwimmen im offenen Meer bei einer durchschnittlichen Wassertemperatur von 26 Grad (ohne Neoprenanzug), 180 Kilometer Radfahren und abschließend ein Marathonlauf über 42,195 Kilometer ins Ziel auf dem berühmten Ali´i-Drive.
>> Teilnehmer: Über 2.500 Athleten – Profis und verschiedene Altersklassen – aus 70 Nationen sind am Start. Um die Windschatten-Problematik auf der Radstrecke zu entzerren, wird dieses Jahr erstmals ein sogenannter Wellenstart mit elf Startgruppen durchgeführt.
>> Fernsehen: Die ARD bringt den Ironman auf die TV-Bildschirme. In der Sportschau wird der Start live von 18.25 bis 18.45 Uhr unserer Zeit übertragen. Weiter geht’s ab 23.55 Uhr. Der Hessische Rundfunk überträgt bereits ab 21.45 Uhr. Den Livestream gibt es auf www.sportschau.de
>> Live dabei: Wer den Wettkampf verfolgen möchte, kann sich im Internet im Ticker unter www.ironmanlive.com informieren. Auf dieser Seite kann man mit Eingabe des Athletennamens auch die aktuellen Zwischen- und Endzeiten der vier Allgäuer Teilnehmer abrufen.
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